Macbeth von William Shakespeare
Ehrgeiz, Macht und Schuld in Schottland
Macbeth ist eine Tragödie von William Shakespeare und entstand um 1606. Drei Hexen sagen dem schottischen Feldherrn Macbeth voraus, dass er König wird. Angetrieben von seiner Frau ermordet er König Duncan und versinkt danach in immer neuer Gewalt. Diese Seite bietet eine kompakte Zusammenfassung, die wichtigsten Figuren und eine Deutung für Unterricht, Klausur und Abitur.
Überblick: Autor, Jahr, Gattung und Epoche
Macbeth stammt von William Shakespeare (1564 bis 1616) und entstand um 1606, in der Regierungszeit von König Jakob I. Es ist eine der kürzesten Tragödien Shakespeares und hat fünf Akte. Schauplatz ist Schottland im 11. Jahrhundert. Shakespeare nutzte historische Chroniken als Vorlage, gestaltete die Figuren aber frei.

Inhalt und Handlung
Nach einer gewonnenen Schlacht begegnen die Feldherren Macbeth und Banquo drei Hexen. Sie prophezeien Macbeth, er werde Than von Cawdor und später König; Banquo sagen sie, seine Nachkommen würden Könige. Kurz darauf ernennt König Duncan Macbeth tatsächlich zum Than von Cawdor. Lady Macbeth drängt ihren Mann, den König zu töten, als dieser in ihrer Burg übernachtet. Macbeth ersticht Duncan im Schlaf, die Königssöhne Malcolm und Donalbain fliehen und geraten unter Verdacht.
Macbeth wird König, fürchtet aber die Prophezeiung für Banquo. Er lässt Banquo ermorden, dessen Sohn Fleance entkommt. Beim Festmahl sieht Macbeth den Geist Banquos. Die Hexen warnen ihn vor Macduff, versichern ihm aber, kein von einer Frau Geborener könne ihm schaden und er sei sicher, bis der Wald von Birnam nach Dunsinane komme. Macbeth lässt Macduffs Frau und Kinder töten.
Lady Macbeth wandelt im Schlaf und versucht, eingebildetes Blut von ihren Händen zu waschen; sie stirbt. Malcolm und Macduff ziehen mit einem Heer heran, die Soldaten tarnen sich mit Ästen aus dem Wald von Birnam. Macduff erklärt, er sei aus dem Leib seiner Mutter geschnitten worden, und tötet Macbeth. Malcolm wird König.
Die Figuren
Macbeth ist zu Beginn ein tapferer, angesehener Krieger. Sein Ehrgeiz macht ihn zum Mörder und Tyrannen, der am Ende innerlich leer ist. Lady Macbeth wirkt anfangs entschlossener als ihr Mann, zerbricht aber an der Schuld. Banquo hört dieselbe Prophezeiung, bleibt jedoch loyal und dient als Gegenfigur. Macduff verkörpert Treue zum Land, Duncan die rechtmäßige, gütige Herrschaft. Die Hexen stehen für Verführung und das Ungewisse.
Aufbau und Sprache
Das Drama ist straff gebaut: Der Mord an Duncan im zweiten Akt bildet den Wendepunkt, danach folgt der Abstieg Macbeths. Shakespeare schreibt überwiegend in Blankversen, die Hexen sprechen in gereimten, kurzen Zeilen. Bilder von Blut, Dunkelheit und Schlaflosigkeit ziehen sich durch das Stück. Berühmt ist der Satz der Hexen „Schön ist hässlich, hässlich schön“.

Themen und Deutung
Macbeth zeigt, wie Ehrgeiz ohne moralische Grenze zerstört. Ein Mord zieht den nächsten nach sich, und Schuld lässt sich nicht abwaschen. Die Prophezeiungen werfen die Frage auf, ob Macbeth vom Schicksal gelenkt wird oder frei entscheidet. Weitere Themen sind Macht und Tyrannei, die Umkehr natürlicher Ordnung sowie die Rollenbilder von Mann und Frau.
Fazit
Macbeth ist kurz, düster und sehr dicht. Für die Klausur solltest du die Rolle der Hexen, die Beziehung zwischen Macbeth und Lady Macbeth und das Motiv des Blutes sicher erklären können. Wer die Frage nach Schicksal und freiem Willen mit Textstellen beantwortet, deutet das Stück überzeugend.
Weitere Schullektüren im Überblick: Das Schloss, Das Fräulein von Scuderi und Alle Schullektüren im Überblick.