Formelsatz in wissenschaftlichen Arbeiten: so gehst du vor
DIN 1338 regelt die Schreibweise und den Satz mathematischer
Formeln wirken erst dann klar, wenn sie einheitlich geschrieben und gesetzt sind. Hier erfährst du, welche Norm den Rahmen bildet, wo du die für dich geltende Vorgabe findest und wie du deine Formeln prüfst.
Worum es beim Formelsatz geht
Beim Formelsatz geht es darum, wie Formeln in deinem Text geschrieben und gesetzt sind. Als Bezugspunkt dient eine Norm: DIN 1338 trägt den Titel Formelschreibweise und Formelsatz. Sie befasst sich mit Schreibweise und Satz von Formeln aus Mathematik, Physik und Chemie, und zwar für den Bereich Wissenschaft und Technik. Den vollständigen Normtext vertreibt DIN Media.
Das Ziel dieser Übersicht ist klar umrissen: Du sollst wissen, welche Norm den Rahmen bildet, wo du die Vorgabe für deine eigene Arbeit findest und wie du deine Formeln Schritt für Schritt prüfst. Ob du gerade eine Hausarbeit schreiben musst oder bald eine Masterarbeit schreiben willst, die Entscheidung bleibt dieselbe: Nach welcher Vorgabe richtest du deine Formeln aus, und wie hältst du sie im ganzen Dokument einheitlich?
Ebenso klar sind die Grenzen. Diese Übersicht nennt keine Einzelregeln aus der DIN 1338, denn welche Regeln die Norm im Detail enthält, lässt sich nur mit dem Normtext selbst belegen. Genauso wenig findest du hier Zahlen, Fristen oder Pflichten deines Fachbereichs. Was an deiner Hochschule gilt, prüfst du in den offiziellen Unterlagen deines Fachbereichs nach.
Formeln stehen nicht für sich allein, sondern sind Teil deines Textes. Wenn du wissenschaftliches Schreiben insgesamt sauber angehen willst, gehört der Formelsatz deshalb neben Sprache, Belegen und Aufbau dazu. Geh beim Planen auch die Bestandteile einer wissenschaftlichen Arbeit durch und notiere, in welchen Teilen deiner Arbeit Formeln auftauchen werden.

Schritt für Schritt vorgehen
Ein fester Ablauf hilft dir, Norm, Vorgabe und eigene Formeln sauber auseinanderzuhalten. So gehst du vor:
- Bezugsnorm festhalten: Notiere DIN 1338 als Bezugsnorm für Formelschreibweise und Formelsatz. Brauchst du eine konkrete Regel daraus, schau in den Normtext, den DIN Media vertreibt, statt sie aus dem Gedächtnis oder aus Foren zu übernehmen.
- Vorgabe beschaffen: Besorg dir die schriftliche Vorgabe deines Fachbereichs zur Gestaltung von Arbeiten. Such darin gezielt nach Aussagen zu Formeln, Formelzeichen und Nummerierung. Findest du dort nichts dazu, halte auch das schriftlich fest.
- Formeln prüfen: Geh deine Formeln einzeln durch und vergleiche sie mit der Vorgabe deines Fachbereichs und, sofern du ihn eingesehen hast, mit dem Normtext. Achte darauf, dass du Zeichen und Schreibweisen im ganzen Dokument gleich behandelst.
- Zuständige Stelle bestimmen: Ermittle aus den offiziellen Unterlagen deines Fachbereichs, wer Fragen zu Formvorgaben beantwortet. Ist dir eine Betreuungsperson zugeordnet, frag dort nach, wenn Norm und Vorgabe für dich nicht eindeutig zusammenpassen.
- Ergebnis dokumentieren: Schreib auf, welche Vorgabe du anwendest, welche Fragen offen waren und welche Antworten du bekommen hast. Leg danach deinen nächsten Schritt fest, zum Beispiel die Überarbeitung einzelner Kapitel.
Den Formelsatz planst du am besten zusammen mit dem Aufbau deiner Arbeit. Wenn du die Gliederung einer Hausarbeit festlegst, markierst du gleich die Kapitel, in denen Formeln stehen. Und während du deine Forschungsfrage formulieren willst, prüf kurz, ob die Antwort darauf Formeln oder Herleitungen verlangt.
Ein Beispiel: Lena schreibt eine Arbeit im Fach Physik mit mehreren hergeleiteten Gleichungen. Lena notiert DIN 1338 als Bezugsnorm und holt sich die Formvorgabe ihres Fachbereichs. Darin findet sie Angaben zur Textgestaltung, aber keine zur Nummerierung von Formeln. Deshalb schreibt Lena ihrem Betreuer eine kurze Mail mit genau dieser Frage. Die Antwort legt sie zu ihren Unterlagen, vermerkt die gewählte Nummerierung in ihrer Notiz und setzt als nächsten Schritt die Überarbeitung ihres Methodenkapitels auf den Plan.
Fehler, die du vermeiden solltest
Beim Formelsatz entstehen Fehler vor allem dort, wo Quellen, Vorgaben und Vermutungen durcheinandergeraten. Diese Punkte solltest du im Blick behalten:
- Hochschulvorgabe als Norm ausgeben: Die Formvorgabe einer einzelnen Hochschule ist keine DIN-Norm. Eine Regel aus einem anderen Fachbereich oder von einer anderen Hochschule überträgst du deshalb nicht ungeprüft auf deine Arbeit.
- Normregeln ohne Normtext behaupten: Schreib nicht, die DIN 1338 verlange eine bestimmte Einzelregel, wenn du die Stelle nicht im Normtext gesehen hast. Willst du dich auf die Norm berufen, prüf die konkrete Stelle vorher nach.
- Annahmen mit Regeln verwechseln: Ein Satz wie „Das macht man so“ aus einer Lerngruppe ist keine Vorgabe. Schreib solche Annahmen als offene Fragen auf und kläre sie mit der Vorgabe deines Fachbereichs oder mit der zuständigen Person.
- Nachweise und Rückfragen aufschieben: Stell offene Fragen zum Formelsatz, sobald sie auftauchen, und leg die Antworten direkt zu deinen Unterlagen. Notiere dazu jeweils, auf welcher Grundlage du entschieden hast.
Achte außerdem darauf, dass deine Formeln deine Aussagen tatsächlich stützen. Für eine nachvollziehbare wissenschaftliche Argumentation prüfst du beim Überarbeiten, ob du deine Formeln im Text einführst und ihre Zeichen erklärst.
Prüf zudem, ob deine Formeln zu dem Vorgehen passen, das du beschreibst. Hilfreiche Hintergründe dazu liefern die Beiträge über Methoden wissenschaftlicher Arbeiten und über qualitative und quantitative Forschung.
Übernimmst du eine Formel oder Herleitung aus der Literatur, belege ihre Herkunft genau. Wie du Quellenangaben richtig zitieren kannst und wie du ein Plagiat vermeiden kannst, liest du in den passenden Leitfäden nach.

Checkliste für deinen Formelsatz
Bevor du deine Arbeit abgibst, geh diese Punkte der Reihe nach durch und hake sie einzeln ab:
- Geltende Vorgabe des Fachbereichs: Liegt dir die aktuelle Vorgabe vor, und hast du die Stellen zu Formeln markiert?
- Schriftschnitt der Formelzeichen: Sind deine Formelzeichen im ganzen Dokument einheitlich gesetzt, und hast du sie mit der Vorgabe und, falls eingesehen, mit dem Normtext abgeglichen?
- Nummerierung der Formeln: Hast du ein Nummerierungssystem festgelegt und es von der ersten bis zur letzten Formel durchgehalten?
- Bezüge im Fließtext: Stimmen deine Verweise im Text mit den Nummern der Formeln überein, auch nach dem letzten Umstellen von Kapiteln?
- Zuständige Quelle oder Stelle: Hast du notiert, wo du den Normtext beziehst, wo die Vorgabe deines Fachbereichs steht und wer deine Fragen dazu beantwortet?
- Persönlicher nächster Schritt: Steht fest, was du als Nächstes erledigst und bis wann du es erledigen willst?
Prüf zum Schluss auch die Belege rund um deine Formeln. Wenn du dein Literaturverzeichnis erstellen willst, nimm die Quellen für übernommene Formeln und Herleitungen mit auf. Darfst du zwischen verschiedenen Zitierweisen wählen, entscheide dich vor dem Schreiben und bleib dabei.
Halte auch die Zitierform durchgehend gleich. Ob deine Arbeit die deutsche Zitierweise oder die Harvard-Zitierweise verwendet, entnimmst du der Vorgabe deines Fachbereichs oder klärst es mit der zuständigen Person.
Dein nächster Schritt: Öffne deine Arbeit, lies alle Formeln einmal hintereinander durch und notiere sofort jede Unsicherheit als Frage an die zuständige Stelle.
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Stand: 26. Oktober 2026korrektur.de. (2026, 26. Oktober). Formelsatz in wissenschaftlichen Arbeiten richtig angehen. korrektur.de. https://korrektur.de/formelsatz
„Formelsatz in wissenschaftlichen Arbeiten richtig angehen.“ korrektur.de, 26. Okt. 2026, korrektur.de/formelsatz. Zugriff 26. Okt. 2026.
korrektur.de (2026) Formelsatz in wissenschaftlichen Arbeiten richtig angehen. Verfügbar unter: https://korrektur.de/formelsatz (Zugriff: 26. Oktober 2026).
korrektur.de. „Formelsatz in wissenschaftlichen Arbeiten richtig angehen.“ Zuletzt geändert 26. Oktober 2026. https://korrektur.de/formelsatz.
korrektur.de. Formelsatz in wissenschaftlichen Arbeiten richtig angehen [online]. 2026 [Zugriff am 26.10.2026]. Verfügbar unter: https://korrektur.de/formelsatz
Quellen und Stand
- Offizielle Quelle: www.dinmedia.de (geprüft am 2026-10-26)