So erkennen Sie seriöse Privatuniversitäten und deren Gebühren
Privatuniversität: Definition, Kosten und Anerkennung
Eine Privatuniversität ist eine private Hochschule im Rang einer Universität. In Deutschland ist der Titel Universität in den meisten Ländern geschützt. Dieser Ratgeber ordnet die Lage in Deutschland und Österreich ein, zeigt Beitragsbeispiele und nennt Wege zur Finanzierung.
Rechtslage und Titelschutz in Deutschland
Private Hochschulen sind Hochschulen in privater Trägerschaft, die zur Vergabe akademischer Grade berechtigt sind. Eine Privatuniversität zählt dazu und hat Universitätsrang. In den meisten deutschen Ländern ist die Bezeichnung Universität geschützt.
Dort ist dieser Titel Hochschulen mit einem umfassenden Fächerkanon vorbehalten. Das Promotionsrecht besitzen nur Universitäten; sie dürfen Doktor- oder Professorenwürden verleihen. Andere private Bildungseinrichtungen führen offiziell den Titel Fachhochschule, Kunst- und Musikhochschule oder Private Hochschule.
Das zuständige Staatsministerium vergibt den Universitätsstatus. Dabei gelten nach dem Artikel strenge Akkreditierungsrichtlinien, welche überwiegend staatliche Hochschulen erfüllen. Eine englische Bezeichnung mit University weist deshalb nicht nach, dass eine Einrichtung den deutschen Titel Universität führen darf.
Für 2013 nennt der Artikel ungefähr 23 private Universitäten in Deutschland mit rund 19.000 eingeschriebenen Studierenden. Rund 70 Prozent studierten Wirtschafts-, Rechts- oder Sozialwissenschaften. Die Ausgaben lagen bei 362 Millionen Euro. Hochschulen und Universitäten im Überblick

Unterschiede zwischen Uni und FH
Die Einordnung beginnt beim Titel und beim Promotionsrecht. Die Handelshochschule Leipzig, die EBS Universität für Wirtschaft und Recht, die Universität Witten/Herdecke und die WHU Otto Beisheim School of Management werden als private Hochschulen mit dem Titel Universität genannt. Uni oder FH ist daher keine Frage des Namens allein, sondern der jeweiligen Einordnung.
- Titelschutz: In den meisten deutschen Ländern ist Universität ein geschützter Titel; er ist Hochschulen mit umfassendem Fächerkanon vorbehalten.
- Promotionsrecht: Nur Universitäten besitzen das Recht zur Promotion.
- Anzahl privater Universitäten: Für das Wintersemester 2019/2020 werden 20 private Universitäten und gleichgestellte Hochschulen genannt.
- Anzahl privater Fach- und Fachhochschulen: Im selben Zeitraum werden 89 private Fach- und Fachhochschulen ohne Promotionsrecht aufgeführt.
Insgesamt gab es im Wintersemester 2019/2020 116 staatlich anerkannte Hochschulen in privater Trägerschaft. Zusätzlich nennt die Statistik vier private Kunst- und Musikhochschulen sowie drei theologische Hochschulen. Für die institutionelle Akkreditierung nichtstaatlicher Hochschulen ist der Wissenschaftsrat zuständig. Er prüft dabei unter anderem Personal, Leitungsstrukturen sowie Labore und Bibliotheken.
Die Zahlen beschreiben den genannten Stichtag und ersetzen keine Prüfung eines einzelnen Studienangebots. Für die eigene Auswahl lässt sich der offizielle Hochschultitel zusammen mit dem vorhandenen Promotionsrecht vergleichen. Die genannten Gruppen zeigen, dass private Trägerschaft allein noch keine Aussage darüber trifft, ob eine Einrichtung Universität oder Fachhochschule ist.
Regulatorischer Rahmen in Österreich
Seit 2001 können Privatuniversitäten in Österreich akkreditiert werden. Zunächst führte der Österreichische Akkreditierungsrat die Akkreditierung durch; später übernahm die Agentur für Qualitätssicherung und Akkreditierung Austria diese Aufgabe. Staatlich oder privat beschreibt dabei nicht die Dauer einer Akkreditierung.
Am 1. März 2012 lösten das Hochschul-Qualitätssicherungsgesetz und das Bundesgesetz über Privatuniversitäten das Universitäts-Akkreditierungsgesetz ab. Seit diesem Zeitpunkt konnten Privatuniversitäten akademische Ehrengrade vergeben und sich um kompetitiv vergebene staatliche Forschungsgelder bewerben. Mit 1. Jänner 2021 wurde das Privatuniversitätengesetz durch das Privathochschulgesetz ersetzt.
Eine Akkreditierung galt zunächst fünf Jahre. Für Akkreditierungen ab 2012 beträgt die Laufzeit sechs Jahre. Nach zwei Akkreditierungsperioden kann eine dritte Akkreditierung für zwölf Jahre ausgesprochen werden. Die unterschiedlichen Laufzeiten machen eine Prüfung des jeweiligen Akkreditierungszeitraums erforderlich.
Die AQ Austria ist eine gesetzlich eingerichtete, sektorenübergreifende Agentur für Qualitätssicherung und Akkreditierung. Sie führt in Österreich Akkreditierungsverfahren und Audits durch. Auch weitere international anerkannte Agenturen mit Registrierung im European Quality Assurance Register for Higher Education dürfen Audits durchführen. Ab dem Wintersemester 2023/24 gibt es in Österreich 19 private Hochschulen: zwei Privathochschulen und 17 Privatuniversitäten. Eine Bundesfinanzierung für diese privaten Hochschulen ist nicht vorgesehen.
Konkrete Beiträge an der Universität Witten/Herdecke
Die StudierendenGesellschaft Witten/Herdecke nennt für die Zahlungsvariante Fixbetragsorientierte Sofortzahlung mehrere Bachelorstudiengänge mit sechs Semestern Regelstudienzeit und 180 ECTS-Punkten. Die folgenden Angaben beziehen sich jeweils auf diese Zahlungsvariante.
| Bachelorstudiengang | Beitrag pro Monat | Gesamtbetrag |
|---|---|---|
| Philosophie, Politik, Ökonomik | 996,00 Euro | 35.856,00 Euro |
| Management | 996,00 Euro | 35.856,00 Euro |
| Wirtschaft, Politik und Recht | 996,00 Euro | 35.856,00 Euro |
| Global Sustainability | 996,00 Euro | 35.856,00 Euro |
Für private Universitäten in Deutschland werden für 2013 laufende Ausgaben von rund 18.000 Euro je Studierenden genannt. Rund 8.000 Euro je Studierenden entfielen dabei auf Beiträge der Studierenden einschließlich Studiengebühren. Studienkredit vergleichen kann helfen, verfügbare Konditionen neben dem eigenen Budget einzuordnen.
Die Tabelle ist kein allgemeiner Preismaßstab für Privatuniversitäten. Für Masterstudiengänge und andere Zahlungsvarianten nennt die Seite abweichende Beträge. Daher sollten die Angaben für den gewünschten Studiengang und die gewählte Zahlungsvariante einzeln geprüft werden.
Finanzierungsquellen privater Hochschulen
Private Hochschulen bezogen laut dem Wikipedia-Artikel zu Private Hochschule 75 Prozent ihrer Finanzierung aus Studienbeiträgen und 11 Prozent aus wirtschaftlicher Tätigkeit. Bei staatlichen Hochschulen nennt der Artikel dagegen 73 Prozent Trägermittel sowie 22 Prozent Drittmittel.
Diese Anteile beschreiben die Finanzierung der Hochschulen. Sie geben keine Auskunft darüber, welcher Weg die Finanzierung einzelner Studierender bestimmt.
Stipendium finden kann als Suchbegriff für die eigene Recherche dienen. Halte dabei verfügbare Mittel und die veröffentlichten Studienbeiträge getrennt fest. So entsteht keine unbelegte Rangfolge zwischen Finanzierungswegen.
Notiere den monatlichen Beitrag und den Gesamtbetrag des gewählten Studiengangs. Vergleiche beide Angaben mit deinem Budget. Ermittle fehlende Zahlungsmodalitäten in den verfügbaren Unterlagen der Hochschule. Prüfe außerdem, ob die Angaben eine bestimmte Zahlungsvariante oder einen bestimmten Studiengang betreffen. Dokumentiere dabei nur die Werte, die für dein Studium ausgewiesen sind.
Ordne private Hochschulen anhand der veröffentlichten Beiträge und Zahlungsangaben ein. Nutze getrennte Notizen für Hochschulfinanzierung, Studienbeiträge und eigene verfügbare Mittel.

Checkliste für Ihre Entscheidung
- Prüfe, ob der Titel Universität vom zuständigen Staatsministerium verliehen wurde oder ob eine Einrichtung lediglich University im Namen verwendet. Der englische Namensbestandteil ist kein Nachweis für den offiziellen Titel.
- Prüfe die institutionelle Akkreditierung. In Deutschland ist der Wissenschaftsrat für die institutionelle Akkreditierung nichtstaatlicher Hochschulen zuständig. In Österreich führt die Agentur für Qualitätssicherung und Akkreditierung Austria Akkreditierungsverfahren und Audits durch.
- Gleiche die monatlichen Beiträge und den Gesamtbetrag des gewünschten Studiengangs mit dem eigenen Budget ab. Bei fehlenden Angaben kann die Hochschule um eine konkrete Auskunft zu den Beiträgen gebeten werden.
Hochschulen und Universitäten im Überblick ist ein Ausgangspunkt für den Vergleich. Private Hochschulen lassen sich dort nach Titel, Hochschulart und Studienangebot weiter prüfen.
Für Österreich nennt das Bundesministerium die AQ Austria als gesetzlich eingerichtete Agentur für Qualitätssicherung und Akkreditierung. Daneben können auch zugelassene, international anerkannte Agenturen Audits durchführen. Die Prüfung eines Studienangebots kann daher Titel, institutionelle Akkreditierung sowie veröffentlichte Beiträge getrennt betrachten.
Die drei Schritte dienen dazu, die im Angebot genannten Angaben nachvollziehbar zu ordnen. Sie treffen keine Aussage über die Qualität eines einzelnen Studiengangs. Entscheidend sind die für die ausgewählte Hochschule und den gewünschten Studiengang verfügbaren Informationen.
Quellen und Stand
- Wikipedia: Privatuniversität: de.wikipedia.org (geprüft am 2026-09-17)
- Wikipedia: Privatuniversität, Abschnitt Österreich: de.wikipedia.org (geprüft am 2026-09-17)
- Wikipedia: Private Hochschule: de.wikipedia.org (geprüft am 2026-09-17)
- BMFWF: Privathochschulen und Privatuniversitäten: www.bmfwf.gv.at (geprüft am 2026-09-17)
- BMFWF: Akkreditierung/Qualitätssicherung: www.bmfwf.gv.at (geprüft am 2026-09-17)
- StudierendenGesellschaft Witten/Herdecke: Studienbeiträge: studierendengesellschaft.de (geprüft am 2026-09-17)
Der Überblick „So erkennen Sie seriöse Privatuniversitäten und deren Gebühren“ ordnet das Thema vollständig ein.