Nominalskala als Skalenniveau: Ablauf, Tipps und typische Fehler

Die Nominalskala hat laut dem Handbuch der Uni Hamburg

Lesezeit ca. 7 Min. · zuletzt aktualisiert: 27. Oktober 2026 · Studium-Tipps

Wenn du in einer Hausarbeit, einem Praktikum oder einer Abschlussarbeit Daten auswertest, musst du jede Variable einem Skalenniveau zuordnen. Hier erfährst du, was die Nominalskala ausmacht, wie du sie Schritt für Schritt erkennst und was du dabei festhalten solltest.

Was die Nominalskala als Skalenniveau ausmacht

Die Nominalskala ist eines der Skalenniveaus, denen du Variablen beim Auswerten von Daten zuordnest. Das epidemiologische Handbuch der Universität Hamburg stuft sie als das Skalenniveau ein, das von allen den geringsten Informationsgehalt besitzt. Die einzelnen Ausprägungen einer solchen Variable lassen sich laut diesem Handbuch nur anhand ihrer Bezeichnung voneinander unterscheiden. Sie stehen für Kategorien, zwischen denen keine logische Ordnung besteht.

Für dich bedeutet das: Bei einer nominal eingeordneten Variable sagt dir der Name einer Kategorie, zu welcher Gruppe eine Beobachtung gehört, aber nicht mehr. Eine Kategorie ist nach dieser Einordnung weder größer noch besser noch weiter vorne als eine andere. Wer zum Beispiel in einer Umfrage zum Thema Wohnen im Studium verschiedene Wohnformen abfragt, sollte zunächst prüfen, ob sich diese Antwortmöglichkeiten wirklich nur über ihre Namen unterscheiden und keine Reihenfolge enthalten.

Ziel dieser Seite ist es, dir einen klaren Ablauf an die Hand zu geben, mit dem du eine Variable sauber prüfst und deine Einordnung nachvollziehbar dokumentierst. Die Seite ersetzt aber keine Vorgabe deines Fachs. Welche Auswertungen, Kennwerte oder Verfahren du für nominale Daten einsetzen darfst, wird hier bewusst nicht festgelegt. Kläre diese Fragen mit deiner Betreuung oder den Methodenunterlagen deines Kurses.

Grenzen: Hier findest du keine Zahlen, keine Fristen und keine Regeln, die über die Einordnung aus dem Hamburger Handbuch hinausgehen. Für allgemeine Studium-Tipps rund um Hausarbeiten und Lernorganisation lohnt sich ein eigener Blick. Ermittle für die konkrete Auswertung aus den offiziellen Unterlagen deines Kurses, welche Vorgaben dort festgehalten sind.

Fortschrittsbalken für die einzelnen Ablaufstationen zu Nominalskala als Skalenniveau

Ablauf: So prüfst du eine Variable Schritt für Schritt

Ob eine Variable nominal ist, prüfst du am besten in festen Schritten. So vermeidest du, dass du eine Einordnung nur aus dem Bauch heraus triffst.

  1. Ausprägungen auflisten: Schreib alle Antwortmöglichkeiten oder Werte der Variable vollständig auf, so wie sie in deinem Fragebogen oder Datensatz stehen.
  2. Unterscheidung über die Bezeichnung prüfen: Frag dich bei jeder Kategorie, ob sie sich von den anderen allein durch ihren Namen abgrenzt. Wenn du für den Unterschied mehr brauchst als die Bezeichnung, notiere das.
  3. Fehlende Ordnung prüfen: Versuche testweise, die Kategorien in eine sinnvolle Reihenfolge zu bringen. Findest du keine logische Ordnung, spricht das für die Einordnung als Nominalskala im Sinne des Hamburger Handbuchs.
  4. Zuständige Person bestimmen: Ermittle aus den offiziellen Unterlagen deines Kurses oder deiner Abschlussarbeit, wer über die methodischen Vorgaben entscheidet. Lies außerdem in deiner Prüfungsordnung nach, ob sie dazu formale Angaben enthält.
  5. Ergebnis dokumentieren: Halte schriftlich fest, welche Variable du geprüft hast, welche Kategorien sie hat und warum du keine Ordnung festgestellt hast.
  6. Nächsten Schritt festlegen: Entscheide, ob du die Einordnung direkt übernimmst oder sie vorher mit der zuständigen Person absprichst.

Ablaufbeispiel: Lena schreibt eine Seminararbeit und befragt Kommilitoninnen und Kommilitonen, welche Studiengänge sie belegen. Sie listet die genannten Fächer auf und stellt fest, dass sich die Kategorien nur über ihren Namen unterscheiden. Beim Versuch, sie zu sortieren, findet sie keine logische Reihenfolge, nur eine alphabetische, die mit dem Inhalt nichts zu tun hat. Sie notiert die Einordnung als nominal, schreibt ihre Begründung in ihr Methodenprotokoll und schickt ihrer Betreuerin eine kurze Rückfrage, welche Auswertung für diese Variable erwartet wird.

Eine ähnliche Prüfung kannst du bei einer Frage durchführen, ob jemand an einer Universität oder Fachhochschule studiert. Auch hier listest du die Antworten auf, prüfst die Unterscheidung über die Bezeichnung und hältst fest, ob du eine Ordnung erkennst oder nicht.

Typische Fehler beim Einordnen vermeiden

Ein Fehler beim Umgang mit der Nominalskala ist es, den Kategorien eine Rangfolge zu geben. Das Hamburger Handbuch beschreibt die Kategorien dieses Skalenniveaus als Kategorien ohne logische Ordnung. Wenn du sie trotzdem als aufsteigend oder absteigend behandelst, widerspricht deine Darstellung dieser Einordnung. Auch eine Codierung mit Ziffern, etwa 1, 2 und 3 für verschiedene Antworten, macht aus den Kategorien keine Reihenfolge. Die Ziffern sind dann nur andere Namen.

Ein weiterer Fehler ist es, Auswertungsverfahren als zulässig darzustellen, ohne dafür eine Quelle zu haben. Diese Seite nennt bewusst keine Tests, Kennwerte oder Rechenverfahren. Wenn du solche Verfahren in deiner Arbeit verwenden willst, belege sie mit der Literatur oder den Unterlagen, die dein Kurs vorgibt, und frag im Zweifel nach.

  • Annahmen mit Regeln verwechseln: Wenn du glaubst, dass eine bestimmte Darstellung für nominale Daten üblich ist, ist das zunächst nur deine Annahme. Prüfe, ob deine Lehrveranstaltung oder deine Betreuung dazu eine Vorgabe macht, und kennzeichne eigene Überlegungen in deinen Notizen als solche.
  • Nachweise aufschieben: Schreib die Quelle für deine Einordnung sofort auf, solange du sie vor dir hast. Später lässt sich schwer rekonstruieren, worauf du dich gestützt hast.
  • Rückfragen aufschieben: Wenn dir bei einer Variable unklar ist, ob eine Ordnung besteht, stell die Frage früh. Je weiter deine Auswertung fortgeschritten ist, desto mehr musst du nachträglich ändern.

Dieser Punkt betrifft nicht nur die Statistik. Wer zu Beginn des Studiums die eigenen Unterlagen geordnet führt, erleichtert sich solche Prüfungen, und ergänzende Erstsemester-Tipps helfen dir dabei, Notizen und Quellen von Anfang an sauber abzulegen.

Nominalskala als Skalenniveau mit einer themenspezifischen Checkliste

Checkliste: Was du abschließend prüfst

Bevor du eine Variable als nominal in deine Arbeit übernimmst, geh diese Punkte der Reihe nach durch. Die Checkliste ist so aufgebaut, dass du sie für jede Variable einzeln abhaken kannst.

  • Variable notiert: Du hast den Namen der Variable eindeutig aufgeschrieben.
  • Ausprägungen notiert: Alle Kategorien stehen vollständig in deiner Liste, ohne Auslassungen.
  • Bezeichnung geprüft: Du hast kontrolliert, dass sich die Kategorien nur über ihre Bezeichnung unterscheiden.
  • Fehlende Ordnung festgehalten: Du hast schriftlich begründet, warum du keine logische Ordnung zwischen den Kategorien siehst.
  • Quelle festgehalten: Du hast notiert, auf welche Einordnung du dich stützt, zum Beispiel auf das epidemiologische Handbuch der Universität Hamburg, und welche Unterlagen deines Kurses gelten.
  • Zuständige Stelle bestimmt: Du weißt aus den offiziellen Unterlagen, wer über die methodischen Vorgaben deiner Arbeit entscheidet.
  • Persönlicher nächster Schritt: Du hast für dich festgelegt, was du als Nächstes tust, etwa die Einordnung übernehmen, eine Rückfrage stellen oder die Literatur deines Kurses nachlesen.

Diese Prüfung kannst du auf Umfragen zu ganz unterschiedlichen Themen anwenden, auch auf Fragen zu Studentenjobs oder einem geplanten Auslandssemester. Entscheidend bleibt, dass du für jede Variable einzeln festhältst, ob sich ihre Kategorien nur über den Namen unterscheiden und ob eine Ordnung fehlt.

Die Frage, welches Fach zu dir passt, ist eine andere Entscheidung als die Einordnung einer Variable. Wenn du gerade erst überlegst, wie du deinen Studiengang wählen sollst, kannst du einen Studienorientierungstest ausprobieren und verschiedene Hochschulen und Universitäten miteinander vergleichen. Für persönliche Fragen zu deinem Studienweg ermittle aus den Angaben deiner Hochschule, wo du die Studienberatung erreichst.

So zitieren Sie diese Seite

Stand: 27. Oktober 2026

korrektur.de. (2026, 27. Oktober). Nominalskala als Skalenniveau verständlich erklärt. korrektur.de. https://korrektur.de/nominalskala

Quellen und Stand

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Fragen und Antworten zum Thema Nominalskala als Skalenniveau

Was bedeutet Nominalskala?

Das epidemiologische Handbuch der Universität Hamburg beschreibt die Nominalskala als das Skalenniveau mit dem geringsten Informationsgehalt. Ihre Ausprägungen unterscheiden sich laut diesem Handbuch nur über ihre Bezeichnung und bilden Kategorien ohne logische Ordnung.

Darf ich nominale Kategorien sortieren?

Nach der Einordnung im epidemiologischen Handbuch der Universität Hamburg haben nominale Kategorien keine logische Ordnung. Eine alphabetische Liste zur Übersicht ist keine inhaltliche Rangfolge. Behandle die Kategorien deshalb nicht so, als stünde eine vor der anderen.

Welche Auswertung passt zur Nominalskala?

Diese Seite legt keine Auswertungsverfahren fest. Prüfe in der Literatur und den Unterlagen deines Kurses, welche Verfahren für nominale Daten vorgesehen sind, und kläre offene Fragen mit deiner Betreuung.

Wie dokumentiere ich meine Einordnung?

Notiere die Variable, alle Ausprägungen, deine Prüfung der Unterscheidung über die Bezeichnung und deine Begründung, warum keine logische Ordnung besteht. Halte außerdem fest, auf welche Quelle du dich stützt, etwa auf das epidemiologische Handbuch der Universität Hamburg.

Wen frage ich bei Unsicherheit?

Ermittle aus den offiziellen Unterlagen deines Kurses oder deiner Abschlussarbeit, wer über die methodischen Vorgaben entscheidet. Stell deine Rückfrage dort möglichst früh, bevor du mit der Auswertung weit fortgeschritten bist.

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