Das Motivationsschreiben für eine Bachelorarbeitsstelle
Bachelorarbeit Motivationsschreiben
Ein Motivationsschreiben gehört bei einer Bachelorarbeit nicht automatisch zur Bewerbung. Entscheidend sind die konkrete Ausschreibung, der Bewerbungsweg und die dort verlangten Unterlagen. Wird ein solcher Text verlangt, hilft die Struktur YOU, ME, WE und Abschluss dabei, Motivation, Kompetenzen, Passung und möglichen Beitrag klar zu verbinden.
Wann ein Motivationsschreiben für die Bachelorarbeit passt
Ein Motivationsschreiben ist in diesem Zusammenhang als möglicher Bewerbungstext für eine ausgeschriebene Bachelorarbeitsstelle oder für eine Unternehmenskooperation einzuordnen. Es wird also nicht unabhängig von einem konkreten Bewerbungsprozess verfasst. Prüfe zunächst, ob die Ausschreibung ein Motivationsschreiben oder ein Anschreiben verlangt und welche Form dafür vorgesehen ist.
Nur bei einer Bewerbung auf eine ausgeschriebene Bachelorarbeitsstelle oder eine Kooperation und nur nach den konkreten Vorgaben der Ausschreibung sollte der Text als Bewerbungsunterlage eingeordnet werden. Daraus folgt keine allgemeine Pflicht für Bachelorarbeiten. Ebenso lässt sich aus der vorliegenden Grundlage keine Zusage für eine Stelle oder eine bestimmte Regel der Universität Zürich für Abschlussarbeiten ableiten.
Wenn ein Text verlangt wird, sollte er den konkreten Arbeitgeber, die konkrete Stelle und deine eigene Motivation miteinander verbinden. Die Struktur YOU, ME, WE und Abschluss bietet dafür eine klare Orientierung. YOU erklärt den Bezug zur Stelle und zum Arbeitgeber. ME stellt deinen fachlichen Hintergrund und passende Kompetenzen vor. WE verbindet Motivation, Anforderungen, möglichen Beitrag und Ziele. Der Abschluss formuliert einen freundlichen Ausblick.
Der Text ergänzt den Lebenslauf. Er sollte ihn nicht einfach in vollständigen Sätzen wiederholen. Stattdessen wählst du wenige passende Kompetenzen aus und belegst sie mit eigenen Beispielen. So wird sichtbar, wie dein Hintergrund mit der ausgeschriebenen Aufgabe verbunden ist. Nutze dafür nur eigene, passende Belege aus Studium, Projekten, Praktika, Arbeit oder Engagement.

Diese Anforderungen prüfst du vor dem Schreiben
Beginne nicht mit einer allgemeinen Vorlage, sondern mit der konkreten Ausschreibung. Die Vorgaben des Unternehmens und der Ausschreibung haben Vorrang. Lies deshalb zuerst, ob ein Motivationsschreiben verlangt wird, auf welchem Weg die Bewerbung eingereicht wird, welche Unterlagen zusätzlich benötigt werden und welche Form der Text haben soll.
- Ausschreibung: Prüfe die Bezeichnung der ausgeschriebenen Bachelorarbeitsstelle oder Kooperation sowie die genannten Aufgaben, Anforderungen und Hinweise.
- Bewerbungsweg: Ermittle, ob der Text als eigenständiges Dokument hochgeladen, als Anlage versendet oder in ein Online-Formular eingefügt werden soll.
- Unterlagen: Prüfe, welche Dokumente neben dem Motivationsschreiben verlangt werden.
- Form: Ermittle, ob ein längerer Text, ein Freitextfeld oder eine kurze Motivation vorgesehen ist.
- Inhalt: Ordne nur die Punkte ein, die zur konkreten Stelle und zu deinen eigenen Belegen passen.
Ein eigenständiges Dokument kann bei einem PDF im Stil eines Briefes gestaltet werden. Dazu können Name und Kontaktdaten, die Angaben zum Arbeitgeber oder zur Ansprechperson, eine Betreffzeile, Ort und Datum, eine Anrede, der Fließtext, eine Schlussformel, eine Unterschrift und der vollständige Name gehören. Diese Elemente prüfst du jedoch anhand der verlangten Form.
Bei einem Online-Formular können formale Briefbestandteile entfallen. Inhaltlich bleibt die Verbindung aus Stellenbezug, Motivation, passenden Kompetenzen und möglichem Beitrag erhalten. Bei einer kurzen Motivation konzentrierst du dich auf den Einstieg, ein bis zwei zentrale Kompetenzen und einen Satz zu deinem Beitrag. Behaupte dabei weder eine allgemeine Pflicht für Bachelorarbeiten noch eine UZH-Regel für Abschlussarbeiten. Eine Zusagegarantie ergibt sich ebenfalls nicht aus der Struktur.
Im Motivationsschreiben greifst du nicht alle Stationen erneut auf. Wähle stattdessen die Belege aus, die zur ausgeschriebenen Bachelorarbeitsstelle oder Kooperation passen.
YOU: Einstieg mit Stelle, Arbeitgeber und Motivation
Im YOU-Teil stellst du den Bezug zu einer konkreten Bachelorarbeitsstelle oder Unternehmenskooperation her. Nenne die Stelle so, dass klar wird, worauf du dich beziehst, und verbinde sie mit dem Arbeitgeber. Danach erklärst du deine eigene Motivation: Was an den Aufgaben, dem Umfeld oder den Projekten spricht dich an? Welche konkrete Eigenschaft der Stelle löst dein Interesse aus?
Eine Aussage wie „Die Stelle interessiert mich sehr“ bleibt ohne Begründung knapp. Präziser ist eine Verbindung zwischen einem Merkmal der Ausschreibung und deinem fachlichen Interesse. Schreibe nur über Punkte, die du in der Ausschreibung oder in deinen eigenen Erfahrungen tatsächlich wiederfindest. Wenn dich ein bestimmtes Thema der Bachelorarbeitsstelle anspricht, benenne dieses Thema und erkläre, weshalb du dich damit befassen möchtest.
Der Arbeitgeber sollte nicht durch allgemeine Werbeslogans beschrieben werden. Übernimm keine Formulierungen von einer Unternehmensseite. Beschreibe stattdessen, welcher Aspekt der ausgeschriebenen Aufgabe für dich relevant ist. So bleibt der Einstieg stellenbezogen und persönlich.
Ein möglicher Aufbau lautet: Zuerst benennst du die Bewerbung auf die konkrete Stelle. Danach erklärst du, welcher Aufgabenbereich oder welches Projekt dich anspricht. Anschließend stellst du den Bezug zu deiner Motivation her. Der YOU-Teil beantwortet damit die Frage, warum genau diese Stelle und dieser Arbeitgeber für deinen Text wichtig sind. Zusätzliche Behauptungen über den Arbeitgeber, das Team oder die Arbeitsweise gehören nur hinein, wenn sie aus den vorliegenden Angaben oder deinen eigenen Beobachtungen hervorgehen.
ME: Kompetenzen mit eigenen Belegen zeigen
Im ME-Teil skizzierst du deinen fachlichen Hintergrund und belegst deine Passung. Wähle zwei bis vier Kompetenzen aus, die besonders gut zur konkreten Bachelorarbeitsstelle passen. Mögliche Schwerpunkte sind analytisches Arbeiten, Projektkoordination, Kommunikation oder Teamarbeit. Entscheidend ist nicht die Aufzählung, sondern der konkrete Beleg.
Verbinde jede ausgewählte Kompetenz mit einem Beispiel aus deinem Studium, einem Projekt, einem Praktikum, deiner Arbeit oder einem Engagement. Beschreibe, welche Aufgabe du übernommen hast und woran deine Kompetenz sichtbar wird. Ein neutraler Aufbau ist: „In einem Studienprojekt habe ich die Auswertung vorbereitet und die Ergebnisse im Team erläutert.“ Dieser Satz zeigt eine Tätigkeit, ohne eine unbelegte Wirkung zu behaupten.
Du kannst auch zwei Kompetenzen in einem Beispiel verbinden. Wenn du in einem Projekt Arbeitsschritte abgestimmt und Ergebnisse präsentiert hast, lassen sich Projektkoordination und Kommunikation zusammenführen. Belege nur Erfahrungen, die du selbst gemacht hast. Ergänze keine Zahlen, Ergebnisse, Verantwortlichkeiten oder Voraussetzungen, die in deinen Unterlagen nicht stehen.
Der ME-Teil ist keine Nacherzählung des Lebenslaufs. Er nimmt aus deinem Hintergrund nur das auf, was zur Stelle beiträgt. Andere Stationen lässt du weg, wenn sie keinen erkennbaren Bezug zur ausgeschriebenen Bachelorarbeitsstelle oder Kooperation haben. Dadurch bleibt der Abschnitt fokussiert und ergänzt den CV, statt ihn vollständig zu wiederholen.
Prüfe am Ende jedes Kompetenzbelegs: Ist die Tätigkeit konkret genannt? Ist klar, ob sie aus Studium, Projekt, Praktikum, Arbeit oder Engagement stammt? Wird die Verbindung zur Stelle verständlich? Wenn eine Aussage nicht belegt werden kann, formuliere eine konkrete Prüfhandlung oder streiche sie.
WE: Passung, Beitrag und Ziele verbinden
Im WE-Teil führst du deine Motivation, deine Kompetenzen und die Anforderungen der ausgeschriebenen Stelle zusammen. Zeige, weshalb dein bisheriger Hintergrund zu den genannten Aufgaben passt. Verknüpfe dazu einen Punkt aus dem YOU-Teil mit einem belegten Punkt aus dem ME-Teil.
Danach formulierst du deinen möglichen Beitrag. Dieser Beitrag kann sich auf eine frische Perspektive, spezifisches Fachwissen oder Erfahrung in einem bestimmten Kontext beziehen. Nenne nur das, was du aus deiner Ausbildung und deinen Beispielen ableiten kannst. Eine Aussage über einen Beitrag ist dann nachvollziehbar, wenn die passende Kompetenz und der konkrete Bezug zur Stelle bereits genannt wurden.
Der WE-Teil kann außerdem erklären, was du mit der Stelle erreichen möchtest. Dazu gehören Themen, die du vertiefen möchtest, oder Verantwortung, die du übernehmen willst. Formuliere diese Ziele als deine eigene Perspektive. Schreibe nicht, dass ein bestimmtes Ergebnis sicher eintreten wird, und stelle keine Zusage des Arbeitgebers in Aussicht.
Eine einfache Verbindung besteht aus drei Schritten: Erstens nennst du eine Anforderung oder Aufgabe der Stelle. Zweitens verweist du auf eine passende Kompetenz mit Beispiel. Drittens erklärst du, welchen möglichen Beitrag du daraus für die ausgeschriebene Bachelorarbeitsstelle oder Kooperation ableitest. So entsteht ein Zusammenhang zwischen Motivation, Profil und Ziel.
Der WE-Teil beantwortet damit „Warum ich?“ und „Warum wir?“, ohne andere Bewerbende abzuwerten oder unbelegte Unterschiede zu behaupten. Er beschreibt deine Passung auf Grundlage der konkreten Ausschreibung und deiner eigenen Belege.
Redaktionelles und fiktives Beispiel nach YOU, ME, WE
Hinweis: Das folgende Muster ist ein redaktionelles und fiktives Beispiel. Die ausgeschriebene Bachelorarbeitsstelle, der Arbeitgeber und alle Angaben zur Person sind erfunden. Das Beispiel behauptet keine reale Ausschreibung, keine Zusage und keine Hochschulpflicht.
YOU
Ich bewerbe mich auf die ausgeschriebene Bachelorarbeitsstelle „Datenanalyse im Kundenservice“ bei der fiktiven Firma Nordblick. An der Stelle interessiert mich die Verbindung aus einer konkreten Fragestellung und der Möglichkeit, Daten aus einem Anwendungsbereich systematisch zu untersuchen. Besonders angesprochen hat mich die Aufgabe, Ergebnisse verständlich für ein Team aufzubereiten.
ME
Im Studium habe ich in einem Projekt Datensätze strukturiert, Auswertungen vorbereitet und die Ergebnisse in einer Gruppenbesprechung erläutert. Dadurch bringe ich Erfahrung im analytischen Arbeiten und in der Kommunikation von Ergebnissen mit. In einem weiteren Studienprojekt habe ich Arbeitsschritte mit drei Teammitgliedern abgestimmt und die gemeinsame Dokumentation gepflegt. Dieses Beispiel belegt meine Erfahrung in der Projektkoordination und Teamarbeit.
WE
Die genannten Erfahrungen passen zu den Aufgaben der ausgeschriebenen Bachelorarbeitsstelle, weil ich sowohl Daten bearbeiten als auch Ergebnisse im Austausch mit anderen verständlich machen möchte. Mein möglicher Beitrag liegt in einer strukturierten Auswertung und in einer klaren Dokumentation der einzelnen Arbeitsschritte. Mit der Stelle möchte ich mein Wissen über Datenanalyse in einem konkreten Kontext vertiefen und die Anforderungen der Aufgabe mit meinen bisherigen Erfahrungen verbinden.
Abschluss
Gerne erläutere ich meine Motivation und die genannten Beispiele in einem Gespräch. Freundliche Grüße, Lea Muster.
Das Beispiel nennt die konkrete Stelle und den Arbeitgeber, bleibt bei zwei belegten Kompetenzfeldern und baut den Text nach YOU, ME, WE und Abschluss auf. Es erzählt keinen vollständigen Lebenslauf nach. Für einen eigenen Text ersetzt du die erfundenen Angaben durch Informationen aus deiner Ausschreibung und durch deine tatsächlichen Beispiele aus Studium, Projekten, Praktika oder Arbeit.

Kurzcheck vor dem Absenden
Prüfe zuerst die konkreten Vorgaben der Ausschreibung. Sie gehen vor der allgemeinen Struktur und entscheiden darüber, ob ein Motivationsschreiben verlangt wird, auf welchem Bewerbungsweg du es einreichst, welche Unterlagen dazugehören und welche Form erwartet wird.
- Ausschreibungsvorgaben: Ist klar, welche Textform und welche Unterlagen verlangt werden?
- Stellenbezug: Nennt der Text die konkrete Bachelorarbeitsstelle oder Kooperation und den Arbeitgeber?
- Motivation: Erklärst du, welcher konkrete Aufgabenbereich, welches Umfeld oder welches Projekt dich anspricht?
- Kompetenzbelege: Sind zwei bis vier passende Kompetenzen durch Beispiele aus Studium, Projekten, Praktika, Arbeit oder Engagement belegt?
- Passung: Verbindest du deine Kompetenzen mit den Anforderungen der Stelle?
- Beitrag: Beschreibst du einen möglichen spezifischen Beitrag auf Grundlage deiner eigenen Belege?
- Abschluss: Enthält der Text einen knappen, freundlichen Ausblick?
- Form: Passt das Dokument zu PDF, Online-Formular oder verlangter Kurz-Motivation?
- Eigenständigkeit: Ergänzt der Text den Lebenslauf, statt ihn vollständig nachzuerzählen?
Streiche Aussagen, die nicht aus der Ausschreibung oder aus deinen eigenen Beispielen hervorgehen. Behaupte weder eine allgemeine Pflicht für Bachelorarbeiten noch eine UZH-Regel für Abschlussarbeiten oder eine Zusage. Wenn eine Information fehlt, ermittle sie aus den offiziellen Bewerbungsunterlagen des konkreten Verfahrens.
Zum Schluss liest du den Text als zusammenhängende Bewerbung: YOU erklärt den Stellenbezug, ME belegt dein Profil, WE verbindet Anforderungen und möglichen Beitrag, und der Abschluss beendet den Text knapp. Erst danach prüfst du die verlangte Form und reichst den Text auf dem vorgesehenen Weg ein.
Passende nächste Schritte
Quellen und Stand
- Fachquelle: www.careerservices.uzh.ch (geprüft am 2026-08-15)