Lektorat für Geschichte und Germanistik im Studium
Historische Quellenzitate und literarische Analyse korrekt behandeln
Ein Lektorat für Geschichte und Germanistik muss eine Regel besonders gut kennen: Quellenzitate werden nicht korrigiert. Historische Orthografie, dialektale Formen und literarische Eigenheiten sind Teil des Materials, kein Fehler. Wer sie stillschweigend modernisiert, zerstört den Beleg, auf dem die Argumentation steht.
Die Quelle ist Material, kein fehlerhafter Text
Diese Unterscheidung ist die wichtigste Regel im geisteswissenschaftlichen Lektorat und zugleich die, an der unerfahrene Korrektoren am häufigsten scheitern. Ein „hertz“ in einer Quelle des 17. Jahrhunderts ist kein Tippfehler. Ein Kommafehler in einem Gedicht kann Teil der Form sein.
Wir erkennen Zitate als solche und lassen sie unangetastet. Geprüft wird stattdessen, ob die Abweichung als solche markiert ist, ob also ein „sic“ steht, wo es die Zitierweise verlangt, und ob Auslassungen und Ergänzungen nach dem gewählten Stil gekennzeichnet sind.
Bei längeren Quellenpassagen prüfen wir zusätzlich die Einbettung: Ist erkennbar, wo das Zitat beginnt und endet, und trägt der einleitende Satz die richtige Sprechhandlung?

Deutungsverben verändern wir nicht
Geisteswissenschaftliche Arbeiten argumentieren am Text, und dafür sind die Verben der Quellenbeschreibung entscheidend. Ein Autor behauptet, konstatiert, suggeriert, impliziert, deutet an oder stellt fest, und jede dieser Wendungen trägt eine andere Einschätzung.
Ein Lektorat, das solche Verben aus stilistischen Gründen austauscht, verändert die Interpretation. Wir glätten deshalb nur, wo Grammatik oder Bezug tatsächlich unklar sind, und markieren ansonsten. Wenn dasselbe Verb fünfmal im Absatz steht, melden wir das als Hinweis, ohne selbst zu ersetzen.
Siglen, Werkausgaben und Fußnotenapparat
In der Germanistik werden häufig zitierte Werkausgaben mit Siglen abgekürzt, in der Geschichtswissenschaft antike und mittelalterliche Quellen mit etablierten Kürzeln. Beides muss im Verzeichnis vollständig aufgelöst sein.
Wir gleichen jede im Text verwendete Sigle mit dem Verzeichnis ab und melden drei Befunde: Siglen ohne Auflösung, Auflösungen ohne Verwendung und, am häufigsten, dieselbe Quelle unter zwei verschiedenen Kürzeln. Beim Fußnotenapparat prüfen wir, ob Kurz- und Vollbeleg einem durchgängigen System folgen und ob „ebd.“ und „a. a. O.“ sich auf das beziehen, was unmittelbar davor steht.

Historische Namen und Ortsbezeichnungen
Ortsnamen ändern sich, Herrschernamen existieren in mehreren Schreibweisen, und Institutionen werden umbenannt. Eine Arbeit muss sich für eine Form entscheiden und diese durchhalten, gegebenenfalls mit einem Hinweis bei erster Nennung.
Wir melden, wo zwischen historischer und heutiger Bezeichnung gewechselt wird, ohne dass ein Grund erkennbar ist. Die Entscheidung, welche Form gilt, ist fachlich und bleibt bei dir: In manchen Kontexten ist die zeitgenössische Bezeichnung zwingend, in anderen die heutige verständlicher.
Preise für Haus-, Zulassungs- und Abschlussarbeiten
Das Standard-Lektorat kostet 4,90 € pro Normseite bei fünf Werktagen, das Korrektorat 1,90 €. Eine Hausarbeit mit 20 Normseiten liegt bei rund 98 Euro, eine Masterarbeit mit 70 Normseiten bei rund 343 Euro.
Editorische Arbeiten mit kritischem Apparat bearbeiten wir auf Anfrage; sag uns vorab, welche Editionsrichtlinien gelten. Express ist für 6,90 € in 48 Stunden oder 8,90 € in 24 Stunden möglich, eine Probeseite lektorieren wir kostenlos.
Weiterführend: Geschichte-Themen, Germanistik-Themen, Quelleninterpretation, deutsche Zitierweise und Fußnoten richtig setzen.