Gesetze im APA-Stil zitieren: Das musst du wissen
Laut ZitFIt-FAQ der FernUni Hagen bilden Gesetze im APA-Stil
Ein Gesetz im APA-Stil hat keinen Autor. Deshalb beginnt die Angabe mit dem Titel des Gesetzes, gefolgt von Abkürzung, Jahr der Fassung und der genauen Stelle wie Paragraf oder Artikel. Hier siehst du, wie Kurzbeleg und Eintrag im Verzeichnis aussehen und welche Fehler du vermeiden solltest.
So zitierst du Gesetze nach APA 7
Gesetze im APA-Stil zitierst du ohne Autorenangabe. Der Titel des Gesetzes steht an erster Stelle, danach folgen die amtliche Abkürzung, das Jahr der verwendeten Fassung und die genaue Fundstelle, zum Beispiel (Bürgerliches Gesetzbuch [BGB], 2002, § 823 Abs. 1).
Im APA-Stil in der 7. Auflage bilden Gesetze eine eigene Quellenkategorie. Bei Monografien oder Aufsätzen steht der Autor vorn. Ein Gesetz hat aber keine Person als Verfasser, deshalb rückt sein Titel an diese Stelle. Hochschulleitfäden zeigen das häufig am Bayerischen Schulgesetz mit Art. 56. Das Prinzip ist immer gleich: Wer, wann und wo im Text wird durch Titel, Fassung und Norm ersetzt.
Diese Regeln musst du für deutsche Gesetze kennen:
- Titel zuerst: Schreib den vollständigen Gesetzesnamen aus, beim ersten Beleg mit Abkürzung in eckigen Klammern.
- Jahr der Fassung: Gib das Jahr der Bekanntmachung oder Neufassung an, mit der du arbeitest, beim BGB etwa 2002.
- Genaue Stelle: Nenne Paragraf (§), Artikel (Art.), Absatz (Abs.), Satz (S.) und Nummer (Nr.), soweit du sie brauchst.
- Abkürzung ab dem zweiten Beleg: Danach genügt die Kurzform, etwa
(BGB, 2002, § 433).
Wichtig zu wissen: Das offizielle APA-Handbuch orientiert sich bei Rechtsquellen am US-amerikanischen Rechtssystem. Für deutsche Gesetze arbeiten Hochschulen deshalb mit angepassten Varianten. Vergleichst du verschiedene Zitierweisen, wirst du sehen, dass die Harvard-Zitierweise ähnlich mit Kurzbelegen im Text arbeitet. Prüf daher den Leitfaden deines Instituts, bevor du dich festlegst.
Wenn du neben dem Gesetzesbeleg auch den Aufbau deiner Arbeit prüfen willst, hilft dir ein Blick auf die Bestandteile einer wissenschaftlichen Arbeit.

Schritt für Schritt zum korrekten Gesetzesbeleg
Ein sauberer Gesetzesbeleg entsteht in vier Schritten. Halte die Reihenfolge ein, dann bleiben Kurzbeleg und Verzeichnis einheitlich.
- Amtlichen Titel und Abkürzung ermitteln: Schlag den Titel in einer amtlichen Fassung nach, etwa auf gesetze-im-internet.de. Beispiel: Bürgerliches Gesetzbuch, Abkürzung BGB.
- Fassung bestimmen: Notiere, welche Fassung du benutzt. Beim BGB ist das die Neufassung vom 2. Januar 2002, veröffentlicht im BGBl. I S. 42.
- Kurzbeleg im Text formulieren: Setz die Norm so genau wie möglich in die Klammer. Beispiel für einen Satz: Der Verkäufer muss die Sache frei von Sach- und Rechtsmängeln verschaffen (BGB, 2002, § 433 Abs. 1 S. 2). Nennst du das Gesetz schon im Satz, reicht die Stelle: Nach § 433 Abs. 1 BGB ...
- Eintrag im Verzeichnis anlegen: Muster:
Bürgerliches Gesetzbuch [BGB] in der Fassung der Bekanntmachung vom 2. Januar 2002. BGBl. I S. 42. https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/
Wenn du dein Literaturverzeichnis erstellen willst, klär vorher, ob Gesetze dort hineingehören oder in ein eigenes Rechtsquellenverzeichnis. Viele Lehrstühle verlangen Letzteres. Für Landesgesetze gehst du genauso vor und ergänzt das Bundesland im Titel, wie es das bayerische Beispiel mit Art. 56 zeigt.
Arbeitest du mit vielen Normen, etwa wenn du eine juristisch geprägte Hausarbeit schreiben willst, leg dir eine Tabelle mit Titel, Abkürzung und Fassung an. So kannst du Quellenangaben richtig zitieren, ohne jedes Mal neu nachzuschlagen.
| Element | Beispiel |
|---|---|
| Titel | Bürgerliches Gesetzbuch |
| Abkürzung | BGB |
| Fassung | 2002 |
| Stelle | § 823 Abs. 1 |
Planst du schon die Gliederung einer Hausarbeit mit rechtlichem Teil, markiere dort gleich die Kapitel, in denen Normen zentral sind. Wer eine Masterarbeit schreiben möchte, profitiert von dieser Vorarbeit besonders, weil sich die Zahl der Normen dort schnell vervielfacht.
Typische Fehler und bessere Lösungen
Die meisten Fehler beim Zitieren von Gesetzen entstehen, weil das Autor-Schema von Büchern übertragen wird. Diese Beispiele zeigen die Probleme und die bessere Lösung:
- Erfundener Autor:
(Bundestag, 2002)ist falsch. Besser:(BGB, 2002, § 823), denn der Titel ersetzt den Autor. - Fehlende Norm:
(BGB, 2002)sagt nicht, welche Regel du meinst. Besser: Paragraf, Absatz und Satz angeben. - Abkürzung ohne Einführung: Wer gleich mit
BayEUGbeginnt, verwirrt. Besser: beim ersten Mal ausschreiben, Kurzform in eckigen Klammern ergänzen. - Veraltete Fassung: Ein Zitat aus einer überholten Version kann inhaltlich falsch sein. Besser: aktuelle Fassung prüfen und Abrufdatum festhalten.
- Kommentar statt Gesetz: Einen Gesetzeskommentar zitierst du wie ein Sammelwerk mit Autor. Besser: Norm und Kommentar getrennt belegen.
- Gemischte Formen: Mal
§ 823 BGB, mal(BGB, 2002, § 823)wirkt unsauber. Besser: eine Form wählen und durchhalten.
Auch Gesetzestext ist fremder Text. Übernimmst du Wortlaut, setz ihn in Anführungszeichen, sonst kannst du kein Plagiat vermeiden. Ein Gesetz ersetzt außerdem keine eigene Begründung: Die wissenschaftliche Argumentation zeigt, warum eine Norm für deine Fragestellung relevant ist.
Bevor du Normen sammelst, solltest du deine Forschungsfrage formulieren. Sie entscheidet, welche Paragrafen du überhaupt brauchst, und verhindert, dass du Gesetze nur aufzählst.

Checkliste: Was du vor der Abgabe prüfst
Mit diesen Kontrollpunkten prüfst du deine Gesetzesbelege vor der Abgabe:
- Steht im Kurzbeleg der Gesetzestitel oder die Abkürzung an erster Stelle und nirgends ein Autor?
- Ist jede Abkürzung beim ersten Vorkommen ausgeschrieben?
- Enthält jeder Beleg Paragraf oder Artikel, bei Bedarf mit Absatz und Satz?
- Stimmt das Jahr der Fassung im Text mit dem Eintrag im Verzeichnis überein?
- Ist die Fundstelle, etwa das Bundesgesetzblatt, vollständig angegeben?
- Funktioniert jede URL zur amtlichen Fassung?
- Stehen Gesetze dort, wo dein Leitfaden sie verlangt?
- Ist wörtlich übernommener Gesetzestext als Zitat gekennzeichnet?
Sorgfältiges wissenschaftliches Schreiben zeigt sich gerade an solchen Details. Prüf zusätzlich, ob dein Rechtsquellen- oder Literaturverzeichnis zum Aufbau der restlichen Arbeit passt, also zu Einleitung, Hauptteil und Anhang, und ob Form und Reihenfolge der Einträge überall gleich sind.
Gesetze dienen in empirischen Arbeiten häufig als Rahmen für die Analyse. Kläre in deinem Methodenteil, wie du sie einbeziehst. Verschaffe dir einen Überblick über Methoden wissenschaftlicher Arbeiten, bevor du dich entscheidest. Ob du Normen in einer Dokumentenanalyse auswertest oder als Kontext für Befragungen nutzt, hängt davon ab, wie du qualitative und quantitative Forschung kombinierst.
Stehen in deiner Arbeit neben APA auch Fußnoten zur Wahl, vergleiche die Regeln mit der Fußnotentechnik, die als deutsche Zitierweise bekannt ist, und bleib dann konsequent bei einem System.
So zitieren Sie diese Seite
Stand: 28. Oktober 2026korrektur.de. (2026, 28. Oktober). Gesetze im APA-Stil zitieren: Regeln und Beispiele. korrektur.de. https://korrektur.de/apa-gesetz-zitieren
„Gesetze im APA-Stil zitieren: Regeln und Beispiele.“ korrektur.de, 28. Okt. 2026, korrektur.de/apa-gesetz-zitieren. Zugriff 28. Okt. 2026.
korrektur.de (2026) Gesetze im APA-Stil zitieren: Regeln und Beispiele. Verfügbar unter: https://korrektur.de/apa-gesetz-zitieren (Zugriff: 28. Oktober 2026).
korrektur.de. „Gesetze im APA-Stil zitieren: Regeln und Beispiele.“ Zuletzt geändert 28. Oktober 2026. https://korrektur.de/apa-gesetz-zitieren.
korrektur.de. Gesetze im APA-Stil zitieren: Regeln und Beispiele [online]. 2026 [Zugriff am 28.10.2026]. Verfügbar unter: https://korrektur.de/apa-gesetz-zitieren
Quellen und Stand
- Offizielle Quelle: www.fernuni-hagen.de (geprüft am 2026-10-28)
- Gesetze im Internet (Bundesministerium der Justiz): www.gesetze-im-internet.de (geprüft am 2026-10-28)
- APA Style: Legal References: apastyle.apa.org (geprüft am 2026-10-28)