Inhaltsanalyse nach Mayring an einem Beispiel verstehen
Inhaltsanalyse nach Mayring Beispiel
Eine Inhaltsanalyse nach Mayring wird nachvollziehbar, wenn Fachfrage, Material, Kategorien, Codierregeln, Auswertung und Aussagegrenzen zusammen betrachtet werden.
Von der Fachfrage zum überprüfbaren Ergebnis
Ein Beispiel für eine Inhaltsanalyse nach Mayring sollte nicht bei einer allgemeinen Beschreibung der Methode stehen bleiben. Übersetze die Aufgabe zunächst in eine konkrete Fachfrage. Eine geeignete Frage benennt den untersuchten Inhalt und legt fest, welche Merkmale für die Auswertung berücksichtigt werden. Ein mögliches Arbeitsziel lautet: Welche Themen werden in ausgewählten Texten angesprochen und wie lassen sie sich anhand eines vorher festgelegten Kategoriensystems zuordnen?
Das überprüfbare Arbeitsergebnis ist dann nicht die bloße Aussage, dass bestimmte Themen vorkommen. Es besteht aus einer dokumentierten Zuordnung des Materials zu Kategorien, einer Interpretation mit Bezug zur Fachfrage und einer Prüfung, ob Kategorien, Theorie und Material zusammenpassen. Halte dafür Materialauswahl, Entstehungssituation, formale Merkmale, Analyserichtung, Analysetechnik, Analyseeinheiten und die einzelnen Arbeitsschritte fest.
Für wissenschaftliches Schreiben bedeutet das: Formuliere die Fachfrage so, dass der spätere Arbeitsschritt erkennbar wird. Wer eine Hausarbeit schreiben möchte, kann die Frage zunächst als Arbeitsfrage notieren und danach festhalten, welches Material untersucht wird und welches Ergebnis am Ende vorliegen soll. Wer eine Masterarbeit schreiben möchte, sollte zusätzlich deutlich machen, welche theoretische Grundlage die Fragestellung trägt. Eine allgemeine Übersicht ersetzt dabei kein ausgewertetes Material.
Arbeite die Fragestellung anhand vorhandener Forschung und theoretischer Bezüge zum Gegenstand aus. Halte Unterfragen fest, wenn sie für die Auswertung benötigt werden. Aussagen über lokale Vorgaben, Zulassung, Fristen, Kosten oder institutionelle Anforderungen lassen sich aus den vorliegenden Quellen nicht ableiten. Prüfe solche Punkte deshalb in den offiziellen Unterlagen deiner Einrichtung.
Wenn du die Bestandteile einer wissenschaftlichen Arbeit ordnest, gehört die Inhaltsanalyse in eine nachvollziehbare Argumentation: Fachfrage, Material, Kriterien, Arbeitsschritt, Ergebnis und Aussagegrenze müssen aufeinander bezogen sein. Der Quellenabschnitt nennt verschiedene Varianten qualitativer Inhaltsanalyse sowie die Interpretationsformen Zusammenfassung, Explikation und Strukturierung. Prüfe die passende Form anhand deiner Fachfrage und deines Erkenntnisinteresses.

Die Bestandteile in nachvollziehbarer Reihenfolge
Der Aufbau beginnt mit der Fachfrage. Für ein Beispiel für eine Inhaltsanalyse nach Mayring legst du fest, welche Inhalte untersucht werden und welche Frage ihre Auswertung beantworten soll. Danach prüfst du die direkte Quelle und die Kriterien, die du für das Vorhaben festhältst. Berücksichtige dabei Theorie, Erkenntnisinteresse und die Richtung der Analyse.
- Fachfrage festlegen: Notiere eine Frage mit klar bezeichnetem Gegenstand. Beim Thema Forschungsfrage formulieren muss erkennbar bleiben, welche Inhalte untersucht werden und welches Ergebnis benötigt wird.
- Quelle und Kriterien bestimmen: Halte fest, auf welche direkte Quelle und auf welche theoretischen Kriterien du dich stützt. Eine wissenschaftliche Argumentation entsteht hier durch die erkennbare Verbindung zwischen Fachfrage, Theorie und Auswertung.
- Material ordnen: Bestimme die Untersuchungseinheiten und dokumentiere die Auswahl. Prüfe, ob das vollständige Material bearbeitet wird; falls du eine Stichprobe verwendest, beschreibe ihre Auswahl aus dem erhobenen Material.
- Kategoriensystem entwickeln: Entwickle Kategorien theoriegeleitet und, soweit vorgesehen, empiriegeleitet. Prüfe, ob das System alle für die Fachfrage erforderlichen Merkmale des Materials erfasst und ob jedes untersuchte Merkmal zweifelsfrei nur einer Kategorie zugeordnet werden kann. Vereinfache übermäßig feine Unterteilungen, wenn sie die eindeutige Zuordnung erschweren.
- Codierregeln und Erfassungsform festlegen: Formuliere konkrete Anweisungen für die Verschlüsselung der untersuchten Inhalte. Dokumentiere Kategorienschema, Codieranweisungen und Codierbogen.
- Analyse, Ergebnis und Grenze prüfen: Führe die Analyseschritte anhand des Kategoriensystems aus, überprüfe danach Kategorien, Theorie und Material auf Passung und interpretiere die Daten zur Fachfrage. Halte fest, welches Ergebnis die festgelegten Kriterien trägt und wo die Aussagegrenze liegt.
Eine Gliederung einer Hausarbeit kann diese Reihenfolge sichtbar machen, ohne die Inhaltsanalyse selbst zu ersetzen. Beim Literaturverzeichnis erstellen müssen die tatsächlich verwendeten Quellen eigenständig dokumentiert werden. Beim Thema Quellenangaben richtig zitieren solltest du die Vorgaben deiner Arbeit prüfen, denn die vorliegenden Quellen tragen keine Aussage zu einer bestimmten formalen Zitierpflicht. Welche Zitierweisen, darunter deutsche Zitierweise und Harvard-Zitierweise, passend sind, darf nicht aus dem Methodenablauf abgeleitet werden. Ermittle die verlangte Form aus den offiziellen Vorgaben des jeweiligen Arbeitszusammenhangs.
Schritt für Schritt mit sichtbaren Ergebnissen
Ein konkreter Ablauf wird nachvollziehbar, wenn jeder Schritt ein eigenes Ergebnis erzeugt. Nutze die folgende Sequenz als Arbeitsprotokoll für dein Beispiel für eine Inhaltsanalyse nach Mayring.
- Frage notieren: Schreibe die Fachfrage in einem Satz auf. Ergebnis: eine prüfbare Arbeitsfrage mit bezeichnetem Untersuchungsgegenstand.
- Erkenntnisinteresse klären: Lege fest, welche Richtung die Analyse haben soll und welche Unterfragestellungen aus Theorie und bisheriger Forschung entstehen. Ergebnis: eine begründete Fragestellung mit abgegrenzten Teilfragen.
- Material festlegen: Ordne die Untersuchungseinheiten und halte die Auswahl schriftlich fest. Ergebnis: ein Materialkorpus oder eine ausdrücklich beschriebene Stichprobe.
- Entstehung und Form beschreiben: Notiere die Entstehungssituation und die formalen Charakteristika des Materials. Ergebnis: eine Materialbeschreibung, die den späteren Analyseschritt nachvollziehbar macht.
- Kategorien bilden: Entwickle Kategorien theoriegeleitet und, soweit dein Vorgehen dies vorsieht, empiriegeleitet. Ergebnis: ein Kategoriensystem, das die relevanten Aspekte abdeckt und Kategorien eindeutig voneinander trennt.
- Regeln formulieren: Schreibe fest, nach welchen Kriterien Inhalte codiert werden. Ergebnis: Codieranweisungen und ein ausgefüllbares Erfassungsformular.
- Codieren: Ordne die Analyseeinheiten anhand der Regeln den Kategorien zu. Ergebnis: codierte Daten, bei denen jede Zuordnung auf eine dokumentierte Regel zurückgeführt werden kann.
- Passfähigkeit prüfen: Vergleiche Kategorien, Theorie und Material rückwirkend. Ergebnis: eine Liste bestätigter, zu präzisierender oder zu verwerfender Zuordnungen.
- Interpretieren: Beziehe die ausgewerteten Daten auf die Fachfrage. Ergebnis: eine begrenzte Interpretation, die aus dem bearbeiteten Material hervorgeht.
- Gütekriterien prüfen: Prüfe, ob und wie die Gütekriterien auf dein Vorgehen angewendet oder überprüft werden. Ergebnis: eine dokumentierte Prüfung oder eine ausdrücklich benannte Aussagegrenze.
Die Begriffe Methoden wissenschaftlicher Arbeiten und qualitative und quantitative Forschung können dir helfen, dein Vorgehen einzuordnen. Aus den Quellen folgt jedoch keine pauschale Auswahlentscheidung für jedes Projekt. Wenn du eine Methode vergleichst, verknüpfe die Entscheidung mit Fachfrage, Material und Erkenntnisinteresse. Dokumentiere außerdem, ob du zusammenfasst, explizierst oder strukturierst, da der Quellenabschnitt diese drei grundlegenden Interpretationsformen unterscheidet.
Ein kurzes durchgängiges Anwendungsbeispiel
Angenommen, du untersuchst kurze öffentliche Stellungnahmen zu einer schulischen Veränderung. Die Fachfrage lautet: Welche Begründungsmuster erscheinen in dem ausgewählten Material? Das überprüfbare Arbeitsergebnis soll eine dokumentierte Zuordnung der Textstellen zu zuvor festgelegten Kategorien und eine darauf bezogene Interpretation sein.
Im ersten Schritt bestimmst du die Untersuchungseinheiten und beschreibst, welche Stellungnahmen zum Material gehören. Zusätzlich hältst du Entstehungssituation und formale Charakteristika fest. Damit entsteht ein abgegrenztes Materialkorpus. Aussagen über einen bestimmten Staat, eine bestimmte Behörde oder eine örtliche Zuständigkeit werden nicht ergänzt, weil die Quellen dafür keine Grundlage liefern.
Im zweiten Schritt bildest du ein kleines Kategoriensystem. Eine neutrale Arbeitsfassung könnte die Kategorien Begründung durch Lernbedingungen, Begründung durch Organisation und keine erkennbare Begründung enthalten. Diese Bezeichnungen sind hier keine aus der Quelle übernommenen Fachkategorien. Sie müssen deshalb für das konkrete Material mit Definitionen und Codierregeln versehen und anschließend auf Abdeckung, Eindeutigkeit und Trennschärfe geprüft werden.
Im dritten Schritt formulierst du zu jeder Kategorie eine Anweisung. Eine Textstelle wird nur dann der ersten Kategorie zugeordnet, wenn ihr Inhalt nach der festgelegten Regel auf Lernbedingungen bezogen ist. Für eine andere Stelle wird die Organisationskategorie nur verwendet, wenn die Regel dieses Merkmal eindeutig erfasst. Wenn keine Regel sicher greift, wird die Zuordnung nicht vermutet, sondern als ungeklärt markiert und anschließend geprüft.
Im vierten Schritt codierst du die Analyseeinheiten und hältst die Entscheidungen im Codierbogen fest. Danach vergleichst du Kategoriensystem, Theorie und Material rückwirkend. Erst wenn diese Prüfung dokumentiert ist, interpretierst du die codierten Daten im Hinblick auf die Fachfrage. Das Ergebnis lautet dann nicht pauschal, was alle Stellungnahmen aussagen, sondern nur, welche Zuordnungen im untersuchten Material nachvollziehbar begründet werden können.
Wenn du beim Schreiben paraphrasierst, kannst du Plagiat vermeiden, indem du fremde Aussagen sauber von deiner eigenen Auswertung trennst und die verwendeten Quellen nach den geltenden Vorgaben belegst. Dieses Beispiel ist ein Arbeitsmuster zur Umsetzung der genannten Schritte, aber kein fertiges Forschungsergebnis und keine allgemeine Aussage über Stellungnahmen außerhalb des festgelegten Materials.

Fachliche Abgrenzung und formale Prüfung
Teile den abschließenden Qualitätscheck sichtbar in zwei Bereiche. Die fachliche Abgrenzung prüft, ob die Analyse tatsächlich die Fachfrage beantwortet und ob ihre Aussage nicht über das untersuchte Material hinausgeht. Die formale Prüfung kontrolliert dagegen Darstellung, Dokumentation und Belegführung. Beide Bereiche dürfen nicht zu einer einzigen pauschalen Qualitätsaussage verschmolzen werden.
Fachliche Abgrenzung
- Ist die Fachfrage für das konkrete Beispiel für eine Inhaltsanalyse nach Mayring ausdrücklich formuliert?
- Ist die direkte Quelle benannt und sind die für die Auswertung geltenden Kriterien festgehalten?
- Sind Material, Untersuchungseinheiten, Entstehungssituation und formale Charakteristika geordnet dokumentiert?
- Ist der fachliche Arbeitsschritt anhand des Kategoriensystems nachvollziehbar umgesetzt?
- Deckt das Kategoriensystem die für die Fachfrage relevanten Aspekte ab?
- Sind die Kategorien eindeutig und so voneinander getrennt, dass eine Zuordnung zweifelsfrei begründet werden kann?
- Sind Kategorienschema, Codieranweisungen und Codierbogen aufeinander abgestimmt?
- Wurde die Passfähigkeit von Kategorien, Theorie und Material rückwirkend geprüft?
- Bezieht sich die Interpretation tatsächlich auf die Fachfrage und nur auf das ausgewertete Material?
- Ist die Aussagegrenze ausdrücklich benannt und die Prüfung der Gütekriterien dokumentiert?
Formale Prüfung
- Sind alle verwendeten Quellen in der verlangten Form nachgewiesen?
- Sind beim Thema Quellenangaben richtig zitieren die offiziellen Vorgaben des Arbeitszusammenhangs abgeglichen?
- Wurde geprüft, ob die Zitierweisen im Arbeitszusammenhang tatsächlich verlangt werden, statt eine deutsche Zitierweise oder Harvard-Zitierweise ohne Beleg vorauszusetzen?
- Sind fremde Aussagen und eigene Interpretation sprachlich getrennt?
- Ist beim Literaturverzeichnis erstellen das Verzeichnis auf die tatsächlich verwendeten Quellen begrenzt?
- Ist die Gliederung einer Hausarbeit so angelegt, dass Fachfrage, Methode, Ergebnis und Aussagegrenze auffindbar sind?
Bleibt die direkte Grundlage eines Prüfpunkts unklar, formuliere keine Vermutung. Ermittle stattdessen die zuständige Vorgabe aus den offiziellen Unterlagen, prüfe die konkrete Quelle oder kennzeichne die offene Stelle im Arbeitsprotokoll. So bleibt die Auswertung auf Fachfrage, Quelle, Kriterien, Material, Arbeitsschritt, Ergebnis und Nachvollziehbarkeit begrenzt.
Quellen und Stand
- Inhaltsanalyse | Methodenportal der Uni Leipzig: home.uni-leipzig.de (geprüft am 2026 bis 08 bis 31)
- Inhaltsanalyse, Wikipedia: de.wikipedia.org (geprüft am 2026 bis 08 bis 31)