So gehst du bei Multikollinearität in der multiplen Regression vor
Laut Methodenberatung der Universität Zürich lassen sich mit SPSS
Toleranz und VIF gehören zusammen. Hier erfährst du, wie du beide Werte berechnest, sie mit einer oft verwendeten Faustregel vergleichst und dein Ergebnis nachvollziehbar festhältst.
Worum es bei Toleranz und VIF geht
Wenn du in einer Haus- oder Abschlussarbeit eine multiple Regression rechnest, musst du entscheiden, ob und wie du die Prädiktoren auf Multikollinearität prüfen willst und wie du diese Prüfung belegst. Laut Methodenberatung der Universität Zürich kannst du dafür in SPSS zwei Kennwerte ermitteln: die Toleranz und den VIF. Beide hängen direkt zusammen, denn der VIF ist der Kehrwert der Toleranz. Eine Toleranz von 0.10 entspricht rechnerisch also einem VIF von 10, und je kleiner die Toleranz wird, desto größer fällt der VIF aus.
Das Ziel dieser Seite ist ein nachvollziehbarer Ablauf: Du berechnest beide Werte, liest sie für jeden Prädiktor ab, vergleichst sie mit einer Faustregel und hältst das Ergebnis schriftlich fest. Auf der Seite der Zürcher Methodenberatung wird als oft verwendete Faustregel genannt, dass die Toleranz nicht unter 0.10 und der VIF nicht über 10 liegen soll. Behandle diese Schwelle als Orientierung und nicht als verbindlichen Grenzwert oder als Vorgabe der Universität Zürich.
Genauso wichtig sind die Grenzen dieser Anleitung. Die Angaben der Zürcher Methodenberatung, auf die sich diese Seite stützt, beschreiben, welche beiden Kennwerte SPSS liefert und wie sie zueinander stehen. Welche Folgen ein auffälliger Wert für dein Modell hat, über welche Menüpfade du die Werte erhältst und welche Gegenmaßnahmen passen, klärst du anhand deiner Lehrmaterialien und mit der Person, die für deine Arbeit zuständig ist. Welche Anforderungen und Termine für deine Arbeit gelten, prüfst du in den offiziellen Unterlagen deines Moduls.
Die Prüfung von Toleranz und VIF ist ein Baustein deiner Auswertung, den du sauber dokumentieren solltest. Wenn du allgemeine Studium-Tipps zur Organisation deiner Arbeit nutzt, trage diesen Schritt dort in deinen Zeitplan ein. Vergleichst du verschiedene Studiengänge mit Statistikanteil, sieh in den Modulbeschreibungen nach, ob und wo Regressionsanalysen vorkommen.

So gehst du Schritt für Schritt vor
Arbeite die folgenden Schritte in dieser Reihenfolge ab:
- Kennwerte berechnen: Lass dir in SPSS für dein Regressionsmodell Toleranz und VIF der Prädiktoren ausgeben. Welche Einstellung du dafür wählst, entnimmst du der Anleitung deines Kurses oder der SPSS-Dokumentation.
- Werte je Prädiktor ablesen: Notiere für jeden Prädiktor einzeln die Toleranz und den VIF. Kontrolliere dabei, ob der VIF jeweils dem Kehrwert der zugehörigen Toleranz entspricht.
- Mit der Faustregel vergleichen: Halte fest, ob eine Toleranz unter 0.10 oder ein VIF über 10 liegt. Kennzeichne die Schwelle als oft verwendete Faustregel und gib an, woher du sie hast.
- Zuständige Person bestimmen: Ermittle aus deiner Modulbeschreibung, der Aufgabenstellung oder der Prüfungsordnung, wer methodische Fragen zu deiner Arbeit beantwortet und welche Vorgaben dort festgehalten sind.
- Ergebnis dokumentieren: Schreibe die Werte, die verwendete Faustregel mit Quelle und deine Einschätzung in den Methodenteil oder in dein Auswertungsprotokoll.
- Nächsten Schritt festlegen: Entscheide, ob du weiterrechnest oder zuerst eine Rückfrage stellst, und trage dir einen konkreten Termin dafür ein.
Beispiel: Lena schreibt eine Hausarbeit und rechnet eine multiple Regression mit drei Prädiktoren. Sie lässt sich in SPSS Toleranz und VIF ausgeben und überträgt die Werte in eine Tabelle mit einer Zeile pro Prädiktor. Für jede Zeile rechnet sie nach, ob der VIF zum Kehrwert der Toleranz passt. Danach vergleicht sie die Werte mit der Faustregel und notiert, wo sie diese gefunden hat. Weil ihr unklar ist, welche Schwelle ihr Lehrstuhl erwartet, sucht sie in der Aufgabenstellung nach der zuständigen Ansprechperson und schickt ihr die Tabelle zusammen mit einer konkreten Frage.
Fachliche Fragen zur Auswertung gehören zu der Person, die deine Arbeit verantwortet. Geht es dagegen um deinen Studienverlauf, ermittle aus den offiziellen Unterlagen deiner Hochschule, ob dort eine Studienberatung genannt ist und wofür sie zuständig ist.
Verlass dich bei Vorgaben zu deiner Arbeit auf die Dokumente deiner eigenen Einrichtung. Wenn du Hinweise aus Übersichten über Hochschulen und Universitäten liest, gleiche sie mit den Unterlagen deines Studiengangs ab, bevor du sie übernimmst.
Typische Fehler bei der Prüfung vermeiden
- Toleranz und VIF als zwei Befunde werten: Da der VIF der Kehrwert der Toleranz ist, tragen beide Werte dieselbe Information. Schreib also nicht, dass zwei unabhängige Kennwerte auf ein Problem hindeuten, sondern berichte sie als zusammengehöriges Paar.
- Die Faustregel als Norm ausgeben: Die Schwelle von 0.10 für die Toleranz und 10 für den VIF ist eine oft verwendete Faustregel. Stelle sie in deinem Text weder als verbindlichen Grenzwert noch als Vorgabe der Universität Zürich dar.
- Annahmen mit Regeln verwechseln: Was du über dein Modell vermutest, ist noch keine Regel deines Fachs. Trenne in deinem Text klar zwischen dem, was du berechnet hast, dem, was eine Faustregel nahelegt, und dem, was eine verbindliche Vorgabe deiner Prüfung ist. Verbindliche Vorgaben belegst du mit deinen offiziellen Unterlagen.
- Nachweise und Rückfragen aufschieben: Speichere die SPSS-Ausgabe direkt nach der Berechnung und stelle offene Fragen, sobald sie auftauchen. So kannst du jeden Wert, den du in deiner Arbeit nennst, mit der passenden Ausgabe belegen.
- Folgen ohne Beleg beschreiben: Schreib keine Wirkungen eines auffälligen Wertes in deine Arbeit, die du nicht belegen kannst. Prüfe solche Aussagen in deinen Lehrmaterialien oder kläre sie mit der zuständigen Person.
Die Unterscheidung zwischen Messwert, Faustregel und Vorgabe ist der Kern einer sauberen Prüfung. Dieselbe Trennung von Annahme und Beleg kannst du auch anwenden, wenn du zwischen Universität oder Fachhochschule abwägst oder die Ergebnisse aus einem Studienorientierungstest einordnest.
Eine gute Dokumentation zeigt, woher jede Aussage stammt. Wenn du später einen Studiengang wählen willst, notiere ebenso, welche Angaben du belegt hast und welche nur auf einer Vermutung beruhen.

Checkliste für den Abschluss deiner Prüfung
Bevor du die Prüfung auf Multikollinearität abschließt, geh diese Punkte der Reihe nach durch:
- Toleranz für jeden Prädiktor notiert
- VIF für jeden Prädiktor notiert
- Kehrwertbeziehung geprüft: Jeder VIF passt zum Kehrwert der zugehörigen Toleranz
- Verwendete Faustregel mit Quelle angegeben, etwa mit Verweis auf die Methodenberatung der Universität Zürich, und ausdrücklich als Faustregel gekennzeichnet
- Zuständige Stelle oder Person aus offiziellen Unterlagen ermittelt und deren Vorgaben nachgelesen
- SPSS-Ausgabe gespeichert und im Auswertungsprotokoll abgelegt
- Persönlicher nächster Schritt mit Datum notiert
Für die Übersicht kannst du deine Werte in eine einfache Tabelle eintragen:
| Prädiktor | Toleranz | VIF | Kehrwert geprüft | Vergleich mit Faustregel |
|---|---|---|---|---|
| Prädiktor 1 | dein Wert | dein Wert | ja oder nein | deine Notiz |
| Prädiktor 2 | dein Wert | dein Wert | ja oder nein | deine Notiz |
Formuliere deinen persönlichen nächsten Schritt als einen einzigen Satz, zum Beispiel: Ich schicke meine Tabelle mit Toleranz und VIF an die zuständige Ansprechperson und frage nach, welche Schwelle für meine Arbeit gelten soll.
Plane für die Prüfung feste Arbeitsblöcke ein, damit du Werte, Quellenangabe und Rückfrage in einem Zug erledigst. Stimme diese Blöcke mit deinen Studentenjobs ab und sieh in die Erstsemester-Tipps, wenn du gerade erst ins Studium startest.
Deine Tabelle mit den Kennwerten bleibt die Grundlage für jede Rückfrage. Wenn Themen wie Wohnen im Studium oder ein geplantes Auslandssemester gerade viel Zeit beanspruchen, setze die Rückfrage an die zuständige Person trotzdem nicht ans Ende deiner Planung.
So zitieren Sie diese Seite
Stand: 27. Oktober 2026korrektur.de. (2026, 27. Oktober). Multikollinearität in der multiplen Regression prüfen. korrektur.de. https://korrektur.de/multikollinearitaet
„Multikollinearität in der multiplen Regression prüfen.“ korrektur.de, 27. Okt. 2026, korrektur.de/multikollinearitaet. Zugriff 27. Okt. 2026.
korrektur.de (2026) Multikollinearität in der multiplen Regression prüfen. Verfügbar unter: https://korrektur.de/multikollinearitaet (Zugriff: 27. Oktober 2026).
korrektur.de. „Multikollinearität in der multiplen Regression prüfen.“ Zuletzt geändert 27. Oktober 2026. https://korrektur.de/multikollinearitaet.
korrektur.de. Multikollinearität in der multiplen Regression prüfen [online]. 2026 [Zugriff am 27.10.2026]. Verfügbar unter: https://korrektur.de/multikollinearitaet
Quellen und Stand
- Offizielle Quelle: www.methodenberatung.uzh.ch (geprüft am 2026-10-27)