Studienplan erstellen: Module und ECTS über Semester planen
Studienplan erstellen: Module, ECTS und Semester im Überblick
Dieser Leitfaden verbindet die theoretischen Grundlagen des Modulhandbuchs mit praktischen Aspekten wie ECTS-Berechnung und BAföG-Anträgen. Er zeigt, wie du deinen individuellen Weg sicher gestaltest.
Die Rolle des Modulhandbuchs
Ein Studienverlaufsplan zeigt dir alle Semester deines Studiums auf einen Blick, nicht nur die Vorlesungen einer einzelnen Woche. Beim Studienplan erstellen legst du Module und Leistungspunkte aus den Unterlagen deines Studiengangs nebeneinander. Die Universität Regensburg beschreibt das Modulhandbuch für ihren Studiengang als verbindlichen Fahrplan: Es behandelt Aufbau, Inhalte, Prüfungen und Workload der Module. Der Studienverlaufsplan ist dort eine Orientierung für den zeitlichen Ablauf mit den zugehörigen ECTS-Punkten.
Beginne mit dem Modulhandbuch und dem zugehörigen Studienverlaufsplan. Erfasse bei den vorgesehenen Modulen Angaben zu Inhalten, Prüfungen und Workload. Trage Punkte und zeitliche Abfolgen aus diesen Unterlagen in deinen Plan ein. Fehlen Angaben oder widersprechen sie sich, ermittle die zuständige Stelle aus offiziellen Unterlagen und kläre den Punkt dort. Damit stützt sich deine Planung auf die Angaben zu deinem Studiengang.
Nach der Erklärung der Universität Augsburg sind Pflichtmodule Veranstaltungen, die unbedingt besucht werden müssen. Wahlmodule und Wahlpflichtmodule lassen bei der Themenwahl Spielraum. Ordne die Pflichtmodule zuerst in deinen Plan ein und prüfe danach die Auswahlmöglichkeiten im Modulhandbuch. Stundenplan im Studium erstellen: Ordne anschließend die gewählten Module den vorgesehenen Semestern zu und gleiche die Einträge nochmals mit den Unterlagen ab. So bleiben Modulart, zeitliche Abfolge und ECTS-Punkte gemeinsam sichtbar.

ECTS und Regelstudienzeit
ECTS-Credits sind Leistungspunkte. Die Universität Stuttgart gibt für einen ECTS-Credit einen zeitlichen Aufwand von 30 Stunden an und nennt 30 ECTS-Credits für ein Semester. Die Universität Augsburg verwendet für einen Leistungspunkt ebenfalls ungefähr 30 Arbeitsstunden. Diese Zahlen sind Angaben der genannten Hochschulen. Prüfe für deinen Studiengang deshalb im eigenen Modulhandbuch, welche Punktzahl, Regelstudienzeit und Studiendauer dort ausgewiesen sind.
- Ein Semester an der Universität Stuttgart ist mit 30 ECTS-Credits angegeben.
- Ein sechssemestriges Bachelorstudium an der Universität Augsburg umfasst 180 Leistungspunkte.
- Für den dort beschriebenen Master stehen 120 Leistungspunkte bei vier Semestern Regelstudienzeit.
Die Augsburger Seite beschreibt außerdem: Wenn am Ende der Regelstudienzeit die vorgeschriebenen Leistungspunkte noch fehlen, können zur Beendigung des Studiengangs Kulanzsemester genutzt werden. Für die dort genannten Masterstudiengänge beträgt die maximale Studiendauer sechs Semester. Übertrage diese Werte nicht auf andere Hochschulen oder Studiengänge. Ermittle stattdessen die Regelungen für deinen Abschluss aus dessen Prüfungsordnung und Modulhandbuch.
Studi-Tipps im Überblick: Vergleiche die im Studienverlaufsplan vorgesehenen Punkte mit den Punkten, die dein eigenes Modulhandbuch für die Module ausweist. Notiere offene Fragen zu Prüfungen, Punktzahlen oder Studiendauer. Ermittle die zuständige Stelle aus offiziellen Unterlagen der Hochschule, bevor du deinen Plan darauf stützt. Damit unterscheidest du zwischen den belegten Beispielen aus Augsburg und Stuttgart und den Regeln deines eigenen Studiengangs.
Beispiel für einen Studienverlaufsplan
Die Universität Regensburg führt für Pädagogik im Förderschwerpunkt Lernen ab dem Wintersemester 2021/22 zwei Varianten auf. Die vertiefte Variante L90 ist dort als Hauptfach mit neun Modulen und 90 Leistungspunkten genannt. Daneben steht die qualifizierende Variante L30 als Nebenfach mit drei Modulen und 30 Leistungspunkten. Dieses Beispiel beschreibt nur diesen Studiengang an dieser Universität.
| Variante | Anzahl Module | Leistungspunkte |
|---|---|---|
| Vertiefte Variante L90 (Hauptfach) | 9 | 90 |
| Qualifizierende Variante L30 (Nebenfach) | 3 | 30 |
Leite aus der Tabelle keine allgemeine Modulzahl ab. Dein eigener Studienverlaufsplan ergibt sich aus dem Modulhandbuch deines Studiengangs. Prüfe dort, welche Module, Leistungspunkte und Reihenfolgen für dich gelten. Falls du eine Variante oder eine Zuordnung nicht findest, ermittle die zuständige Stelle aus offiziellen Hochschulunterlagen und kläre die Angabe vor der Übernahme in deinen Plan.
Studienverlaufsplan individuell anpassen: Vergleiche dein Modulhandbuch mit dem Studienverlaufsplan deines Studiengangs. Halte dabei fest, welche Angaben aus deinen Unterlagen stammen und welche nur das Regensburger Beispiel erklären. So verwendest du die Tabelle als belegtes Beispiel, ohne Zahlen, Varianten oder Modulfolgen auf andere Studiengänge zu übertragen.
BAföG-Leistungsnachweis nach Paragraph 48
Nach Paragraph 48 Absatz 1 BAföG wird Ausbildungsförderung für Höhere Fachschulen, Akademien und Hochschulen vom fünften Fachsemester an erst ab dem Zeitpunkt gezahlt, zu dem ein Leistungsnachweis vorliegt. Das Gesetz lässt dafür drei Wege zu: ein Dokument über eine bestandene Zwischenprüfung, eine Bestätigung der Ausbildungsstätte zum Leistungsstand bei planmäßigem Studienverlauf oder einen Beleg über die bis dahin gesammelten ECTS-Punkte.
Für den ECTS-Beleg nennt Paragraph 48 Absatz 1 Nummer 3 weitere Merkmale: Er muss nach Beginn des vierten Fachsemesters ausgestellt worden sein. Zudem darf die Punktzahl nicht unter dem liegen, was bei geordnetem Verlauf üblich ist. Eine feste ECTS-Zahl steht nicht im Gesetz. Ermittle daher anhand offizieller Unterlagen, welche Punktzahl für deinen Studiengang als üblicher Verlauf gilt und welche Stelle die Bescheinigung ausstellt.
Geht der Nachweis innerhalb der ersten vier Monate des nächsten Semesters ein und belegt Leistungen aus dem davor liegenden Semester, gilt er nach Paragraph 48 Absatz 1 Satz 2 als bereits zum Ende dieses vorherigen Semesters vorgelegt. Das Amt für Ausbildungsförderung darf eine spätere Vorlage nach Absatz 2 zulassen, wenn Tatsachen eine spätere Überschreitung oder Verlängerung der Förderungshöchstdauer nach den dort genannten Vorschriften rechtfertigen. Diese Entscheidung liegt beim Amt; daraus entsteht kein automatischer Anspruch.
Regelstudienzeit realistisch planen: Halte fest, welche der drei Nachweisarten für dich passend sein kann, und vergleiche deinen Leistungsstand mit den Angaben der Ausbildungsstätte. Ermittle die zuständige Stelle aus offiziellen Unterlagen. Für eine rechtliche Einordnung deines Einzelfalls kann eine Rechtsberatung sinnvoll sein.
Studienplan mit Nebenjob und Kinderbetreuung
Semesterplanung mit Nebenjob: Wenn du wegen eines Nebenjobs oder der Kinderbetreuung ein langsameres Tempo planst, prüfe frühzeitig den Leistungsnachweis nach Paragraph 48 BAföG. Ab dem fünften Fachsemester hängt die Ausbildungsförderung an Hochschulen vom vorgelegten Leistungsnachweis ab. Als Nachweis nennt das Gesetz eine bestandene Zwischenprüfung, eine Bescheinigung über die bei geordnetem Verlauf üblichen Leistungen oder erworbene ECTS-Leistungspunkte. Ermittle aus offiziellen Unterlagen, welche Nachweisform deine Ausbildungsstätte ausstellt.
Paragraph 48 Absatz 2 erlaubt dem Amt für Ausbildungsförderung eine spätere Vorlage der Bescheinigung, wenn Tatsachen eine spätere Überschreitung oder Verlängerung der Förderungshöchstdauer nach den genannten Vorschriften rechtfertigen. Die spätere Vorlage wird nicht automatisch gewährt. Ermittle die zuständige Stelle aus offiziellen Unterlagen und frage dort frühzeitig nach den Unterlagen, die für deinen Fall benötigt werden. Die Quellen nennen weder eine feste Zahl an Arbeitsstunden für Nebenjobs noch eine allgemein geltende Verlängerungsdauer.
Für die persönliche Planung kannst du Wahlpflichtmodule bewusst in Semester mit weniger Nebenjob-Stunden legen und Pflichtmodule mit hohem Workload nicht mit besonders arbeitsintensiven Phasen bündeln. Diese Einteilung knüpft an den grundsätzlichen Unterschied der Modularten an: Pflichtmodule müssen besucht werden, während Wahlmodule und Wahlpflichtmodule Spielraum bei der Themenwahl geben. Prüfe im eigenen Modulhandbuch, welche Module tatsächlich Pflicht- oder Wahlpflichtmodule sind. Trage nur die dort ausgewiesenen Punkte und Prüfungen in deinen Plan ein.
Bei Änderungen halte fest, welche Angaben aus dem Modulhandbuch stammen und welche Frage noch offen ist. Kläre offene Punkte zur Förderung beim Amt für Ausbildungsförderung, zur Prüfungsfolge beim Prüfungsamt und zu hochschulischen Regeln anhand offizieller Unterlagen. So ersetzt eine konkrete Prüfung unbelegte Aussagen über Fristen, Verlängerungen oder Folgen.

Arbeitsaufwand und Auslandssemester
ECTS in Stunden umrechnen: Die Universität Stuttgart beschreibt einen ECTS-Credit mit einem zeitlichen Aufwand von 30 Stunden pro Semester. ECTS bedeutet European Credit Transfer System und soll die Anerkennung von Studienleistungen erleichtern, die im Inland oder Ausland erbracht wurden. Auch die Universität Augsburg nennt für einen Leistungspunkt ungefähr 30 Arbeitsstunden. Diese Angaben erklären den Arbeitsaufwand als Grundlage der Leistungspunkte, nicht eine feste Zahl von Präsenzstunden.
Die Anerkennung, die das ECTS-System erleichtern soll, ist die Grundlage dafür, im Ausland erbrachte Studienleistungen im eigenen Studienverlaufsplan zu berücksichtigen. Prüfe vor einer Eintragung in deinen Plan, welche Angaben dein eigenes Modulhandbuch und die offiziellen Unterlagen der Hochschule enthalten. Ermittle die zuständige Stelle aus diesen Unterlagen, wenn unklar ist, wie eine im Ausland erbrachte Leistung in deinem Studiengang berücksichtigt wird.
Die Quellen geben keine feste Dauer und keine feste Punktzahl für ein Auslandssemester vor. Übernimm deshalb weder Wochenzahlen noch Punktwerte aus allgemeinen Beispielen. Halte stattdessen die Punkte und den Arbeitsaufwand fest, die in den Unterlagen zum konkreten Studienangebot ausgewiesen sind. Vergleiche diese Angaben anschließend mit den Modulen, die dein eigener Studienverlaufsplan vorsieht.
Wenn ein Modul mehr ECTS-Credits vergibt, ordnet die Stuttgarter Erklärung ihm einen höheren zeitlichen Aufwand zu. Nutze diese Angabe nur als Orientierung innerhalb der ausgewiesenen Punkte. Für die tatsächliche Anerkennung, Prüfungsform und Einordnung in deinen Abschluss prüfst du die offiziellen Vorgaben deines Studiengangs. Bei offenen Fragen ermittle die zuständige Stelle aus offiziellen Hochschulunterlagen und kläre den Punkt vor der Planung.
Quellen und Stand
- Gesetze im Internet: Paragraf 48 Bundesausbildungsförderungsgesetz, Absatz 1: www.gesetze-im-internet.de (geprüft am 2026-09-17)
- Gesetze im Internet: Paragraf 48 Bundesausbildungsförderungsgesetz, Absatz 1 Nummer 3: www.gesetze-im-internet.de (geprüft am 2026-09-17)
- Gesetze im Internet: Paragraf 48 Bundesausbildungsförderungsgesetz, Absatz 1 Satz 2: www.gesetze-im-internet.de (geprüft am 2026-09-17)
- Gesetze im Internet: Paragraf 48 Bundesausbildungsförderungsgesetz, Absatz 2: www.gesetze-im-internet.de (geprüft am 2026-09-17)
- Universität Augsburg: Stundenplan, Module, Leistungspunkte: www.uni-augsburg.de (geprüft am 2026-09-17)
- Universität Augsburg: Stundenplan, Module, Leistungspunkte: www.uni-augsburg.de (weitere Quelle) (geprüft am 2026-09-17)
- Universität Augsburg: Stundenplan, Module, Leistungspunkte: www.uni-augsburg.de (Quelle 2) (geprüft am 2026-09-17)
- Universität Stuttgart: Uni-A-bis-Z, ECTS-Credits (Leistungspunkte): www.student.uni-stuttgart.de (geprüft am 2026-09-17)
- Universität Stuttgart: Uni-A-bis-Z, ECTS-Credits (Leistungspunkte): www.student.uni-stuttgart.de (weitere Quelle) (geprüft am 2026-09-17)
- Universität Regensburg, Lehrstuhl Pädagogik im Förderschwerpunkt Lernen: Modulhandbuch und Studienverlaufsplan: www.uni-regensburg.de (geprüft am 2026-09-17)
- Universität Regensburg, Lehrstuhl Pädagogik im Förderschwerpunkt Lernen: Modulhandbuch und Studienverlaufsplan: www.uni-regensburg.de (weitere Quelle) (geprüft am 2026-09-17)