Die Galeriemethode zur Ideenfindung verstehen und anwenden

Im Smart-City-Leitfaden der ZHAW skizzieren die Teilnehmenden

Lesezeit ca. 7 Min. · zuletzt aktualisiert: 26. Oktober 2026 · Studium-Tipps

Die Galeriemethode verbindet Einzelarbeit und Gruppengespräch. Hier erfährst du, wie der Smart-City-Leitfaden der ZHAW sie beschreibt, wo ihre Grenzen liegen und wie du eine Sitzung sauber vorbereitest und dokumentierst.

Worum es bei der Galeriemethode zur Ideenfindung geht

Die Galeriemethode zur Ideenfindung wird im Smart-City-Leitfaden der ZHAW als Werkzeug zur Ideengenerierung vorgestellt. Der dort beschriebene Ablauf beginnt mit Einzelarbeit: Die Teilnehmenden skizzieren ihre Lösungsideen zunächst für sich allein. Danach werden die Skizzen ausgestellt und in der Gruppe besprochen. Es folgt eine zweite Runde, in der die Teilnehmenden ihre Ideen wieder einzeln weiterentwickeln. Erst am Schluss wählt die Gruppe gemeinsam eine Lösung aus.

Wichtig ist der Zusammenhang, aus dem diese Beschreibung stammt. Der Leitfaden gehört zur Smart-City-Planung der ZHAW. Er ist damit keine allgemeine Vorgabe für Seminare, Lehrveranstaltungen oder Hochschulen. Wenn du die Methode verstehen willst, lies den Ablauf deshalb als ein dokumentiertes Beispiel und nicht als festes Regelwerk für dein Studium.

Das Ziel der Methode ist laut Leitfaden die Ideengenerierung. Als besonders geeignet nennt er Gestaltungsprobleme sowie gemischte Teams, in denen Laien und Fachleute zusammenarbeiten. Ob deine eigene Aufgabe zu diesem Einsatzbereich passt, prüfst du am besten, bevor du eine Sitzung planst.

Auch die Grenzen benennt der Leitfaden offen. Er führt einen hohen Zeitbedarf als Nachteil an. Außerdem setzt die Methode Teilnehmende voraus, die gut kommunizieren und gestalterisch arbeiten können. Konkrete Angaben zu Dauer oder Gruppengröße findest du hier nicht. Lege solche Punkte gemeinsam mit deiner Gruppenleitung fest, statt sie von anderswo zu übernehmen.

Die Entscheidung, die vor dir liegt, ist also zweiteilig: Passt die Methode zu deiner Aufgabe, und habt ihr die nötige Zeit und die passenden Voraussetzungen? Wenn du später eine Hausarbeit schreiben möchtest, trenne die Ideensuche klar von der eigentlichen Arbeit. Schau dir die Bestandteile einer wissenschaftlichen Arbeit an, bevor du eine Idee aus der Gruppe als Thema übernimmst.

Fortschrittsbalken für die einzelnen Ablaufstationen zu Galeriemethode zur Ideenfindung

Schritt für Schritt: So kannst du die Methode anwenden

Der folgende Ablauf orientiert sich an den fünf Phasen aus dem ZHAW-Leitfaden. Nutze ihn als Gerüst, wenn du die Methode anwenden möchtest, und kläre vorab, ob in deinem Kurs ein anderer Ablauf vorgesehen ist.

  1. Problem umreißen: Die Gruppenleitung stellt das Problem dar. Bestimme vorher, wer diese Rolle übernimmt, und halte die Problemskizze schriftlich fest, damit alle vom selben Stand ausgehen.
  2. Einzeln skizzieren: Die Teilnehmenden skizzieren ihre Lösungsideen allein. Sammle die Blätter so, dass später erkennbar bleibt, von wem welche Skizze stammt.
  3. Ausstellen und besprechen: Die Skizzen werden ausgestellt und in der Gruppe besprochen. Notiere Fragen, Einwände und Anregungen direkt mit.
  4. Erneut einzeln ausarbeiten: In einer zweiten Runde entwickeln die Teilnehmenden ihre Ideen wieder einzeln weiter. Haltet fest, welche Anregungen aus der Besprechung dabei einfließen.
  5. Gemeinsam auswählen: Die Gruppe wählt zusammen eine Lösung aus. Vereinbart vorher, auf welchem Weg ihr entscheidet.

Kläre außerdem, wer für Rückfragen zuständig ist. Ermittle die zuständige Person aus deinen offiziellen Kursunterlagen oder frag direkt bei der Lehrperson nach, die die Aufgabe gestellt hat. Kläre mit ihr, ob die Methode in eurer Veranstaltung genutzt werden soll und wie das Ergebnis abzugeben ist.

Dokumentiere das Ergebnis, sobald die Auswahl steht. Fotografiere die Skizzen, sichere die Notizen und schreib die gewählte Lösung in wenigen Sätzen auf. Lege danach einen konkreten nächsten Schritt fest, etwa wer die Lösung ausformuliert. Soll aus der Idee ein Thema werden, kannst du im nächsten Schritt eine Forschungsfrage formulieren und sie mit deiner Betreuung abstimmen.

Beispiel: Eine Projektgruppe soll Vorschläge für die Gestaltung eines Lernraums entwickeln. Die Gruppenleitung beschreibt das Problem kurz. Die Teilnehmenden skizzieren zuerst allein, hängen ihre Blätter auf und besprechen sie. In der zweiten Runde überarbeitet eine Teilnehmerin ihre Skizze mit einer Anregung aus dem Gespräch. Am Ende einigt sich die Gruppe auf eine Lösung, fotografiert alle Blätter und legt fest, wer den Vorschlag ausarbeitet.

Die Ideenfindung ersetzt keine Untersuchung. Vergleiche die Galeriemethode deshalb mit den Methoden wissenschaftlicher Arbeiten, die in deinem Fach für die eigentliche Studie vorgesehen sind, und lies zur Einordnung nach, wie sich qualitative und quantitative Forschung unterscheiden.

Planst du, Ergebnisse aus solchen Sitzungen in einer Abschlussarbeit zu nutzen, sprich das früh an. Wenn du deine Masterarbeit schreiben willst und dabei Material aus der Gruppe verwendest, kläre mit deiner Betreuung, ob und wie du es angibst.

Typische Fehler bei der Galeriemethode

Den Zeitbedarf verschweigen: Der Leitfaden nennt den hohen Zeitbedarf ausdrücklich als Nachteil. Sprich ihn bei der Planung offen an und lege mit der Gruppenleitung fest, wie viel Zeit ihr euch nehmt. Nenne keine Dauer, die ihr nicht selbst vereinbart habt.

Den Ablauf verallgemeinern: Gib die fünf Phasen des ZHAW-Leitfadens nicht als verbindlichen Ablauf für alle Varianten der Galeriemethode aus. Die Beschreibung stammt aus der Smart-City-Planung. Ob dein Seminar sie übernimmt, abwandelt oder anders vorgeht, klärst du mit der Lehrperson.

Die Voraussetzungen übergehen: Laut Leitfaden setzt die Methode Teilnehmende voraus, die sich gut verständigen und gestalten können. Sprich es vorab an, wenn du daran in deiner Gruppe Zweifel hast, und überlegt gemeinsam, ob die Methode für euch passt.

Annahmen mit Regeln verwechseln: Ob Skizzen anonym bleiben, ob abgestimmt wird oder wer zuerst spricht, sind Fragen, die ihr selbst klärt. Prüfe solche Annahmen, bevor du sie als feste Regel an andere weitergibst. Auch wenn du später eine wissenschaftliche Argumentation aufbaust, hältst du gesicherte Aussagen sauber getrennt von deinen eigenen Vermutungen.

Nachweise und Rückfragen aufschieben: Sichere Skizzen und Notizen direkt nach der Sitzung und stelle offene Fragen an die Gruppenleitung, solange die Beteiligten erreichbar sind. Wer Ideen anderer später übernimmt und ein Plagiat vermeiden will, kennzeichnet sie nachvollziehbar. Lies außerdem nach, wie du Quellenangaben richtig zitieren kannst, wenn du den Leitfaden selbst nennst.

Galeriemethode zur Ideenfindung mit einer themenspezifischen Checkliste

Checkliste für den Abschluss deiner Sitzung

Geh diese Punkte durch, bevor du die Sitzung abschließt und die Ergebnisse weitergibst:

  • Die Problemskizze der Gruppenleitung liegt schriftlich vor.
  • Die Einzelskizzen aller Teilnehmenden sind gesammelt und eindeutig zugeordnet, auch die überarbeiteten Fassungen aus der zweiten Runde.
  • Die Notizen aus der Besprechungsphase sind gesichert, einschließlich offener Fragen.
  • Die gemeinsam ausgewählte Lösung ist in eigenen Worten festgehalten.
  • Du weißt, auf welche Quelle sich euer Ablauf stützt, zum Beispiel den Smart-City-Leitfaden der ZHAW, und welche Stelle in deinem Kurs für Rückfragen zuständig ist.
  • Dein persönlicher nächster Schritt steht fest, mit einer klaren Aufgabe und einer Person, die ihn übernimmt.

Soll die gewählte Lösung in eine schriftliche Arbeit einfließen, ordne sie zuerst in deine Struktur ein. Prüfe dafür die Gliederung einer Hausarbeit und lies zum Stil die Hinweise zum Thema wissenschaftliches Schreiben.

Nennst du den Leitfaden als Quelle, gib ihn vollständig an. Wenn du ein Literaturverzeichnis erstellen musst, richte dich nach den Vorgaben deines Fachs. Welche der Zitierweisen für dich gilt, prüfst du in deinen Kursunterlagen.

Kläre die Zitiervorgabe, bevor du mit dem Schreiben beginnst. Lässt dir deine Lehrperson die Wahl, vergleiche die deutsche Zitierweise mit der Harvard-Zitierweise und bleib dann in der ganzen Arbeit bei einem Stil.

So zitieren Sie diese Seite

Stand: 26. Oktober 2026

korrektur.de. (2026, 26. Oktober). Galeriemethode zur Ideenfindung: Ablauf und Grenzen. korrektur.de. https://korrektur.de/galeriemethode

Quellen und Stand

Du möchtest deinen Text vor der Abgabe sprachlich prüfen lassen?

Datei hochladen

Fragen und Antworten zum Thema Galeriemethode zur Ideenfindung

Wie beschreibt der ZHAW-Leitfaden die Galerie-Methode?

Der Smart-City-Leitfaden der ZHAW stellt sie als Werkzeug zur Ideengenerierung in fünf Phasen vor: Die Gruppenleitung stellt das Problem dar, die Teilnehmenden skizzieren einzeln, die Skizzen werden ausgestellt und besprochen, danach folgt eine zweite Einzelrunde und zum Schluss eine gemeinsame Auswahl.

Für welche Aufgaben eignet sich die Methode laut Leitfaden?

Der Smart-City-Leitfaden der ZHAW nennt besonders Gestaltungsprobleme und gemischte Teams aus Laien und Fachleuten. Ob deine Aufgabe dazu passt, prüfst du selbst und stimmst es mit deiner Gruppenleitung ab.

Welche Nachteile nennt der ZHAW-Leitfaden?

Der Leitfaden nennt einen hohen Zeitbedarf. Außerdem setzt die Methode Teilnehmende voraus, die gut kommunizieren und gestalterisch arbeiten können.

Muss mein Seminar die fünf Phasen genau so übernehmen?

Die fünf Phasen stammen aus dem Smart-City-Leitfaden der ZHAW zur Smart-City-Planung und sind keine Vorgabe für Seminare oder Hochschulen. Wie deine Veranstaltung vorgeht, klärst du mit der zuständigen Lehrperson anhand deiner offiziellen Kursunterlagen.

Was sollte ich nach der Sitzung festhalten?

Sichere die Problemskizze der Gruppenleitung, die Einzelskizzen der Teilnehmenden, die Notizen aus der Besprechung und die gemeinsam ausgewählte Lösung. Lege außerdem deinen nächsten Schritt fest und kläre, wer für Rückfragen zuständig ist.

Unsere Partner