Call for Papers richtig lesen und anwenden
Call for Papers richtig lesen
Der dokumentierte Call for Papers widmete sich dem inklusiven Fremdsprachenunterricht und listete die Vorgaben für die Abstract-Einreichung auf.
Den Call for Papers fachlich einordnen
Um einen Call for Papers richtig zu lesen, wertest du zunächst nur die Angaben des vorliegenden Aufrufs aus. Der Text betrifft die Tagung zu Forschung und Praxis des inklusiven Fremdsprachenunterrichts. Er nennt dabei Inklusion im Fremdsprachenunterricht als Thema und verweist auf den fachlichen Zusammenhang mit der Fremdsprachendidaktik. Notiere diesen Rahmen, ohne daraus Aussagen über andere Studienangebote oder Einrichtungen abzuleiten.
Notiere zur fachlichen Einordnung präzise, was die Quelle angibt: Der inklusive Englischunterricht gilt dort als Arbeits- und Forschungsbereich. Außerdem erwähnt der Text ein breites Inklusionsverständnis sowie konzeptuelle und teils empirische Grundlagen. Die Tagung zielt auf eine Bestandsaufnahme und die weitere Konsolidierung der empirischen Basis ab. Diese Punkte beschreiben den Aufruf selbst; sie stellen keine Aussage über Zugang, Kosten, Erfolg oder spätere Karriereeffekte dar.
Beim Thema wissenschaftliches Schreiben kannst du diese Lektüre als konkrete Auswertung durchführen. Trenne in deinen Notizen den Gegenstand, den fachlichen Hintergrund, die angekündigten Themen, die Formate und die Angaben zur Einreichung. Dieselbe Tätigkeit lässt sich auch nutzen, wenn du Hausarbeit schreiben oder Masterarbeit schreiben möchtest: Ordne eine Textangabe einer Überschrift zu und kennzeichne Punkte, die im Auszug nicht beantwortet werden. Damit wird aus dem Aufruf keine Vorgabe für eine wissenschaftliche Arbeit.
Halte dich bei ungeklärten Punkten an handlungsorientierte Schritte. Informiere dich zu Studienordnung, Zulassung, Fristen, Preisen oder Veröffentlichung nur in der zuständigen Unterlage, wenn du die Information brauchst. Aus der geplanten Veröffentlichung im Aufruf resultiert keine Zusage für einen Beitrag. Der Text gibt lediglich bekannt, dass eine Veröffentlichung eingeplant ist.
Du kannst außerdem die Bestandteile einer wissenschaftlichen Arbeit als eigene Ordnungshilfe notieren. Setze Inhalt und Form dabei nicht gleich, sondern frage jeweils: Was nennt der Aufruf zum Thema, was zu möglichen Beiträgen und was zu formalen Angaben? Eine Antwort, die der Text nicht enthält, bleibt als offene Prüfnotiz stehen.

Angaben des Aufrufs systematisch in Reihenfolge auswerten
Der Aufruf kann in aufeinanderfolgende Informationseinheiten unterteilt werden. Er beginnt mit dem Themenrahmen und einer Einordnung des Forschungsfeldes. Danach benennt er das Ziel der Tagung. Es folgen Themenfelder, weitere erwünschte Perspektiven, Formate und Angaben zu Abstracts. Lies diese Teile nacheinander. Halte anschließend getrennt fest, welche Aussage an welcher Stelle steht.
- Themenrahmen: Bestimme den Gegenstand des Aufrufs. Genannt werden Forschung und Praxis zum inklusiven Fremdsprachenunterricht. Der Titel verweist außerdem auf das Sichtbarmachen von Inklusion.
- Fachliche Einordnung: Notiere die Aussagen zum Feld genau begrenzt. Die Quelle nennt inklusiven Englischunterricht ein etabliertes Arbeits- und Forschungsfeld, ein weites Inklusionsverständnis sowie konzeptuelle und teilweise empirische Grundlagen.
- Ziel der Tagung: Halte die im Text genannte Zielrichtung gesondert fest. Vorgesehen sind eine Bestandsaufnahme und eine weitere Konsolidierung der empirischen Grundlage zur Inklusion im Fremdsprachenunterricht. Die Quelle kündigt außerdem eine spätere Veröffentlichung an.
- Themenfelder: Schreibe die Bereiche einzeln ab, ohne ihre Reichweite zu ergänzen: Mehrsprachigkeit und Inklusion, Feedbackkulturen, Universal Design for Learning, Inklusives Assessment im Zeitalter von Künstlicher Intelligenz, KI & Inklusion, Intersektionalität, Neurodiversität sowie Diklusion und KI. Der Aufruf lässt Beiträge über diese Felder hinaus zu; ergänze deshalb keine eigene abschließende Liste.
- Weitere Perspektiven und Formate: Prüfe die benannten Ergänzungen getrennt von den Themenfeldern. Willkommen sind interdisziplinäre Beiträge und Beiträge mit Bezug zu Multiprofessionalität. Neben Vortragsformaten nennt der Text Arbeitsgemeinschaften und partizipative Formate zu Projekten gelebter Inklusion im Fremdsprachenunterricht.
- Abstract und Vortrag: Erfasse die konkreten Angaben als eigene Einheit. Abstracts waren ohne Literaturangaben auf höchstens 250 Wörter begrenzt und konnten bis zum 15. September 2026 an die angegebene E-Mail-Adresse eingereicht werden. Für Work-in-progress-Vorträge nennt der Aufruf 20 Minuten Präsentation und 10 Minuten Diskussion. Die Beschreibung nennt außerdem das Präsentieren von Teilen eines Forschungsvorhabens und offene Fragen.
Diese Reihenfolge ist eine Lesefolge für diesen Text, keine allgemeine Regel für jeden Aufruf. Wenn du eine Gliederung einer Hausarbeit vorbereitest, kannst du die Angaben zunächst ebenfalls nach Gegenstand, Kontext und formalen Informationen sortieren. Behaupte nicht, dass der Call eine bestimmte Gliederung verlangt, denn eine solche Vorgabe steht nicht im Auszug.
Auch die Quellenarbeit bleibt von den Tagungsangaben getrennt. Für Literaturverzeichnis erstellen prüfst du bibliografische Daten an der jeweiligen Fundstelle. Für Quellenangaben richtig zitieren suchst du die konkrete Vorgabe in dem Text, der sie enthält. Zitierweisen, deutsche Zitierweise und Harvard-Zitierweise werden im Aufruf nicht festgelegt. Sie können deshalb nur als offene Punkte für eine gesonderte Prüfung notiert werden.
Vom Aufruf zur belastbaren Notiz Schritt für Schritt
Bearbeite die Auswertung in einer stabilen Abfolge. Jeder Abschnitt mündet in ein klares Ergebnis. So bleibt transparent, welche Information vom Aufruf kommt und welche Frage noch geklärt werden muss.
- Rahmen markieren: Lies Titel und Anfangsabschnitte. Du erhältst eine knappe Notiz zum Bereich: Forschung und Praxis im inklusiven Fremdsprachenunterricht.
- Fachbegriffe sammeln: Schreibe die im Aufruf genannten Begriffe ab und formuliere keine zusätzlichen Definitionen. Ergebnis ist eine kontrollierte Begriffsliste mit Inklusion, Mehrsprachigkeit, Feedbackkulturen, Universal Design for Learning, Inklusives Assessment im Zeitalter von Künstlicher Intelligenz, KI & Inklusion, Intersektionalität, Neurodiversität sowie Diklusion und KI.
- Ziel bestimmen: Finde Passagen zur Funktion der Tagung. Deine Notiz hält fest: Es soll eine Bestandsaufnahme erfolgen und die empirische Basis weiter konsolidiert werden.
- Themenbezug prüfen: Vergleiche deine eigene Idee mit den aufgeführten Themenfeldern. Ergebnis ist eine Zuordnung oder der Hinweis, dass eine eindeutige Zuordnung noch geprüft werden muss.
- Format auswählen: Lies die Beschreibung des Beitragsformats. Ergebnis ist eine Formatnotiz zum Work-in-progress-Vortrag mit Präsentation und Diskussion.
- Abstract-Anforderungen erfassen: Prüfe die maximale Wortzahl und ob Literaturangaben ausgenommen sind. Ergebnis ist eine formale Vorgabe für deine Zusammenfassung.
- Offene Fragen trennen: Markiere alles, was der Auszug nicht beantwortet. Ergebnis ist eine Prüfliste statt einer Vermutung. Ermittle die zuständige Stelle aus den offiziellen Unterlagen, wenn eine Angabe fehlt oder bestätigt werden muss.
- Eigene Argumentation ordnen: Formuliere zunächst Gegenstand, Erkenntnisinteresse und Beitragsperspektive. Halte als Ergebnis in einer kurzen Arbeitsnotiz fest: Forschungsfrage formulieren und eine nachvollziehbare wissenschaftliche Argumentation vorbereiten.
- Methodische Begriffe nur belegt verwenden: Wenn du Methoden wissenschaftlicher Arbeiten oder qualitative und quantitative Forschung erwähnst, prüfe, ob der konkrete Aufruf dazu eine Aussage enthält. Ergebnis ist entweder eine belegte Zuordnung oder eine neutrale Markierung zur weiteren Prüfung.
Der Ablauf verhindert, dass aus einer Themenliste eine nicht belegte Pflicht wird. Er verhindert auch, dass ein gewünschtes Format mit einer persönlichen Erwartung verwechselt wird. Die abschließende Notiz sollte deshalb drei Bereiche enthalten: gesicherte Angaben, eigene Arbeitsentscheidung und offene Prüfung.
Durchgängiges Beispiel zur Auswertung
Nehmen wir an, du bereitest einen kurzen Beitrag zur Verbindung von Mehrsprachigkeit und Inklusion vor. Beginne mit dem Themenbezug: Der Aufruf nennt diesen Bereich ausdrücklich als erwünschtes Themenfeld. Ergebnis ist die Notiz „Thema im Aufruf genannt“.
Danach formulierst du eine vorläufige Arbeitsfrage, ohne eine fachliche Antwort vorwegzunehmen: „Wie soll die Verbindung von Mehrsprachigkeit und Inklusion im geplanten Beitrag untersucht oder dargestellt werden?“ Ergebnis ist eine offene Frage, keine unbelegte Schlussfolgerung. Um ein Plagiat vermeiden zu können, übernimmst du die Formulierung des Aufrufs nicht als eigenen Begründungssatz, sondern hältst die Quelle getrennt von deiner eigenen Idee fest.
Als Nächstes prüfst du das Format. Du entscheidest dich beispielhaft für einen Vortrag als Work-in-progress, weil die Quelle dieses Format beschreibt. Ergebnis ist eine Formatnotiz mit Präsentation und anschließender Diskussion. Die Quelle nennt dafür eine Präsentationszeit von 20 Minuten und eine Diskussionszeit von 10 Minuten. Diese Angaben gehören in die Planung, soweit du genau dieses Format auswertest.
Nun erstellst du ein Abstract mit höchstens 250 Wörtern ohne Literaturangaben. Ergebnis ist eine knappe Zusammenfassung, die Thema, geplanten Zugang und offene Frage verbindet. Zusätzliche Anforderungen erfindest du nicht. Wenn du eine Methode nennen möchtest, prüfst du zuerst die offiziellen Unterlagen und kennzeichnest die Frage, falls keine Methode vorgegeben wird.
Zum Schluss hältst du fest, was aus dem Beispiel nicht folgt: Die Themenzuordnung allein beweist keine Annahme, keine Veröffentlichung und keine fachliche Bewertung des geplanten Beitrags. Das Beispiel zeigt nur, wie du eine belegte Themenangabe, eine eigene Arbeitsfrage, ein genanntes Format und eine formale Vorgabe in getrennten Notizen verarbeitest.

Definition, Abgrenzung und formale Prüfung
Der Kontrollprozess unterteilt sich in zwei klar voneinander getrennte Schritte. In einem ersten Durchgang analysierst du den Inhalt und dessen Grenzen. Anschließend überprüfst du die formalen Aspekte. Diese Trennung hilft, eine reine Formalität nicht fälschlicherweise als fachliche Eignung zu interpretieren.
Inhaltliche und abgrenzende Prüfung:
- Liegt der Aufruf als Datensammlung zu Thema, Beiträgen und Einreichung vor?
- Wird der Fachkontext Forschung und Praxis im inklusiven Fremdsprachenunterricht ausdrücklich genannt?
- Bleiben die im Aufruf genannten Themenfelder von eigenen Ergänzungen strikt getrennt?
- Wird die Zielrichtung der Tagung als Bestandsaufnahme und weitere Konsolidierung der empirischen Basis wiedergegeben, ohne daraus eine Zusage abzuleiten?
- Unterscheidest du das Beitragsformat klar von einer persönlichen Arbeitsform?
- Markierst du offene Punkte als Prüfaufträge, statt Zuständigkeiten oder Zusatzbedingungen anzunehmen?
- Prüfst du bei geplanten Arbeiten, ob sich aus den offiziellen Unterlagen direkt ergibt, wie die qualitative und quantitative Forschung einzuordnen ist?
Formale Prüfung:
- Notierst du die Abstract-Grenze mit höchstens 250 Wörtern?
- Wurde berücksichtigt, dass Literaturangaben bei dieser Grenze ausgenommen sind?
- Hast du die Zeiten des Work-in-progress-Formats eindeutig voneinander getrennt?
- Wurde die im Aufruf genannte E-Mail-Adresse aus den offiziellen Unterlagen übernommen und nicht aus einer fremden Quelle ergänzt?
- Erkennen Leser eigene Worte von zitierten Quellen sofort?
- Prüfst du für spätere Nachweise, welche Anforderungen für Quellenangaben richtig zitieren gelten, ohne eine bestimmte Zitierweise als Vorgabe des Aufrufs auszugeben?
Wenn ein Prüfschritt nicht beantwortet werden kann, lautet das Ergebnis nicht „wahrscheinlich“, sondern: „Angabe in den offiziellen Unterlagen prüfen.“ Damit bleibt die Auswertung auf dem belegten Inhalt. Erst wenn Definition, zentrale Merkmale, Anwendung und Abgrenzung getrennt geprüft sind, ist die eigene Notiz für die weitere Arbeit verwendbar.
Quellen und Stand
- Call for Papers • Inklusion sichtbar machen • Fachbereich Philosophie und Geisteswissenschaften: www.geisteswissenschaften.fu-berlin.de (zuletzt geprüft am 2026-08-21)
Im Zusammenhang „Call for Papers richtig lesen und anwenden“ werden die zentralen Punkte gebündelt.