Mit Informational Interviews berufliche Felder erkunden
Informational Interview als Student führen
Ein Informational Interview hilft dir, Informationen über ein berufliches Feld zu sammeln und deine Interessen sowie Fähigkeiten daran zu spiegeln. Hier strukturierst du Vorbereitung, Gespräch und eigene Auswertung.
Das Gespräch als konkrete Studienaufgabe einordnen
Ein Informational Interview als Student führen bedeutet hier: Du planst ein kurzes Gespräch mit einer Person, die in einem Feld arbeitet, das dich interessiert. Das erreichbare Ergebnis ist eine eigene, nachvollziehbare Sammlung von Informationen zu diesem Feld sowie ein klarerer Blick auf die Verbindung zwischen deinen Interessen, Fähigkeiten und der Arbeitswelt. Das Gespräch dient dem Informationsgewinn und dem Aufbau einer professionellen Verbindung; es ist kein Auftrag, eine Stelle zu erhalten.
Ordne die Aufgabe nicht als abstrakte Begriffsübung ein. Entscheide stattdessen, welches Feld du erkunden willst und welche Informationen dir für deine nächste Überlegung fehlen. Notiere dazu eine konkrete Leitfrage, etwa: Welche Einblicke brauche ich, um meine bisherigen Interessen mit diesem Arbeitsfeld zu vergleichen? Diese Leitfrage begrenzt die Vorbereitung und gibt dem Gespräch einen erkennbaren Zweck.
Nutze das Gespräch, um Informationen zu sammeln, nicht um eine Zusage zu erwarten. Wenn du deine Studienentscheidung parallel sortieren möchtest, können die Begriffe Studium-Tipps und Studiengänge als Arbeitsüberschriften in deinen Notizen auftauchen. Für die Gesprächsaufgabe selbst entscheidest du jedoch zuerst, was du erfahren möchtest, von wem du es erfahren willst und welche eigene Notiz nach dem Gespräch entstehen soll.
Formuliere das Ergebnis vorab schlicht: eine Gesprächsnotiz mit deinen Fragen, den erhaltenen Informationen und den Punkten, die du anschließend weiter prüfen willst. So bleibt die Aufgabe auf den belegten Zweck gerichtet. Ergänze keine Annahme darüber, welche berufliche Folge das Gespräch haben werde. Prüfe nach dem Gespräch lediglich, ob deine Leitfrage anhand deiner Notiz beantwortet, teilweise beantwortet oder offen geblieben ist.

Ausgangspunkt, Gesprächspartner und Material prüfen
Als Ausgangspunkt brauchst du ein Arbeitsfeld, das dich interessiert, und eine Person, die dort tätig ist oder dir passende Personen nennen kann. Die Quelle nennt dafür unter anderem Lehrende, akademische Beratende, Tutorinnen und Tutoren, Personen aus früherer Zusammenarbeit, Freundinnen und Freunde, Familienmitglieder, Vorgesetzte, frühere Mentorinnen und Mentoren, Bekannte, Gastrednerinnen und Gastredner sowie Kontakte aus Karriereveranstaltungen. Beginne mit einer eigenen Liste statt mit einer Vermutung darüber, wer für dich zuständig sei.
- Schreibe das Arbeitsfeld und deine Leitfrage auf.
- Notiere Personen, die du bereits kennst und die interessante Tätigkeiten ausüben oder weitere Kontakte vorschlagen können.
- Halte fest, wie du einen Kontakt gefunden hast oder wer dich empfohlen hat.
- Prüfe, ob du dich, deinen Anlass und deine Bitte um ein Gespräch kurz vorstellen kannst.
- Lege eine leere Gesprächsnotiz für Fragen, Antworten und offene Prüfpunkte bereit.
Ermittle die zuständige Stelle aus offiziellen Unterlagen, falls dein Studium für die Aufgabe eine bestimmte Ansprechperson, ein Formular oder einen Nachweis verlangt. Lies dazu die Unterlagen, die du bereits hast, erneut. Die Wörter Hochschulen und Universitäten, Studiengang wählen und Studienberatung können dabei getrennte Such- oder Notizpunkte sein. Sie beantworten nicht selbst die Frage, welche konkrete Stelle oder Informationsquelle für deine Aufgabe maßgeblich ist.
Wenn du noch kein Gespräch mit einer unbekannten Person führen möchtest, übe zunächst mit einer vertrauten Person. Die Quelle beschreibt dies als Vorbereitungsmöglichkeit, auch wenn diese Person nicht in dem Feld arbeitet, das du später erkunden willst. Notiere nach der Übung nur, welche Formulierung du im nächsten Kontakt klarer machen möchtest. Daraus folgt keine Aussage über ein späteres Gesprächsergebnis.
Auch Universität oder Fachhochschule, Studienorientierungstest und Numerus Clausus dürfen als sichtbare Stichworte in deiner eigenen Themenliste erscheinen. Prüfe aber jeweils anhand deiner konkreten Unterlagen und Informationsquelle, ob diese Stichworte für deine Leitfrage überhaupt relevant sind. Behaupte keine Zuständigkeit allein aus der Bezeichnung eines Angebots.
In einer klaren Reihenfolge zum Gesprächsprotokoll
- Ziel festlegen. Formuliere ein Arbeitsfeld und eine Leitfrage. Zwischenergebnis: ein Satz, der beschreibt, welche Information du sammeln willst und wie sie sich auf deine Interessen oder Fähigkeiten bezieht.
- Voraussetzungen und Unterlagen prüfen. Lies deine Aufgabenbeschreibung, vorhandene Hinweise und eigene Notizen. Ermittle aus offiziellen Unterlagen, ob für deine Aufgabe eine bestimmte Informationsquelle, ein Nachweis oder eine Ansprechperson benannt ist. Zwischenergebnis: eine Liste der Punkte, die vor der Kontaktaufnahme geklärt sind, sowie eine Liste offener Prüfpunkte.
- Informationsquelle bestimmen. Erstelle eine Liste möglicher Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner. Wähle daraus eine Person, die in dem für dich interessanten Feld tätig ist, oder eine Person, die weitere Kontakte vorschlagen kann. Zwischenergebnis: ein Name oder ein klar beschriebener nächster Suchschritt.
- Kontakt vorbereiten. Stelle dich kurz vor und benenne deinen Anlass. Wenn dich jemand empfohlen hat, nenne diese Empfehlung; wenn nicht, erkläre, wie du den Kontakt gefunden hast. Bitte um ein Gespräch und formuliere den gewünschten Zeitrahmen konkret. Zwischenergebnis: eine überprüfte Nachricht, die Zweck, Herkunft des Kontakts und Gesprächsbitte enthält.
- Fragen ordnen. Schreibe Fragen, die direkt zu deiner Leitfrage passen. Richte sie auf Informationen über das Feld, auf die Einordnung deiner Interessen und Fähigkeiten sowie auf Punkte, die du weiter untersuchen willst. Zwischenergebnis: eine kurze Fragenliste mit Platz für Antworten.
- Gespräch führen. Halte den vereinbarten Zweck im Blick: Informationen sammeln und eine professionelle Verbindung aufbauen. Höre zu, frage bei unklaren Punkten nach und notiere Informationen so, dass du sie anschließend deiner Leitfrage zuordnen kannst. Zwischenergebnis: eine Gesprächsnotiz mit erkennbaren Antworten und offenen Punkten.
- Ergebnis und Nachweis kontrollieren. Vergleiche die Notiz mit deiner ursprünglichen Leitfrage. Markiere, was du erfahren hast, was offen blieb und welche Unterlage oder Quelle du als Nächstes prüfen willst. Lege die eigene Gesprächsnotiz als Nachweis ab, wenn deine Aufgabe einen Nachweis verlangt. Zwischenergebnis: eine abgelegte Notiz und eine kurze Liste der nächsten Prüfschritte.
Ein realistisches Beispiel: Du notierst als Ziel, ein Arbeitsfeld besser zu verstehen. Du kontaktierst eine dir bekannte Person aus diesem Feld, erklärst deinen Studienbezug und bittest um ein kurzes Informationsgespräch. Danach vergleichst du deine Notizen mit deinen Fragen und hältst fest, welche Information du noch aus einer Unterlage prüfen willst.
Für deine Ordnung dürfen Immatrikulation und Rückmeldung, Modulhandbuch, Prüfungsordnung und ECTS-System als einzelne Prüfpunkte in einer Liste stehen. Lies jeweils die dazugehörige Unterlage, bevor du daraus eine Voraussetzung für dein Informational Interview ableitest. Die Begriffe ersetzen weder dein Gesprächsziel noch die Prüfung der tatsächlich maßgeblichen Quelle.
Offene Punkte nicht mit Annahmen füllen
Dieses Vorgehen ersetzt keine konkrete Prüfung deiner Aufgabenunterlagen. Die Quelle beschreibt Informationsgespräche als kurze Gespräche mit Personen aus einem interessierenden Arbeitsfeld und benennt ihren Informations- und Beziehungszweck. Sie trägt keine Aussage darüber, ob dein Studium ein Gespräch verlangt, welche Stelle es entgegennimmt, welche Frist gilt oder welche Folge an einen Nachweis geknüpft ist. Ermittle solche Punkte aus offiziellen Unterlagen, bevor du handelst.
Ersetze den Vorgang auch nicht durch eine bloße Definition. Entscheidend ist die Folge deiner eigenen Handlungen: Ziel präzisieren, Kontaktquelle bestimmen, Anfrage vorbereiten, Gespräch führen, Notiz auswerten und offene Punkte prüfen. Wenn keine Person aus deinem ersten Kreis passt, erweitere nur deine Liste mit Personen, die interessante Tätigkeiten ausüben oder weitere Kontakte vorschlagen können. Die Quelle nennt außerdem Alumni-Suchen über LinkedIn oder IlliniLink; prüfe selbst, welche Informationsquelle du tatsächlich nutzen darfst und willst.
Leite aus einer Antwort im Gespräch keine Zusage, Pflicht, Rechtsfolge oder gesicherte berufliche Entscheidung ab. Dokumentiere stattdessen, was die Person gesagt hat, und kennzeichne eigene Schlussfolgerungen als eigene Prüfpunkte. Erstsemester-Tipps, Stipendium im Studium und Studienkredit-Vergleich sind weitere mögliche Stichworte für eine Notizsammlung. Prüfe jeweils, ob sie wirklich zu deiner Leitfrage gehören, statt sie als vorgegebene Voraussetzungen des Gesprächs zu behandeln.
Wenn die Person nicht antwortet oder kein Gespräch zustande kommt, ergänze keine Erklärung über den Grund. Prüfe deine Kontaktliste, deine kurze Vorstellung und den genannten Zweck. Suche anschließend anhand deiner Liste nach einer weiteren Person oder nach einer Person, die Kontakte vorschlagen kann. Damit bleibst du bei einer konkreten Handlung und behauptest keine unbelegte Folge.

Vor dem Abschluss Ziel, Quelle und Notiz abgleichen
Prüfe vor deinem nächsten Schritt den gesamten Vorgang anhand deiner eigenen Unterlagen und Gesprächsnotiz. Der Check dient dazu, offene Punkte sichtbar zu machen. Er ersetzt keine Prüfung einer für deine Aufgabe benannten offiziellen Quelle.
- Ziel: Ist klar formuliert, welches Arbeitsfeld du als Student mit einem Informational Interview erkunden willst?
- Voraussetzungen: Hast du nur Punkte übernommen, die deine vorhandenen Unterlagen ausdrücklich nennen, und offene Punkte als Prüfschritte notiert?
- Unterlagen: Hast du Aufgabenbeschreibung, vorhandene Hinweise und deine Gesprächsnotiz erneut gelesen?
- Zuständige Stelle oder Quelle: Hast du die maßgebliche Stelle oder Informationsquelle aus offiziellen Unterlagen ermittelt, statt sie anzunehmen?
- Handlungsschritte: Enthält deine Planung eine Kontaktliste, eine kurze Vorstellung, eine Gesprächsbitte, Fragen und eine Notizvorlage?
- Ergebnis: Ist in deiner Notiz sichtbar, welche Informationen deine Leitfrage beantworten und welche Punkte offen bleiben?
- Nachweis: Hast du geprüft, ob deine Aufgabe einen Nachweis verlangt, und die eigene Gesprächsnotiz entsprechend abgelegt?
Wiederhole besonders die Prüfung der Unterlagen und der zuständigen Quelle, bevor du eine Aussage als Voraussetzung, Frist oder Folge behandelst. Wenn du keine tragende Angabe findest, schreibe nicht, dass ein bestimmter Ablauf gelte. Notiere stattdessen die konkrete Frage und ermittle die Antwort aus der offiziellen Unterlage oder Informationsquelle.
Schließe mit einem Satz in deiner Notiz: Meine Leitfrage wurde durch diese Informationen beantwortet, teilweise beantwortet oder bleibt offen. Ergänze darunter nur die Prüfschritte, die sich aus deiner Notiz ergeben. So kontrollierst du Ziel, Voraussetzungen, Unterlagen, zuständige Stelle, Handlungsschritte, Ergebnis und Nachweis in einem Zusammenhang.
Quellen und Stand
- Informational interviewing | College of Liberal Arts & Sciences | Illinois: las.illinois.edu (geprüft am 2026-08-24)
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