Geschichtswissenschaft und Teildisziplinen: Ablauf, Tipps, Fehler

Laut LMU München gliedert sich die Geschichtswissenschaft in Epochen-

Lesezeit ca. 7 Min. · zuletzt aktualisiert: 27. Oktober 2026 · Studium-Tipps

Du willst ein historisches Thema sauber einordnen? Hier erfährst du, wie die LMU München das Fach gliedert und wie du daraus einen klaren Arbeitsplan für dein eigenes Vorhaben machst.

Worum es in der Geschichtswissenschaft geht

Wenn du die Geschichtswissenschaft und ihre Teildisziplinen verstehen willst, brauchst du einen klaren Ausgangspunkt. Die LMU München beschreibt das Fach so, dass es sich in Epochen-, Sach- und Regionaldisziplinen gliedert. Diese Bereiche unterscheiden sich danach, ob sie einen bestimmten Zeitraum, einen Untersuchungsbereich oder eine Region in den Blick nehmen. Nach dieser Darstellung folgen sie dabei einem gemeinsamen methodischen Ansatz.

Alle diese Disziplinen arbeiten laut LMU München mit Geschichtsquellen. Als Beispiele nennt die Universität Überlieferungen in gegenständlicher, schriftlicher und medialer Form, seltener auch mündliche. Für deine Planung heißt das: Kläre früh, auf welche Art von Quelle sich deine Frage stützt. Wenn du darüber hinaus allgemein Methoden wissenschaftlicher Arbeiten vergleichen möchtest, sieh dir die gesonderte Übersicht dazu an.

Das Ziel dieser Seite ist praktisch: Du sollst dein eigenes Thema mithilfe der Dreiteilung aus Zeit, Sache und Raum einordnen und deine Arbeit danach gezielter planen. Die Grenzen sind ebenso deutlich. Die Einteilung stammt aus der Beschreibung eines Studienfachs an der LMU München. Sie ist hier nicht als verbindliche Gliederung des Fachs für alle Hochschulen gemeint. Zu Modulen, Leistungspunkten, Fristen oder Berufsaussichten trifft diese Seite keine Aussagen. Kläre solche Punkte ausschließlich anhand der offiziellen Unterlagen deines eigenen Studiengangs.

Die Einordnung ist ein Planungswerkzeug und ersetzt keine eigene Fachlektüre. Ob du gerade eine Hausarbeit schreiben musst oder schon überlegst, wie du später deine Masterarbeit schreiben willst: Nutze die drei Blickrichtungen, um dein Vorhaben in wenigen Sätzen zu beschreiben, bevor du mit der Recherche beginnst.

Fortschrittsbalken für die einzelnen Ablaufstationen zu Geschichtswissenschaft

Ablauf: dein Thema Schritt für Schritt einordnen

Der folgende Ablauf übersetzt die Dreiteilung in konkrete Arbeitsschritte. Arbeite ihn der Reihe nach ab und halte jedes Zwischenergebnis schriftlich fest, damit du später darauf zurückgreifen kannst.

  1. Epoche zuordnen: Bestimme den Zeitraum, in den dein Thema fällt. Übernimm die Bezeichnung der Epoche aus der Literatur deines Kurses und erfinde keine eigene.
  2. Untersuchungsbereich bestimmen: Halte fest, welcher Sachbereich dich an diesem Thema interessiert. Schreibe dazu einen Satz, der beschreibt, was du genau wissen willst.
  3. Region festlegen: Notiere, welchen Raum deine Untersuchung abdeckt. Grenze ihn so genau ein, dass du später prüfen kannst, ob deine Quellen dazu passen.
  4. Art der Geschichtsquelle festhalten: Vermerke, ob du mit einer gegenständlichen, schriftlichen, medialen oder mündlichen Überlieferung arbeitest. Bist du unsicher, markiere den Punkt als offene Frage.
  5. Zuständige Person bestimmen: Ermittle aus den offiziellen Unterlagen deines Studiengangs, wer deine Arbeit betreut oder fachliche Rückfragen beantwortet. Lege dieser Person deine Einordnung vor, sobald ein Punkt unklar bleibt.
  6. Ergebnis dokumentieren: Fasse Epoche, Sachbereich, Region und Quellenart in einem kurzen Absatz zusammen und lege fest, was du als Nächstes tust.

Lies deine Notizen aus dem zweiten bis sechsten Schritt noch einmal zusammen durch. Wenn du daraus eine präzise Leitfrage machen willst, lies nach, wie du eine Forschungsfrage formulieren kannst, die zu deinem Untersuchungsbereich passt.

Beispiel: Du hast im Seminar einen Briefwechsel erhalten und willst ihn untersuchen. Zuerst notierst du den Zeitraum, in dem die Briefe entstanden sind. Danach hältst du den Sachbereich deiner Frage fest und die Region, aus der die Schreibenden stammen. Als Quellenart trägst du schriftliche Überlieferung ein. Offen bleibt, wie eng du die Region fassen sollst. Du schreibst diese Frage auf, schickst deine Zusammenfassung an deine Betreuungsperson und planst als nächsten Schritt die Literatursuche.

Nutze deine Zusammenfassung als Grundlage, wenn du die Gliederung einer Hausarbeit anlegst. Sieh dir anschließend die Bestandteile einer wissenschaftlichen Arbeit an und prüfe, wo deine Einordnung darin Platz findet.

Typische Fehler und wie du sie vermeidest

Die Einteilung der LMU München als einzige Ordnung ausgeben. Die Gliederung in Epochen-, Sach- und Regionaldisziplinen beruht hier auf der Beschreibung der LMU München. Stelle sie in deiner Arbeit nicht als allgemein gültige Einteilung des Fachs dar. Ergänze auch keine weiteren Teilfächer oder Quellenarten, die du nicht selbst belegen kannst. Nenne stattdessen die Herkunft der Einteilung, sobald du sie verwendest.

Annahmen mit Regeln verwechseln. Wenn du vermutest, dass dein Institut eine bestimmte Einteilung oder Zitierweise erwartet, ist das noch keine Regel. Prüfe solche Annahmen anhand der offiziellen Vorgaben deines Studiengangs oder frage deine Betreuungsperson. Das gilt auch für die Frage, ob die deutsche Zitierweise oder die Harvard-Zitierweise von dir verlangt wird.

Leg dich nicht auf eine Variante fest, bevor du die Vorgabe kennst. Nutze einen Vergleich der Zitierweisen erst dann, wenn geklärt ist, was dein Studiengang verlangt.

Nachweise und Rückfragen aufschieben. Halte zu jeder Geschichtsquelle sofort fest, woher sie stammt, und stelle offene Fragen, sobald sie auftauchen. Notiere die Angaben so vollständig, dass du später Quellenangaben richtig zitieren und dein Literaturverzeichnis erstellen kannst, ohne nachträglich suchen zu müssen.

Quellenart und Auswertung vermischen. Trenne in deinen Notizen die Frage, welche Art von Geschichtsquelle du nutzt, von der Frage, wie du sie auswertest. Wenn du überlegst, ob Ansätze aus dem Bereich qualitative und quantitative Forschung für dein Vorhaben passen, halte das als eigenen Punkt fest und besprich ihn mit deiner Betreuungsperson.

Fremde Formulierungen ungekennzeichnet übernehmen. Wenn du die Beschreibung der LMU München oder andere Fachtexte aufgreifst, formuliere die Inhalte selbst und gib die Herkunft an. Prüfe dabei genau, wie du ein Plagiat vermeiden kannst.

Geschichtswissenschaft und ihre Teildisziplinen mit einer themenspezifischen Checkliste

Checkliste und Tipps für deinen nächsten Schritt

Geh die folgenden Punkte durch, bevor du mit dem Schreiben beginnst. Notiere zu jedem Punkt eine Antwort in einem Satz.

  • Hast du die Epoche deines Themas benannt und die Bezeichnung aus deiner Kursliteratur übernommen?
  • Hast du den Sachbereich deiner Frage in einem Satz beschrieben?
  • Ist die Region deiner Untersuchung klar abgegrenzt?
  • Hast du die Art der verwendeten Geschichtsquelle festgehalten: gegenständlich, schriftlich, medial oder mündlich?
  • Gibst du die Herkunft der Einteilung an, wenn du dich auf die LMU München beziehst?
  • Weißt du, welche offiziellen Unterlagen deines Studiengangs oder welche zuständige Person deine offenen Fragen klärt?
  • Sind alle Vermutungen als offene Fragen markiert und nicht als Regeln notiert?
  • Hast du deinen persönlichen nächsten Schritt mit einem Datum in deinen Plan eingetragen?

Ein Tipp zum Abschluss: Formuliere deine Einordnung als kurzen Absatz, den du deiner Betreuungsperson vorlegen kannst. Nutze diesen Absatz zugleich, um wissenschaftliches Schreiben zu üben, also knapp, präzise und mit Angabe der Herkunft.

Prüfe am Ende, ob jede Angabe zu Zeit, Sache, Raum und Quelle tatsächlich zu deiner Frage führt. Baue darauf Schritt für Schritt eine wissenschaftliche Argumentation auf, die diese vier Punkte zusammenführt.

Dein persönlicher nächster Schritt kann eine Rückfrage, eine Literatursuche oder die erste Quellenauswertung sein. Entscheide dich für einen davon, erledige ihn und hake ihn danach in deiner Liste ab.

So zitieren Sie diese Seite

Stand: 27. Oktober 2026

korrektur.de. (2026, 27. Oktober). Geschichtswissenschaft und ihre Teildisziplinen verstehen. korrektur.de. https://korrektur.de/geschichtswissenschaft

Quellen und Stand

Du möchtest deinen Text vor der Abgabe sprachlich prüfen lassen?

Datei hochladen

Fragen und Antworten zum Thema Geschichtswissenschaft und ihre Teildisziplinen

In welche Teildisziplinen gliedert sich die Geschichtswissenschaft?

Die LMU München beschreibt in ihrer Darstellung des Studienfachs Geschichte eine Gliederung in Epochen-, Sach- und Regionaldisziplinen. Diese Einteilung stammt von der LMU München und ist hier nicht als verbindliche Gliederung für alle Hochschulen gemeint.

Worin unterscheiden sich Epochen-, Sach- und Regionaldisziplinen?

Laut der Beschreibung der LMU München unterscheiden sie sich nach Zeitraum, Untersuchungsbereich oder Region. Nach dieser Darstellung folgen sie einem gemeinsamen methodischen Ansatz.

Mit welchen Quellen arbeitet die Geschichtswissenschaft?

Die LMU München nennt Geschichtsquellen als Grundlage, etwa Überlieferungen in gegenständlicher, schriftlicher und medialer Form sowie seltener mündliche. Diese Aufzählung stammt aus der Fachbeschreibung der LMU München und ist dort als Beispiel formuliert.

Wie ordne ich mein eigenes Thema ein?

Bestimme die Epoche deines Themas, den Sachbereich deiner Frage, die Region der Untersuchung und die Art der Geschichtsquelle. Fasse diese vier Punkte in einem kurzen Absatz zusammen und lege ihn bei offenen Fragen deiner Betreuungsperson vor.

Gilt die Einteilung der LMU München auch an meiner Hochschule?

Das belegt diese Seite nicht. Die Gliederung beschreibt das Fach aus Sicht der LMU München. Ermittle aus den offiziellen Unterlagen deines Studiengangs, welche Einteilung und welche Vorgaben für dich gelten.

Wen frage ich, wenn meine Einordnung unklar bleibt?

Ermittle aus den offiziellen Unterlagen deines Studiengangs, wer deine Arbeit betreut oder fachliche Fragen beantwortet. Schick dieser Person deine Zusammenfassung mit der konkreten offenen Frage.

Unsere Partner