So gehst du bei Sekundärzitat im APA-Stil vor
Laut Academic Guide der FHNW nennt man beide Quellen im Kurzbeleg
Ein Sekundärzitat im APA-Stil nennst du im Text mit beiden Quellen, etwa (Freud, 1923, zitiert nach Becker, 2010), und ins Literaturverzeichnis kommt nur die Quelle, die du selbst gelesen hast. Nutze diese Form nur, wenn du das Original wirklich nicht einsehen kannst.
Die kurze Antwort: beide Quellen nennen, nur eine verzeichnen
Beim Sekundärzitat im APA-Stil nennst du im Fließtext zuerst die Originalquelle und danach mit „zitiert nach“ die Quelle, in der du die Stelle gefunden hast, zum Beispiel (Piaget, 1936, zitiert nach Müller, 2018, S. 45). Im Literaturverzeichnis steht anschließend nur Müller (2018), weil du nur dieses Werk tatsächlich gelesen hast.
Die siebte Auflage des APA Publication Manual regelt das im Abschnitt zu Sekundärquellen. In englischsprachigen Arbeiten lautet die Formel „as cited in“, in deutschsprachigen Arbeiten hat sich „zitiert nach“ durchgesetzt. Prüf trotzdem, welche Variante dein Institut verlangt. Wichtige Regeln auf einen Blick:
- Originalautor zuerst: Der Name, dessen Gedanke du wiedergibst, steht vorne.
- Jahr des Originals: Kennst du es, ergänzt du es direkt hinter dem Originalautor. Kennst du es nicht, lässt du es weg.
- Seitenzahl: Sie bezieht sich bei einem wörtlichen Zitat auf die Sekundärquelle, denn dort hast du die Stelle gelesen.
- Literaturverzeichnis: Nur die Sekundärquelle bekommt einen Eintrag.
Entscheidend ist die Haltung dahinter: Wenn du die Originalquelle nicht einsehen kannst, gibst du beide Quellen an, doch diese Form bleibt eine Ausnahme. Wer sie häufig nutzt, schwächt die Glaubwürdigkeit der eigenen Arbeit. Gutes wissenschaftliches Schreiben setzt deshalb zuerst auf die Suche nach dem Original, etwa über den Bibliothekskatalog oder die Fernleihe.
Wenn du die Bestandteile einer wissenschaftlichen Arbeit durchgehst, betrifft das Sekundärzitat vor allem den Theorieteil und den Forschungsstand. Dort greifst du oft auf ältere Klassiker zurück, die nur schwer zugänglich sind.

Schritt für Schritt zum korrekten Beleg
Bevor du ein Sekundärzitat setzt, lohnt sich ein kurzer Suchlauf nach dem Original, denn ein direkter Beleg ist immer stärker. Gerade wenn du eine Hausarbeit schreiben musst, sparst du dir mit dieser Reihenfolge spätere Korrekturen.
- Original suchen: Gib Autor und Titel aus der Sekundärquelle in den Katalog deiner Bibliothek und in Google Scholar ein. Findest du das Werk, liest du die Stelle selbst und zitierst direkt.
- Angaben sichern: Bleibt das Original unerreichbar, notierst du Autor und Jahr des Originals sowie Autor, Jahr und Seite der Sekundärquelle.
- Narrative oder eingeklammerte Form wählen: Narrativ schreibst du etwa: Piaget (1936, zitiert nach Müller, 2018) beschreibt … In Klammern lautet der Beleg: (Piaget, 1936, zitiert nach Müller, 2018).
- Wörtliches Zitat kennzeichnen: Übernimmst du den Wortlaut, setzt du Anführungszeichen und die Seite der Sekundärquelle: (Piaget, 1936, zitiert nach Müller, 2018, S. 45).
- Eintrag anlegen: Im Verzeichnis erscheint nur die Sekundärquelle, etwa Müller, A. (2018). Entwicklungspsychologie im Überblick. Verlag.
Wenn du dein Literaturverzeichnis erstellen willst, kontrollierst du zum Schluss, dass kein Originalwerk auftaucht, das du nur indirekt kennst. Für eine längere Arbeit, etwa wenn du eine Masterarbeit schreiben willst, führst du am besten eine Notiz mit allen Sekundärzitaten, damit du sie später gezielt noch einmal prüfen kannst.
Hilfreich ist es außerdem, den Bedarf an Sekundärzitaten schon bei der Planung zu senken. Wer früh die Forschungsfrage formulieren kann, weiß genauer, welche Originaltexte unverzichtbar sind, und kann diese rechtzeitig beschaffen.
Typische Fehler und wie du sie vermeidest
Die meisten Probleme beim Sekundärzitat entstehen nicht aus Unwissen über das Format, sondern aus Bequemlichkeit bei der Recherche. Die folgenden Fehler und ihre Lösungen zeigen, worauf es ankommt.
| Fehler | Bessere Lösung |
|---|---|
| Das Original wird im Literaturverzeichnis aufgeführt, obwohl du es nie gelesen hast. | Nur die Sekundärquelle verzeichnen, das Original erscheint allein im Textbeleg. |
| Nur die Sekundärquelle wird genannt, als stamme der Gedanke von dort. | Immer beide Namen nennen, Originalautor zuerst. |
| Die Reihenfolge ist vertauscht: (Müller, 2018, zitiert nach Piaget, 1936). | Die Quelle, die du gelesen hast, steht hinter „zitiert nach“. |
| Sekundärzitate ziehen sich durch das ganze Kapitel. | Originale beschaffen und das Sekundärzitat als Ausnahme behandeln. |
| Formeln aus anderen Stilen werden gemischt, etwa „zit. n.“ in der Fußnote. | Bei einem Stil bleiben und die APA-Formel im Klammerbeleg nutzen. |
Der letzte Punkt betrifft vor allem Studierende, die zwischen Fächern wechseln. Die deutsche Zitierweise arbeitet mit Fußnoten und kennt eigene Abkürzungen, während die Harvard-Zitierweise wie APA auf Kurzbelege im Text setzt. Mischst du diese Systeme, wirkt die Arbeit unsauber.
Ein weiterer Fehler betrifft die Argumentation. Eine wissenschaftliche Argumentation, die zentrale Thesen nur aus zweiter Hand stützt, ist angreifbar, weil du nicht prüfen konntest, ob die Sekundärquelle das Original korrekt wiedergibt. Wer so vorgeht, riskiert verfälschte Aussagen. Kennzeichnest du die indirekte Übernahme gar nicht, kann das außerdem als Täuschung gewertet werden. Um ein Plagiat vermeiden zu können, gehört jede fremde Aussage sichtbar belegt, auch die aus zweiter Hand.

Checkliste für deine Sekundärzitate
Mit diesen Kontrollpunkten prüfst du jedes Sekundärzitat vor der Abgabe, am besten mit der Suchfunktion nach „zitiert nach“ in deinem Dokument.
- Hast du für jedes Sekundärzitat erneut im Katalog nach dem Original gesucht?
- Steht der Originalautor vor „zitiert nach“ und die gelesene Quelle dahinter?
- Ist das Jahr des Originals ergänzt, sofern du es kennst?
- Bezieht sich die Seitenzahl bei wörtlichen Zitaten auf die Sekundärquelle?
- Taucht im Verzeichnis nur die Sekundärquelle auf und kein ungelesenes Original?
- Ist die Zahl der Sekundärzitate so gering, dass sie klar als Ausnahme erkennbar bleibt?
- Nutzt du durchgehend dieselbe Formel, also nicht abwechselnd „as cited in“ und „zitiert nach“?
Achte auch auf das Umfeld der Belege. In der Gliederung einer Hausarbeit sollten die Kapitel mit vielen Sekundärzitaten auffallen, denn dort lohnt sich eine gezielte Nachrecherche. Wer seine Quellenangaben richtig zitieren will, vergleicht zusätzlich die Vorgaben des Lehrstuhls mit der APA-Regel, da manche Institute eigene Varianten festlegen.
Welche Literatur du brauchst, hängt auch von deinem Vorgehen ab. Bei Methoden wissenschaftlicher Arbeiten wie Interviews oder Umfragen stützt du dich stärker auf eigene Daten, während theoretische Arbeiten mehr Literatur verarbeiten. Ob du qualitative und quantitative Forschung betreibst oder Texte analysierst: Die Regeln zum Sekundärzitat bleiben gleich. Einen Vergleich verschiedener Zitierweisen solltest du vor dem Schreiben anstellen, damit du nicht mitten in der Arbeit das System wechseln musst.
So zitieren Sie diese Seite
Stand: 28. Oktober 2026korrektur.de. (2026, 28. Oktober). Sekundärzitat im APA-Stil: Regeln und Beispiele. korrektur.de. https://korrektur.de/apa-sekundaerzitat
„Sekundärzitat im APA-Stil: Regeln und Beispiele.“ korrektur.de, 28. Okt. 2026, korrektur.de/apa-sekundaerzitat. Zugriff 28. Okt. 2026.
korrektur.de (2026) Sekundärzitat im APA-Stil: Regeln und Beispiele. Verfügbar unter: https://korrektur.de/apa-sekundaerzitat (Zugriff: 28. Oktober 2026).
korrektur.de. „Sekundärzitat im APA-Stil: Regeln und Beispiele.“ Zuletzt geändert 28. Oktober 2026. https://korrektur.de/apa-sekundaerzitat.
korrektur.de. Sekundärzitat im APA-Stil: Regeln und Beispiele [online]. 2026 [Zugriff am 28.10.2026]. Verfügbar unter: https://korrektur.de/apa-sekundaerzitat
Quellen und Stand
- Offizielle Quelle: www.fhnw.ch (geprüft am 2026-10-28)
- APA Style: Secondary Sources: apastyle.apa.org (geprüft am 2026-10-28)
Der Überblick „So gehst du bei Sekundärzitat im APA-Stil vor“ ordnet das Thema vollständig ein.