Worauf es bei Presseschau im Überblick ankommt
Presseschau im Überblick: Antwort, Vorgehen und typische Fehler
Eine Presseschau bündelt die wichtigsten Pressemeldungen und Kommentare zu einem Thema, ohne sie selbst zu bewerten. Hier erfährst du, wie du eine solche Zusammenstellung für Seminar, Referat oder Hausarbeit sauber aufbaust und was am Ende geprüft sein sollte.
Was eine Presseschau ist und was sie leisten muss
Eine Presseschau ist ein Überblick über die wichtigsten Pressemeldungen und Kommentare zu einem Thema oder einem festen Zeitraum, sie gibt also wieder, was die Presse sagt, und nicht, was du selbst denkst. Für das Studium empfiehlt sich als Faustregel: fünf bis acht Quellen aus unterschiedlichen politischen Richtungen, ein klar benannter Zeitraum und pro Quelle zwei bis drei Sätze Kernaussage mit Medium und Datum.
Das Wort ist ein feminines Substantiv, es heißt also die Presseschau, im Plural die Presseschauen. Bekannt ist das Format aus dem Hörfunk: Der Deutschlandfunk sendet täglich eine Presseschau, in der Kommentare aus deutschen und internationalen Zeitungen zitiert und nebeneinandergestellt werden. Genau dieses Prinzip übernimmst du für eine Uni-Aufgabe, nur mit sauberen Quellenangaben.
Im Studium begegnet dir die Presseschau vor allem in Fächern mit Gegenwartsbezug, etwa Politikwissenschaft, Journalistik, Kommunikationswissenschaft, Geschichte oder Wirtschaft, aber auch andere Studiengänge setzen sie als Einstieg in ein Seminarthema ein. Ob sie als eigene Prüfungsleistung zählt und welchen Umfang sie haben muss, steht in der Prüfungsordnung deines Fachs oder in den Vorgaben der Lehrperson, deshalb lohnt sich ein Blick dort hinein, bevor du anfängst.
Diese Regeln tragen fast jede gute Presseschau:
- Neutralität: Du referierst Positionen, du kommentierst sie nicht.
- Ausgewogenheit: Überregionale Blätter wie FAZ, Süddeutsche Zeitung, taz und Die Welt decken verschiedene Lager ab, dazu kommen regionale oder internationale Stimmen.
- Kennzeichnung: Wörtliche Zitate stehen in Anführungszeichen, Paraphrasen im Konjunktiv der indirekten Rede.
- Nachprüfbarkeit: Jede Aussage lässt sich einem Medium, einem Datum und möglichst einem Autor zuordnen.

So erstellst du eine Presseschau in fünf Schritten
Wenn du eine Presseschau erstellst, entscheidet die Vorbereitung über die Qualität. Arbeite die folgenden Schritte nacheinander ab:
- Thema und Zeitraum festlegen. Formuliere eine enge Frage, zum Beispiel: „Wie kommentieren deutsche Tageszeitungen die Reform des BAföG in der Woche nach dem Kabinettsbeschluss?“ Ein Zeitraum von einer bis zwei Wochen hält die Menge überschaubar.
- Quellen recherchieren. Viele Hochschulen und Universitäten bieten über ihre Bibliothek Zugang zu Pressedatenbanken wie WISO oder Nexis Uni, prüf im Katalog deiner Bibliothek, welche Lizenzen dein Hochschulzugang freischaltet. Ergänzend helfen die Online-Archive der Zeitungen und Angebote wie eurotopics für europäische Stimmen.
- Auswählen und sortieren. Lege eine Tabelle mit den Spalten Medium, Datum, Autor, Kernaussage und Tendenz an. Sortiere danach entweder nach Positionen (Zustimmung, Kritik, Abwägung) oder chronologisch.
- Zusammenfassen. Nutze feste Einleitungsformeln, etwa: „Die Süddeutsche Zeitung hält die Reform für überfällig, kritisiert aber…“ oder „Die FAZ warnt, die Erhöhung reiche nicht aus.“ Wörtliche Zitate setzt du sparsam und nur für besonders prägnante Formulierungen ein.
- Einordnen und belegen. Schließe mit zwei bis drei Sätzen, welche Linien sich zeigen, ohne eigene Bewertung. Darunter steht das vollständige Quellenverzeichnis nach der Zitierweise deines Instituts.
Die Schritte bleiben gleich, ob du an einer Universität oder Fachhochschule studierst; was sich unterscheidet, sind Zugänge zu Datenbanken und die formalen Vorgaben, die du beim Institut erfragst.
Eine internationale Presseschau ist zudem eine nützliche Übung, wenn du ein Auslandssemester vorbereitest, denn wer die Zeitungen des Gastlandes über einige Wochen liest, kennt danach die Debatten, über die vor Ort gesprochen wird. Auch außerhalb der Lehre wird das Format gebraucht: Pressestellen und Agenturen lassen Medienspiegel oft von Hilfskräften zusammenstellen, solche Studentenjobs setzen genau die beschriebene Arbeitsweise voraus.
Typische Fehler und wie du sie vermeidest
Die meisten Schwächen entstehen nicht beim Schreiben, sondern bei Auswahl und Kennzeichnung. Diese Fehler kosten dich am häufigsten Punkte:
| Fehler | Bessere Lösung |
|---|---|
| Nur Quellen aus einem Lager, etwa ausschließlich linksliberale Blätter | Mindestens je eine Stimme aus verschiedenen Richtungen einbeziehen |
| Eigene Meinung mischt sich in die Zusammenfassung („zu Recht kritisiert…“) | Neutral referieren, Bewertung höchstens in einem klar abgesetzten Schlussteil |
| Meldung und Kommentar werden verwechselt | Nachrichten liefern Fakten, Kommentare Meinungen; beide getrennt kennzeichnen |
| Fehlende Datumsangaben | Zu jeder Quelle Medium, Datum und Autor notieren, schon beim Sammeln |
| Lange Zitatketten ohne eigene Struktur | Paraphrasieren und nach Positionen gliedern |
| Agenturmeldungen mehrfach gezählt | Prüfen, ob mehrere Zeitungen denselben dpa-Text übernommen haben |
Ein weiterer Stolperstein ist ein zu breites Thema. Wer im ersten Semester eine Presseschau zur „Hochschulpolitik“ ankündigt, findet Hunderte Artikel und verliert den Faden; manche Erstsemester-Tipps raten deshalb zu Recht, schon bei der ersten Hausarbeit eng einzugrenzen. Besser trägt ein konkreter Anlass, etwa der Mietspiegel einer Hochschulstadt, zu dem sich Artikel über Wohnen im Studium gut sammeln und vergleichen lassen.
Schließlich unterschätzen viele die Form: Fehlt der Konjunktiv in der indirekten Rede, klingt jede Paraphrase wie deine eigene Aussage. Schreib also „Die taz meint, die Regel gehe zu weit“ statt „Die Regel geht zu weit“.

Checkliste vor der Abgabe
Bevor du deine Presseschau abgibst oder präsentierst, prüfe diese Punkte einzeln:
- Thema und Zeitraum stehen am Anfang in einem Satz.
- Es sind mindestens fünf unterschiedliche Medien vertreten.
- Mindestens zwei politische oder publizistische Richtungen kommen zu Wort.
- Jede Quelle hat Medium, Datum und, soweit vorhanden, Autor.
- Wörtliche Zitate stehen in Anführungszeichen und sind exakt übernommen.
- Paraphrasen stehen im Konjunktiv.
- Keine Formulierung enthält deine eigene Wertung.
- Doppelte Agenturtexte sind aussortiert.
- Umfang und Zitierweise entsprechen den Vorgaben deines Kurses.
Mit diesen Kontrollpunkten erkennst du schnell, worauf es bei der Abgabe ankommt. Weitere Studium-Tipps zu Hausarbeiten und Referaten helfen dir, die Presseschau in einen größeren Arbeitsplan einzubetten.
Eine Presseschau zu Arbeitsmarkt- oder Hochschulthemen taugt auch zur Orientierung, wenn du noch einen Studiengang wählen willst, weil sie zeigt, wie öffentlich über ein Fach und seine Berufsfelder berichtet wird. Diesen Eindruck kannst du mit einem Studienorientierungstest abgleichen, der deine Interessen systematisch abfragt.
Bleiben bei Umfang, Bewertung oder Anrechnung Fragen offen, klärst du sie direkt mit der Lehrperson; geht es um grundsätzliche Entscheidungen zu Fach oder Studienverlauf, ist die Studienberatung deiner Hochschule die passende Anlaufstelle.
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Stand: 28. Oktober 2026korrektur.de. (2026, 28. Oktober). Presseschau im Überblick: So erstellst du sie. korrektur.de. https://korrektur.de/presseschau
„Presseschau im Überblick: So erstellst du sie.“ korrektur.de, 28. Okt. 2026, korrektur.de/presseschau. Zugriff 28. Okt. 2026.
korrektur.de (2026) Presseschau im Überblick: So erstellst du sie. Verfügbar unter: https://korrektur.de/presseschau (Zugriff: 28. Oktober 2026).
korrektur.de. „Presseschau im Überblick: So erstellst du sie.“ Zuletzt geändert 28. Oktober 2026. https://korrektur.de/presseschau.
korrektur.de. Presseschau im Überblick: So erstellst du sie [online]. 2026 [Zugriff am 28.10.2026]. Verfügbar unter: https://korrektur.de/presseschau
Quellen und Stand
- Offizielle Quelle: www.dwds.de (geprüft am 2026-10-28)
- Duden: Presseschau: www.duden.de (geprüft am 2026-10-28)