Bachelorarbeit überarbeiten lassen und nachvollziehbar prüfen
Bachelorarbeit überarbeiten lassen
Wer eine Bachelorarbeit überarbeiten lassen möchte, sollte den Auftrag klar beschreiben: Was soll bearbeitet werden, was soll am Ende herauskommen und wie prüfst du das?
Von der Überarbeitung zur konkreten Frage
Wenn du eine Bachelorarbeit überarbeiten lassen möchtest, beschreibe zuerst genau, welche Leistung beauftragt werden soll. Benenne die Passage, das Kapitel oder das konkrete Textproblem. Formuliere etwa, ob Formulierungen klarer werden sollen, ob Wiederholungen geprüft werden sollen oder ob offene Stellen markiert werden sollen. So bleibt erkennbar, worauf sich der Auftrag bezieht.
Lege danach den Umfang fest. Halte fest, welche Teile der Arbeit einbezogen sind und welche Teile unverändert bleiben sollen. Trenne dabei die Überarbeitung einzelner Sätze von der Prüfung eines längeren Abschnitts. Wenn nur bestimmte Stellen bearbeitet werden sollen, nenne sie im Auftrag. Ergänze außerdem, welches Material für die Prüfung vorliegt und welche Fragen dazu noch offen sind.
Vereinbare ein konkretes Ergebnis. Das Ergebnis kann eine überarbeitete Fassung der benannten Passage, Kommentare zu einzelnen Stellen oder eine Liste offener Punkte sein. Beschreibe, woran du das Ergebnis prüfen willst: Vergleiche die bearbeitete Stelle mit dem Auftrag, kontrolliere den vereinbarten Umfang und markiere Punkte, die nicht abschließend beurteilt werden können. Dadurch unterscheidest du sichtbare Änderungen von Fragen, die du selbst weiter prüfen musst.
Lege auch fest, was nicht zum Auftrag gehört. So wird aus einer sprachlichen Überarbeitung keine unklare inhaltliche Neubearbeitung. Beim Thema wissenschaftliches Schreiben hilft es, Auftrag, bearbeitete Textstelle, Ergebnis und offene Punkte nebeneinander zu lesen. Prüfe anschließend Satz für Satz, ob jede Änderung zur vereinbarten Leistung gehört. Entferne Zusagen, die sich weder am Text noch am Material prüfen lassen.

Bestandteile in nachvollziehbarer Reihenfolge
Lege für die Bearbeitung eine Reihenfolge fest, die zu deinem Auftrag passt. Notiere dazu Frage, Unterlage, Kriterien, Material, Vorgehen und Ergebnis getrennt. So bleibt deine Bearbeitung übersichtlich dokumentiert. Eine offizielle Vorgabe ist diese Reihenfolge nicht.
- Frage notieren: Beschreibe den Abschnitt oder das Material und das Ergebnis, das du prüfen möchtest.
- Unterlage prüfen: Halte fest, welche Unterlage du für Anforderungen oder Aussagen heranziehst.
- Kriterien sammeln: Schreibe belegte Anforderungen getrennt von offenen Punkten auf.
- Material ordnen: Sortiere Textstellen, Daten, Notizen und Belege so, dass du ihre Herkunft wiederfindest.
- Vorgehen beschreiben: Benenne, ob du sprachlich überarbeitest, fachlich prüfst oder beides getrennt dokumentierst.
- Ergebnis begrenzen: Vergleiche dein Ergebnis mit Material und Kriterien und notiere offene Fragen ausdrücklich.
Für die eigene Ordnung kannst du beim Thema Bestandteile einer wissenschaftlichen Arbeit Begriffe sammeln, ohne daraus Anforderungen abzuleiten. Geht es um Hausarbeit schreiben oder Masterarbeit schreiben, prüfst du die zugehörige Unterlage getrennt. Übernimm Begriffe nicht als Beleg für Regeln einer Bachelorarbeit.
Zum Thema Forschungsfrage formulieren kannst du deine Frage als Notiz festhalten. Beim Thema wissenschaftliche Argumentation hältst du fest, welche Aussage du mit welchem Material abgleichst. Die Gliederung einer Hausarbeit ist ein eigenes Thema und ersetzt nicht die Prüfung deines Auftrags.
Schrittfolge mit sichtbarem Ergebnis
Arbeite die Schritte so aus, dass das jeweilige Ergebnis in deiner Notiz sichtbar bleibt.
- Auftrag lesen: Übernimm den Ausgangssatz in deine Notiz. So hast du einen abgegrenzten Bearbeitungsauftrag.
- Frage bilden: Formuliere eine Frage zu Gegenstand, Prüfungshandlung und gewünschtem Resultat. So hast du eine klare Frage.
- Quelle öffnen: Ermittle die Unterlage und notiere ihre Bezeichnung. Damit hast du eine Grundlage für deine Prüfung.
- Kriterien sammeln: Übertrage belegte Anforderungen in Fragen und markiere offene Punkte. Am Ende steht eine Kriterienliste.
- Material sortieren: Ordne Text, Daten, Belege und offene Stellen getrennt, damit du alles wiederfindest.
- Bearbeitung durchführen: Bearbeite das abgegrenzte Material sprachlich oder fachlich und dokumentiere, wie du vorgegangen bist. Das Ergebnis ist eine bearbeitete Stelle oder eine dokumentierte Prüfung.
- Ergebnis abgleichen: Vergleiche Aussagen mit Unterlage, Kriterien und Material. Jede Aussage ist danach bestätigt, eingeschränkt oder offen.
- Grenzen kennzeichnen: Notiere, was aus dem bearbeiteten Material nicht folgt. So bleibt deine Schlussformulierung begrenzt.
Beim Thema Literaturverzeichnis erstellen führst du am besten ein eigenes Arbeitsblatt für Nachweise. Gleiche dort nur Angaben mit deinen vorhandenen Unterlagen ab. Beim Thema Quellenangaben richtig zitieren prüfst du, ob Angaben fehlen. Suche in deiner Unterlage nach genannten Zitierweisen. Die Begriffe deutsche Zitierweise und Harvard-Zitierweise notierst du nur, wenn sie in deiner Unterlage stehen.
Enthält der Auftrag eine methodische Prüfung, beschreibe dein Vorgehen mit dem vorhandenen Material. Methoden wissenschaftlicher Arbeiten kann als Suchbegriff in deiner Notiz stehen. Das Stichwort qualitative und quantitative Forschung übernimmst du nur als Bezeichnung, wenn dein Material dazu Angaben enthält.
Kurzes durchgängiges Anwendungsbeispiel
Ausgangslage: Eine Person möchte eine Bachelorarbeit überarbeiten lassen und legt einen Abschnitt, eine Unterlage und eigene Notizen vor. Die Frage lautet: „Welche Aussagen dieses Abschnitts lassen sich anhand der vorliegenden Quelle und Kriterien nachvollziehbar prüfen?“
- Der Abschnitt wird in einzelne Aussagen geteilt. Ergebnis ist eine nummerierte Liste von Textstellen.
- Die Quelle wird daneben eingetragen. Jede Textstelle bekommt eine zugeordnete oder noch offene Quellenstelle.
- Die Kriterien werden als Fragen notiert, etwa in einer kleinen Tabelle mit den Spalten „Aussage“, „Quelle“, „Kriterium“, „Material“ und „Prüfergebnis“.
- Das Material wird geordnet. Eine Textstelle ohne Quelle bleibt als offen markiert, es kommt keine unbelegte Ergänzung dazu.
- Die Bearbeitung betrifft nur die belegten Textstellen. Ergebnis ist eine bearbeitete Passage mit nachvollziehbarer Zuordnung.
- Die Schlussformulierung bleibt eng: Sie beschreibt nur, was aus Quelle, Kriterien und Material geprüft wurde. Das ergibt ein geprüftes Teilergebnis statt eines allgemeinen Überblicks.
| Prüfpunkt | Notiz |
|---|---|
| Frage | Welche Aussagen sind anhand der vorhandenen Quelle prüfbar? |
| Material | Abschnitt, Quelle, Kriterien und Notizen getrennt ordnen. |
| Ergebnis | Belegte Textstellen bearbeiten, offene Textstellen kennzeichnen. |
| Grenze | Keine Schlussfolgerung über nicht vorgelegtes Material. |
Das Beispiel liefert keine fachliche Aussage über den Gegenstand der Bachelorarbeit. Es zeigt nur eine mögliche Vorgehensweise. Zur formalen Prüfung gehört auch das Thema Plagiat vermeiden. Eine konkrete Feststellung gibt es erst, wenn die Textstellen und Quellen geprüft sind.

Abgrenzung und formale Prüfung trennen
Trenne zum Abschluss die Abgrenzung von der formalen Prüfung. In der Abgrenzung hältst du fest, was dein Material und deine Unterlage tragen. In der formalen Prüfung kontrollierst du nur die Darstellung und die Angaben, die du tatsächlich vorliegen hast.
Abgrenzung:
- Ist die Frage klar benannt?
- Ist die Unterlage notiert?
- Sind Kriterien und offene Punkte getrennt festgehalten?
- Lässt sich Material den bearbeiteten Stellen zuordnen?
- Ist beschrieben, ob du fachlich oder sprachlich gearbeitet hast?
- Bezieht sich das Ergebnis auf die Frage, das Material und die Kriterien?
- Ist der Weg vom Material zum Ergebnis nachvollziehbar notiert?
- Steht ausdrücklich dabei, was aus dem Material nicht folgt?
Formale Prüfung:
- Vergleiche Quellenangaben mit der Unterlage, aus der du sie übernommen hast.
- Notiere unter dem Stichwort Literaturverzeichnis erstellen die Einträge und gleiche sie mit dem vorhandenen Material ab.
- Kontrolliere die gewählte Zitierform anhand der Unterlage, ohne fehlende Vorgaben zu ergänzen.
- Trenne übernommene Formulierungen von eigenen Formulierungen.
- Markiere Stellen, deren Grundlage du noch prüfen musst.
Kannst du einen Punkt nicht beantworten, notiere die nächste Prüfung statt einer Vermutung: Unterlage ermitteln, Kriterium nachsehen, Material zuordnen oder die Aussage enger fassen. So bleibt das Ergebnis auf den bearbeiteten Text und das vorhandene Material beschränkt.