Duale Ausbildung oder duales Studium: Unterschiede
Duale Ausbildung oder duales Studium: die Unterschiede im Überblick
Die duale Ausbildung findet an zwei Lernorten statt: im Betrieb und in der Berufsschule. Im dualen Studium werden Hochschulstudium und praktische Phasen oder Berufsausbildung im Unternehmen verbunden. Der Vergleich zeigt die Unterschiede und die Modelle des dualen Studiums.
Duale Ausbildung und duales Studium
Duales oder normales Studium ist die nächste Entscheidung, wenn ein Hochschulabschluss gewünscht ist. Die duale Ausbildung findet nur im Betrieb und in der Berufsschule statt. Ein duales Studium verbindet dagegen ein Studium an einer Hochschule oder Berufsakademie mit einer Praxisphase oder einer Berufsausbildung in einem Unternehmen. Nach Darstellung der Bundesagentur für Arbeit steht dieser Weg einer Berufsausbildung näher als einem gewöhnlichen Hochschulstudium.
Für die Auswahl hilft eine klare Trennung der Wege. Wer einen Hochschulabschluss anstrebt, kann die Studienangebote und ihre Praxisanteile vergleichen. Wer eine betriebliche Ausbildung erwägt, kann die Lernorte, die Dauer und die Anforderungen des konkreten Betriebs prüfen. Vergleichen Sie dabei nur Angaben des jeweiligen Anbieters mit den Informationen der Bundesagentur für Arbeit und von AusbildungPlus.
Die Kombination von Studium und Unternehmensphase beschreibt noch nicht, welches Modell ein bestimmter Anbieter führt. Ermitteln Sie daher in den Unterlagen des gewünschten Anbieters, ob ein ausbildungsintegrierendes, praxisintegrierendes oder berufsintegrierendes Angebot vorliegt. So bleibt die Entscheidung an den veröffentlichten Angaben orientiert.

Modelle des dualen Studiums
Ausbildungsintegriertes oder praxisintegriertes Studium beschreibt unterschiedliche Verbindungen von Studium und Praxis. Beim ausbildungsintegrierenden Modell läuft neben dem Studium eine Berufsausbildung. Nach bestandener Prüfung stehen ein Studienabschluss und ein anerkannter Ausbildungsabschluss. Beim praxisintegrierenden Modell beziehen sich Lehrveranstaltungen und praktische Phasen im Unternehmen inhaltlich aufeinander; es endet mit einem Studienabschluss und umfassender Praxiserfahrung. Berufsintegrierende Angebote beziehen die ausgeübte Berufstätigkeit in eine akademische Weiterqualifizierung ein.
| Modell | Merkmal | Abschluss |
|---|---|---|
| ausbildungsintegrierend | Berufsausbildung neben dem Studium; Ausbildungsteile können als Studienleistungen angerechnet sein. | Studienabschluss und anerkannter Ausbildungsabschluss |
| praxisintegrierend | Lehrveranstaltungen und Unternehmensphasen haben einen inhaltlichen Zusammenhang. | Studienabschluss mit Praxiserfahrung |
| berufsintegrierend | Die ausgeübte Berufstätigkeit wird in die akademische Weiterqualifizierung einbezogen. | In den vorliegenden Angaben nicht näher benannt |
Das Bundesinstitut für Berufsbildung beschreibt für das ausbildungsintegrierende Format eine systematisch angelegte Berufsausbildung im Studiengang. Hochschule und Unternehmen sind dabei strukturell verbunden; Teile der Ausbildung werden als Studienleistungen berücksichtigt. Für das praxisintegrierende Format nennt das Institut Praxisanteile, die über reguläre Pflichtpraktika hinausgehen und ebenfalls strukturell verzahnt sind. Es nennt außerdem Mischformen. Prüfen Sie beim einzelnen Anbieter, welches Modell und welche Ausgestaltung tatsächlich angeboten werden.
Lernorte und Dauer der Ausbildung
Berufsakademie oder duale Hochschule: Prüfen Sie die Angaben des gewünschten Anbieters. Die betriebliche Ausbildung hat zwei Lernorte: den Betrieb und die Berufsschule. Daher trägt sie die Bezeichnung dual. Diese Aussage betrifft die betriebliche Ausbildung; sie beschreibt nicht automatisch den Aufbau eines dualen Studiengangs.
Die Bundesagentur für Arbeit gibt für die betriebliche Ausbildung eine Dauer von zwei bis dreieinhalb Jahren an. Abhängig vom bisherigen Schulabschluss kann sie kürzer oder länger ausfallen. In BERUFENET lassen sich die dualen Berufe mit der üblichen Dauer nachsehen. Nutzen Sie diese Angabe für den gewünschten Beruf und vergleichen Sie sie nicht pauschal mit einem dualen Studium.
Rechtlich ist für die betriebliche Ausbildung kein bestimmter Schulabschluss festgelegt. Die Betriebe bestimmen selbst, welchen Abschluss Bewerberinnen und Bewerber mitbringen sollen. Nach den Angaben der Bundesagentur für Arbeit wird in den meisten Fällen mindestens ein Hauptschulabschluss verlangt. Lesen Sie deshalb die Unterlagen des Betriebs und klären Sie offene Anforderungen anhand der dort veröffentlichten Informationen.
Erfasste Angebote und Recherche
Duale Hochschule oder Fachhochschule: Prüfen Sie die Angaben des gewünschten Anbieters. Die Auswertung der BIBB-Datenbank AusbildungPlus mit Stichtag 28. Februar 2024 erfasste 1.824 duale Studiengänge. Gegenüber 2022 entspricht das einem Plus von rund 4 Prozent. Die Zahl bezieht sich auf erfasste Studienangebote und nicht auf eingeschriebene Studierende.
Das Fachportal AusbildungPlus stellt eine Suche nach dualen Studiengängen und Zusatzqualifikationen bereit. Außerdem bietet es Downloads mit Zahlen und Auswertungen zum dualen Studium, darunter die Publikationsreihe AusbildungPlus in Zahlen. Verwenden Sie die Suche, um Angebote zu finden, und lesen Sie die Angaben jedes Anbieters einzeln. Die Statistik ersetzt keine Prüfung, ob ein konkreter Studiengang aktuell zu Ihren Zielen passt.
Halten Sie bei der Recherche Modell, Anbieter und die veröffentlichten Praxisanteile getrennt fest. So können Sie die Datenbankangaben mit den Unterlagen des jeweiligen Angebots abgleichen, ohne aus der Gesamtzahl auf ein bestimmtes Angebot zu schließen.
Punkte für die Auswahl
Bewerbung für ein duales Studium beginnt mit der Prüfung der Unterlagen des Betriebs oder Praxispartners. Für die Auswahl sind der Umfang der Praxisanteile, die Zahl der Abschlüsse am Ende und die Frage wichtig, ob ein Hochschulabschluss gewünscht ist oder eine klassische Berufsausbildung genügt. Welche Form verfügbar ist, richtet sich nach dem jeweiligen Anbieter. Prüfen Sie deshalb dessen Beschreibung des Studiengangs und der Unternehmensphasen.
Motivationsschreiben für ein duales Studium können Sie erst an den veröffentlichten Anforderungen des gewünschten Angebots ausrichten. Vergleichen Sie beim ausbildungsintegrierenden Modell den zusätzlichen anerkannten Ausbildungsabschluss mit dem praxisintegrierenden Modell, das mit einem Studienabschluss und Praxiserfahrung endet. Bei berufsintegrierenden Angeboten prüfen Sie, ob die ausgeübte Berufstätigkeit in die akademische Weiterqualifizierung einbezogen wird.
Notieren Sie die Angaben jedes Anbieters getrennt. Klären Sie offene Punkte anhand offizieller Unterlagen des Anbieters oder bei dessen Studienberatung. Damit stützen Sie die Wahl auf das konkrete Angebot statt auf eine Aussage über alle Hochschulen oder Unternehmen.

In drei Schritten vergleichen
Klären Sie zuerst Ihre eigenen Ziele: Ist ein Hochschulabschluss gewünscht, oder reicht eine klassische Berufsausbildung? Halten Sie diese Entscheidung fest und unterscheiden Sie anschließend zwischen betrieblicher Ausbildung und dualem Studium. Für die betriebliche Ausbildung nennt die Bundesagentur für Arbeit Betrieb und Berufsschule als Lernorte. Beim dualen Studium prüfen Sie die Verbindung von Hochschule oder Berufsakademie mit der Praxis im Unternehmen.
Vergleichen Sie danach passende Modelle und Anbieter in der Datenbank AusbildungPlus. Die Suche umfasst duale Studiengänge und Zusatzqualifikationen. Prüfen Sie bei jedem gefundenen Angebot, ob es ausbildungsintegrierend, praxisintegrierend oder berufsintegrierend beschrieben wird. Vergleichen Sie außerdem die Angaben zu Praxisanteilen und Abschlüssen. Das BIBB erfasste zum Stichtag 28. Februar 2024 insgesamt 1.824 duale Studiengänge; diese Zahl beschreibt Angebote, nicht Einschreibungen.
Bereiten Sie zuletzt Bewerbungsunterlagen für Betrieb oder Praxispartner vor. Entnehmen Sie die benötigten Dokumente den offiziellen Unterlagen des konkreten Angebots und prüfen Sie sie vor dem Versand. Ziehen Sie zum Schluss erneut den Vergleich zwischen dualem und normalem Studium heran. Entscheidend sind der gewünschte Hochschulabschluss, die Praxisanteile und die beim Anbieter ausgewiesene Form des Angebots.
Quellen und Stand
- Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Duales Studium (meinBERUF): www.arbeitsagentur.de (geprüft am 2026-09-16)
- Quelle: Bundesinstitut für Berufsbildung, AusbildungPlus: Rund um das Thema Duales Studium: www.bibb.de (geprüft am 2026-09-16)
- Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Ausbildungswege (meinBERUF): www.arbeitsagentur.de (geprüft am 2026-09-16)
- Quelle: Bundesinstitut für Berufsbildung, AusbildungPlus (Startseite): www.ausbildungplus.de (geprüft am 2026-09-16)