Die sechs Zeitformen des Deutschen erkennen und benennen

Das deutsche Tempussystem umfasst Präsens, Präteritum, Perfekt

Lesezeit ca. 7 Min. · zuletzt aktualisiert: 26. Oktober 2026 · Studium-Tipps

Ob Hausarbeit, Protokoll oder Übungsaufgabe: Wenn du die Zeitform eines Satzes bestimmen willst, brauchst du einen klaren Prüfweg. Hier lernst du ihn Schritt für Schritt.

Die sechs Zeitformen im Überblick

Wer eine Hausarbeit, ein Protokoll oder eine Übungsaufgabe sprachlich prüft, muss die Zeitform eines Satzes sicher erkennen. Grundlage dafür ist der Formenbestand des Tempussystems. Die Grammatik-Plattform Grammis führt sechs Tempora des Deutschen:

  • Präsens
  • Präteritum
  • Perfekt
  • Plusquamperfekt
  • Futur I
  • Futur II

Grammis trennt dabei einfache und zusammengesetzte Formen. Präsens und Präteritum gelten als einfache, synthetische Formen. Vergleiche dazu selbst Sätze wie „Ich lerne“ oder „Ich lernte“ und zähle, wie viele Verbteile du findest. Perfekt, Plusquamperfekt und Futur II zählen dagegen zu den zusammengesetzten Formen. Zu Futur I trifft diese Einordnung keine Aussage. Schlag seine Bildung deshalb selbst in einer Grammatik nach, bevor du es einer der beiden Gruppen zuordnest.

Das Ziel dieser Seite ist bewusst eng gefasst: Du sollst die sechs Zeitformen an konkreten Sätzen erkennen, die Bildung von Perfekt und Plusquamperfekt nachvollziehen und dein Ergebnis klar benennen. Die Grenzen sind ebenso deutlich. Es geht nicht darum, wann eine Zeitform stilistisch passt, und du findest hier keine Sonderfälle, Zahlen oder Fristen. Für Fragen zum Gebrauch prüfst du ein Grammatikwerk oder sprichst mit der Person, die deinen Text bewertet.

Diese Seite behandelt nur Grammatik und ersetzt keine Orientierung im Studienalltag. Praktische Studium-Tipps sammelt eine eigene Seite.

Die Bestimmung von Zeitformen unterstützt dich beim Schreiben, nicht bei der Fachwahl. Wenn du noch Studiengänge vergleichst, lies außerdem, wie du einen passenden Studiengang wählen kannst.

Ungeeignete und belastbare Vorgehensweise bei Die sechs Zeitformen des Deutschen

Schritt für Schritt die Zeitform bestimmen

  1. Finites Verb markieren: Suche im Satz das konjugierte Verb und markiere es. Damit beginnst du die Bestimmung.
  2. Einfache und zusammengesetzte Formen trennen: Prüfe, ob neben dem finiten Verb ein weiterer Verbteil steht. Steht das finite Verb allein, prüfst du Präsens und Präteritum.
  3. Hilfsverb und Partizip II prüfen: Ist das finite Verb eine Form von haben oder sein und gehört ein Partizip II dazu, achte auf die Zeit des Hilfsverbs. Steht es im Präsens, handelt es sich um ein Perfekt. Steht es im Präteritum, handelt es sich um ein Plusquamperfekt.
  4. Zeitform benennen: Ordne den Satz einer der sechs Zeitformen zu und schreib den Namen dazu.

Bleibt ein Satz unklar oder betrifft deine Frage den Gebrauch, bestimme die zuständige Person. Bei Kursaufgaben ermittelst du sie aus deinen Kursunterlagen, zum Beispiel die Seminarleitung. Ob für schriftliche Arbeiten formale Vorgaben gelten, prüfst du in deiner Prüfungsordnung.

Manche Fragen gehen über einzelne Sätze hinaus und betreffen deine Studienplanung insgesamt. Kläre dann über die Unterlagen deiner Hochschule, ob die Studienberatung dafür zuständig ist. Stehst du noch am Anfang, lies zusätzlich die Erstsemester-Tipps zur Organisation des Starts.

Halte dein Ergebnis schriftlich fest: Satz, finites Verb, Hilfsverb, Partizip II und Zeitform. Lege danach einen nächsten Schritt fest, etwa den folgenden Absatz prüfen oder eine Rückfrage formulieren.

Ablaufbeispiel: Mara prüft in ihrem Lernprotokoll den Satz „Nachdem wir das Kapitel gelesen hatten, sind wir in die Mensa gegangen.“ Sie markiert zwei finite Verben, nämlich „hatten“ und „sind“, und trägt ihr Ergebnis in eine Tabelle ein.

Tabelle: Teilsatz, Finites Verb, Partizip II, Zeitform
TeilsatzFinites VerbPartizip IIZeitform
Nachdem wir das Kapitel gelesen hattenhatten (haben im Präteritum)gelesenPlusquamperfekt
sind wir in die Mensa gegangensind (sein im Präsens)gegangenPerfekt

Als nächsten Schritt notiert Mara, den folgenden Absatz nach demselben Muster zu prüfen.

Fehler, die du beim Bestimmen vermeiden solltest

Perfekt und Plusquamperfekt sehen sich ähnlich, weil beide aus haben oder sein und einem Partizip II gebildet werden. Den Unterschied macht die Zeit des Hilfsverbs: Beim Perfekt steht es im Präsens, beim Plusquamperfekt im Präteritum. „Er hat geschrieben“ ist daher ein Perfekt, „Er hatte geschrieben“ ein Plusquamperfekt. Entsprechend ist „Sie ist gefahren“ ein Perfekt und „Sie war gefahren“ ein Plusquamperfekt.

Ein zweiter Fehler besteht darin, weitere Zeitformen zu ergänzen. Bleib bei den sechs Tempora, die Grammis nennt, und ordne deine Sätze einer davon zu. Findest du eine Form, die du nicht zuordnen kannst, notiere sie als offene Frage, statt einen eigenen Namen zu erfinden.

Verwechsle außerdem Annahmen nicht mit Regeln. Ein Gedanke wie „Klingt nach Vergangenheit, also Präteritum“ ist eine Vermutung und kein Prüfergebnis. Belastbar wird deine Bestimmung erst, wenn du finites Verb, Hilfsverb und Partizip II tatsächlich geprüft hast. Dasselbe Prinzip gilt außerhalb der Grammatik: Ob Hochschulen und Universitäten bestimmte Vorgaben machen, liest du in deren eigenen Unterlagen nach, statt es zu vermuten.

Schieb Nachweise und Rückfragen nicht auf. Notiere die Grundlage deiner Bestimmung direkt neben dem Satz und stelle offene Fragen zeitnah an die zuständige Person. So sammeln sich ungeklärte Fälle nicht bis zur Abgabe an.

Geh bei größeren Entscheidungen genauso belegorientiert vor, etwa bei der Frage Universität oder Fachhochschule oder wenn du einen Studienorientierungstest auswählst. Sammle zuerst Belege und entscheide danach.

Die sechs Zeitformen des Deutschen mit einem Ablauf aus Prüfung, Kontakt und Dokumentation

Checkliste zum Abschluss

  • Finites Verb im Satz markiert
  • Hilfsverb haben oder sein notiert, falls vorhanden
  • Partizip II geprüft
  • Zeit des Hilfsverbs bestimmt: Präsens oder Präteritum
  • Zeitform aus den sechs Tempora benannt
  • Futur I und unklare Fälle in einer Grammatik nachgeschlagen
  • Zuständige Quelle oder Stelle festgehalten
  • Zuständige Person für Rückfragen bestimmt
  • Persönlichen nächsten Schritt aufgeschrieben

Für den Formenbestand dient dir Grammis als Quelle. Für Gebrauchsfragen und formale Anforderungen ermittelst du die zuständige Stelle aus deinen Kurs- und Studienunterlagen.

Leg zum Schluss deinen persönlichen nächsten Schritt fest. Das kann der nächste Absatz deiner Arbeit sein oder eine Nachricht an die Seminarleitung. Plane die Übung so ein, dass sie neben Themen wie Wohnen im Studium oder Studentenjobs ihren festen Platz behält.

Die Checkliste bleibt auch bei anderen Anlässen dieselbe. Prüfst du deutsche Texte im Zusammenhang mit einem Auslandssemester, gehst du nach denselben Punkten vor.

So zitieren Sie diese Seite

Stand: 26. Oktober 2026

korrektur.de. (2026, 26. Oktober). Die sechs Zeitformen des Deutschen sicher bestimmen. korrektur.de. https://korrektur.de/zeitformen

Quellen und Stand

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Fragen und Antworten zum Thema Die sechs Zeitformen des Deutschen

Welche Zeitformen hat das Deutsche?

Laut Grammis kennt das Deutsche sechs Tempora: Präsens, Präteritum, Perfekt, Plusquamperfekt, Futur I und Futur II.

Welche Zeitformen sind einfache Formen?

Grammis ordnet Präsens und Präteritum als einfache, synthetische Formen ein. Perfekt, Plusquamperfekt und Futur II führt Grammis als zusammengesetzte Formen.

Woran unterscheide ich Perfekt und Plusquamperfekt?

Beide werden nach Grammis mit haben oder sein und dem Partizip II gebildet. Beim Perfekt steht das Hilfsverb im Präsens, beim Plusquamperfekt im Präteritum. Prüf also die Zeit des Hilfsverbs.

Ist Futur I eine einfache oder eine zusammengesetzte Form?

Die hier genutzte Einordnung von Grammis nennt Futur I zwar als Tempus, ordnet es aber keiner der beiden Gruppen zu. Schlag die Bildung deshalb in einer Grammatik nach, bevor du es einordnest.

Wo kläre ich Fragen zum Gebrauch einer Zeitform in meiner Arbeit?

Diese Seite erklärt nur Formenbestand und Bildung. Für Gebrauchsfragen prüfst du ein Grammatikwerk und ermittelst die zuständige Person, etwa die Seminarleitung, aus deinen Kursunterlagen.

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