Literaturverzeichnis im Chicago-Stil Schritt für Schritt erklärt

Laut Leitfaden der University of Glasgow Library kennt Chicago

Lesezeit ca. 7 Min. · zuletzt aktualisiert: 28. Oktober 2026 · Wissenschaftlich arbeiten

Ein Literaturverzeichnis im Chicago-Stil listet alle verwendeten Quellen alphabetisch nach dem Nachnamen der ersten Autorin oder des ersten Autors, mit hängendem Einzug und Punkten zwischen den Angaben. Je nach System steht das Erscheinungsjahr am Ende des Eintrags oder direkt hinter dem Namen.

Die wichtigsten Regeln im Chicago-Stil

Im Chicago-Stil ordnest du das Literaturverzeichnis alphabetisch nach dem Nachnamen der ersten Person, rückst jeden Eintrag ab der zweiten Zeile hängend ein und trennst die Hauptangaben durch Punkte. Bücher setzt du kursiv, Aufsätze und Kapitel stehen in Anführungszeichen.

Der Chicago Manual of Style kennt zwei Systeme: Notes and Bibliography und Author-Date. Bei Notes and Bibliography belegst du im Text mit Fußnoten und sammelst die Quellen am Ende in der Bibliography. Bei Author-Date stehen Name und Jahr in Klammern im Fließtext, und das Verzeichnis heißt Reference List. Diese Wahl prägt den Aufbau jedes Eintrags, denn das Jahr wandert je nach System an eine andere Stelle.

Konkrete Regeln, die du dir merken solltest:

  • Hängender Einzug von etwa 1,27 cm (0,5 Zoll).
  • Nur die erste Person wird umgestellt: Nachname, Vorname. Alle weiteren stehen in normaler Reihenfolge.
  • Titel in Überschriftenschreibung, Buchtitel und Zeitschriftennamen kursiv.
  • Notes and Bibliography: Jahr am Ende der Verlagsangabe.
  • Author-Date: Jahr direkt nach dem Namen.

Wer die verschiedenen Zitierweisen vergleicht, erkennt schnell, dass Chicago in den Geisteswissenschaften und in der Geschichte besonders verbreitet ist. Die Fußnotenvariante erinnert dabei an die deutsche Zitierweise, während Author-Date der Harvard-Zitierweise ähnelt.

Wenn du prüfen willst, wo das Literaturverzeichnis im Gesamtaufbau deiner Arbeit seinen Platz hat, hilft dir ein Blick auf die Bestandteile einer wissenschaftlichen Arbeit.

Literaturverzeichnis im Chicago-Stil mit einem Ablauf aus Prüfung, Kontakt und Dokumentation

Schritt für Schritt zum fertigen Verzeichnis

Bevor du den ersten Eintrag formatierst, klär mit deiner Lehrperson oder in der Prüfungsordnung, welches der beiden Systeme verlangt ist. Das gilt, wenn du eine Hausarbeit schreiben willst, genauso wie bei einer Abschlussarbeit.

  1. Quellen sammeln: Notier schon beim Lesen Name, Titel, Ort, Verlag, Jahr, bei Artikeln Zeitschrift, Band, Heft und Seiten sowie bei Onlinequellen URL oder DOI.
  2. System festlegen: Entscheide dich für Notes and Bibliography oder Author-Date und bleib in der gesamten Arbeit dabei.
  3. Einträge nach Muster bauen: Nutze für jeden Quellentyp eine feste Vorlage.
  4. Alphabetisch sortieren: Sortiere nach dem ersten Nachnamen, bei gleichen Namen nach Titel oder Jahr.
  5. Formatieren: Hängenden Einzug setzen, Kursivschrift und Anführungszeichen prüfen.

Muster für Notes and Bibliography:

  • Buch: Nachname, Vorname. Titel des Buches. Ort: Verlag, Jahr.
  • Zeitschriftenartikel: Nachname, Vorname. „Titel des Artikels.“ Zeitschrift 12, Nr. 3 (Jahr): 45–67.
  • Kapitel im Sammelband: Nachname, Vorname. „Titel des Kapitels.“ In Titel des Bandes, herausgegeben von Vorname Nachname, 101–120. Ort: Verlag, Jahr.

Muster für Author-Date:

  • Buch: Nachname, Vorname. Jahr. Titel des Buches. Ort: Verlag.
  • Artikel: Nachname, Vorname. Jahr. „Titel des Artikels.“ Zeitschrift 12 (3): 45–67.

Die passende Fußnote zum Buch lautet bei Notes and Bibliography etwa Vorname Nachname, Titel des Buches (Ort: Verlag, Jahr), 23. Achte auf den Unterschied: In der Fußnote trennen Kommas, im Verzeichnis Punkte. Wer allgemein ein Literaturverzeichnis erstellen möchte, findet dort die Grundlagen, die Chicago nur in eine bestimmte Form bringt.

Gerade wenn du eine Masterarbeit schreiben willst, lohnt sich ein Literaturverwaltungsprogramm wie Zotero oder Citavi, das den Chicago-Stil in beiden Varianten anbietet. Kontrollier die Ausgabe trotzdem von Hand, weil fehlerhafte Metadaten sonst direkt im Verzeichnis landen.

Typische Fehler und wie du sie vermeidest

Die meisten Probleme im Chicago-Stil entstehen durch vermischte Systeme und unvollständige Angaben. Diese Fehler tauchen besonders oft auf:

Tabelle: Fehler, Bessere Lösung
FehlerBessere Lösung
Fußnoten im Text, aber Jahr direkt nach dem Namen im VerzeichnisEin System durchziehen: bei Fußnoten das Jahr ans Ende setzen
Alle Autorennamen umgestelltNur die erste Person als Nachname, Vorname schreiben
Aufsatztitel kursivAufsätze in Anführungszeichen, nur Buch und Zeitschrift kursiv
Kein hängender EinzugEinzug über die Absatzformatierung setzen, nicht mit Leerzeichen
Seitenzahlen bei Artikeln fehlenImmer den vollständigen Seitenbereich angeben
Sortierung nach Vornamen oder TitelAlphabetisch nach dem ersten Nachnamen ordnen

Ein weiterer häufiger Fehler betrifft Quellen, die nur in Fußnoten auftauchen, aber im Verzeichnis fehlen. Gleich jede Fußnote mit der Liste ab, denn wer Quellenangaben richtig zitieren will, braucht für jede zitierte Stelle einen vollständigen Eintrag. Lückenlose Belege helfen dir außerdem, ein Plagiat vermeiden zu können, weil jede übernommene Idee nachvollziehbar bleibt.

Auch die Auswahl der Literatur ist eine Fehlerquelle. Ein Verzeichnis voller Sekundärquellen ohne Bezug zur Fragestellung wirkt beliebig. Wenn du zuerst deine Forschungsfrage formulieren konntest, fällt es leichter, nur die Quellen aufzunehmen, die deine wissenschaftliche Argumentation tatsächlich tragen.

Bei mehreren Werken derselben Person ersetzt der Chicago Manual ab dem zweiten Eintrag den Namen durch eine Linie aus drei Geviertstrichen. Prüf vorher, ob deine Hochschule diese Regel übernimmt oder den Namen jedes Mal ausgeschrieben sehen will.

Literaturverzeichnis im Chicago-Stil mit einer themenspezifischen Checkliste

Checkliste für dein Literaturverzeichnis

Mit dieser Liste kontrollierst du dein Verzeichnis vor der Abgabe Punkt für Punkt, und jede Frage lässt sich eindeutig mit Ja oder Nein beantworten:

  • Hast du in der ganzen Arbeit nur ein System verwendet, also entweder Notes and Bibliography oder Author-Date?
  • Ist das Verzeichnis alphabetisch nach dem ersten Nachnamen geordnet?
  • Hat jeder Eintrag einen hängenden Einzug?
  • Ist nur der erste Name umgestellt?
  • Sind Bücher und Zeitschriften kursiv, Aufsätze und Kapitel in Anführungszeichen?
  • Steht das Jahr an der richtigen Stelle für dein System?
  • Haben Artikel Band, Heft und Seitenbereich?
  • Haben Onlinequellen eine DOI oder eine funktionierende URL?
  • Taucht jede Quelle aus den Fußnoten oder Klammerbelegen auch im Verzeichnis auf?
  • Steht im Verzeichnis keine Quelle, die du im Text gar nicht nutzt?

Das Verzeichnis gehört zu den formalen Bestandteilen einer wissenschaftlichen Arbeit und steht nach dem Schluss, vor einem möglichen Anhang. Prüf deshalb auch, ob es in der Gliederung einer Hausarbeit an der richtigen Position und mit passender Überschrift erscheint.

Die Quellenart verrät außerdem etwas über deine Methode. Arbeitest du empirisch, gehören neben Fachliteratur oft Datensätze oder Erhebungsinstrumente ins Verzeichnis. Ein Blick auf die Methoden wissenschaftlicher Arbeiten und auf qualitative und quantitative Forschung zeigt dir, welche Quellen dafür typisch sind.

Zum Schluss liest du das Verzeichnis einmal laut oder ausgedruckt gegen. Einheitliche Satzzeichen, gleiche Schreibweise der Verlagsorte und konsistente Abkürzungen sind Details, an denen sorgfältiges wissenschaftliches Schreiben sichtbar wird.

So zitieren Sie diese Seite

Stand: 28. Oktober 2026

korrektur.de. (2026, 28. Oktober). Literaturverzeichnis im Chicago-Stil: Regeln und Beispiele. korrektur.de. https://korrektur.de/chicago-literaturverzeichnis

Quellen und Stand

  • Offizielle Quelle: www.gla.ac.uk (geprüft am 2026-10-28)
  • The Chicago Manual of Style Online: Citation Quick Guide: www.chicagomanualofstyle.org (geprüft am 2026-10-28)

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Fragen und Antworten zum Thema Literaturverzeichnis im Chicago-Stil

Welche zwei Systeme gibt es im Chicago-Stil?

Der Chicago-Stil unterscheidet Notes and Bibliography mit Fußnoten und einer Bibliography am Ende sowie Author-Date mit Klammerbelegen im Text und einer Reference List. Der Referencing-Leitfaden der University of Glasgow Library nennt ebenfalls genau diese beiden Systeme.

Wie wird das Literaturverzeichnis im Chicago-Stil sortiert?

Du ordnest alle Einträge alphabetisch nach dem Nachnamen der ersten Autorin oder des ersten Autors. Fehlt ein Name, sortierst du nach dem ersten bedeutungstragenden Wort des Titels.

Wo steht das Jahr in einem Chicago-Eintrag?

Bei Notes and Bibliography steht das Jahr am Ende hinter Ort und Verlag. Bei Author-Date folgt es direkt auf den Namen, damit der Klammerbeleg im Text schnell zum Eintrag passt.

Muss ich alle Autorennamen umdrehen?

Nein. Nur der erste Name wird als Nachname, Vorname geschrieben, alle weiteren Personen stehen in normaler Reihenfolge mit Vorname und Nachname.

Welche Auflage des Chicago Manual of Style sollte ich nutzen?

Prüf in den Vorgaben deines Lehrstuhls, welche Auflage verlangt wird. Aktuell ist die 18. Auflage von 2024, viele Leitfäden beziehen sich aber noch auf die 17. Auflage von 2017.

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