LL.M. und Master of Laws richtig einordnen
Llm oder Master of Laws
Die Bezeichnungen LL.M. und Master of Laws führen zu einer fachlichen Einordnung zwischen akademischem Abschluss und konkretem Studienangebot. Dieser Beitrag ordnet die belegten Merkmale ein und zeigt, welche Angaben du in offiziellen Unterlagen prüfen solltest.
LL.M. oder Master of Laws fachlich einordnen
Die zentrale Vergleichsfrage lässt sich mit den vorliegenden Angaben nicht abschließend beantworten: Sie belegen nicht, ob „LL.M.“ und „Master of Laws“ unterschiedliche oder gleichbedeutende Bezeichnungen sind. Ein belastbarer Unterschied zwischen beiden Ausdrücken folgt daraus ebenfalls nicht. Für eine sichere Einordnung bleibt daher wichtig, nur die Angaben zu verwenden, die für den allgemeinen Mastergrad oder für den jeweils beschriebenen Studiengang vorliegen.
Zum allgemeinen Abschlussrahmen nennt der Hochschulkompass den Mastergrad unter den akademischen Graden. Er ordnet Bachelor, Master, Diplom und Magister Studiengängen zu, die mit einer Hochschulprüfung enden und mit der Verleihung eines akademischen Grades verbunden sind. Außerdem kann der Studienabschluss nach dieser Quelle auf einer Hochschulprüfung, einer Staatsprüfung oder einer kirchlichen Prüfung beruhen. Die Entscheidung für einen Studiengang legt zugleich fest, welcher Studienabschluss erworben wird.
Die zweite Quelle beschreibt dagegen einen einzelnen weiterbildenden Masterstudiengang im Fachbereich Rechtswissenschaft. Dort erscheint die Bezeichnung „Magister legum-Studium (LL.M.)“. Für dieses Angebot werden zwei Semester als Regelstudienzeit und 60 Leistungspunkte genannt. Der dargestellte Aufbau enthält Pflichtmodule, Wahlpflichtmodule in zwei gewählten Studienbereichen, ein Grundlagenfach sowie eine Masterarbeit mit mündlicher Abschlussprüfung. Diese Merkmale beschreiben das konkrete Angebot der Quelle; sie lassen sich nicht auf andere Studienangebote übertragen.
Für die praktische Einordnung trennst du deshalb drei Ebenen: den allgemeinen Mastergrad, die im jeweiligen Angebot verwendete Bezeichnung und den dort dokumentierten Aufbau. Lies die Abschlussbezeichnung zusammen mit Angaben zu Prüfungen, Modulen und Studienstruktur. Notiere nur, was in den Unterlagen des konkreten Angebots steht. So vermeidest du, aus einer Beschreibung eines einzelnen LL.M.-Studiengangs eine Aussage über alle Angebote abzuleiten.
Wenn du deine Studium-Tipps ordnest, Studiengänge vergleichst oder beim Studiengang wählen Unterstützung für deine eigene Prüfung suchst, halte die offene Vergleichsfrage sichtbar fest. Prüfe anschließend, welche Abschlussbezeichnung die Unterlagen verwenden und welche Bestandteile sie für genau dieses Angebot ausweisen. Die Quellen tragen eine Einordnung des Mastergrads und die Beschreibung eines bestimmten LL.M.-Studiengangs; zur Gleichbedeutung oder Verschiedenheit von LL.M. und Master of Laws liefern sie keinen Nachweis.

Belegte Ausgangspunkte und offene Prüfaufträge
Vor einer Entscheidung brauchst du zuerst die offiziellen Angaben zum konkreten Angebot. Prüfe die exakte Studiengangsbezeichnung und notiere, welcher Abschluss in den Unterlagen genannt wird. Der Hochschulkompass weist darauf hin, dass Studiengänge mit der Entscheidung für einen Studienabschluss verbunden sind. Daraus ergibt sich als erster Arbeitsauftrag: Ermittle aus den Unterlagen, welcher Abschluss dem ausgewählten Studiengang zugeordnet ist.
- Prüfe, ob die Unterlage einen Bachelorgrad, Mastergrad, Staatsexamen, Diplomgrad oder Magistergrad nennt.
- Prüfe, ob der Abschluss aufgrund einer Hochschulprüfung, Staatsprüfung oder kirchlichen Prüfung erworben wird.
- Prüfe beim Ausdruck LL.M., ob die Unterlage einen konkreten Studiengang im Fachbereich Rechtswissenschaft beschreibt.
- Prüfe, ob ein Studien- und Prüfungsaufbau mit Pflichtmodulen, Wahlpflichtmodulen, Grundlagenfach, Masterarbeit oder mündlicher Abschlussprüfung angegeben ist.
- Ermittle die zuständige Stelle aus den offiziellen Unterlagen, wenn unklar bleibt, welche Einrichtung Angaben zu Zulassung, Studienorganisation oder Prüfungen verbindlich erläutert.
Die konkrete Quelle zum beschriebenen LL.M.-Studiengang nennt eine Regelstudienzeit von zwei Semestern und 60 Leistungspunkte. Diese Angaben gehören zu dem dort beschriebenen weiterbildenden Masterstudiengang. Übertrage sie nicht ungeprüft auf ein anderes Angebot. Lies dafür dessen eigene Studien- und Prüfungsordnung.
Zur Vorbereitung kannst du außerdem die Seite Studienberatung heranziehen. Sie ersetzt jedoch nicht die Prüfung der offiziellen Angebotsunterlagen. Wenn du Universität oder Fachhochschule vergleichst, Hochschulen und Universitäten gegenüberstellst oder einen Studienorientierungstest auswertest, erhältst du dadurch noch keinen Beleg für den Aufbau eines bestimmten LL.M.-Angebots. Ermittle die zuständige Stelle aus den offiziellen Unterlagen und prüfe dort die offene Angabe.
Auch Begriffe wie Numerus Clausus, Immatrikulation und Rückmeldung sowie Modulhandbuch solltest du nur anhand der jeweils einschlägigen Unterlagen beurteilen. Für die hier belegte Einordnung sind sie keine automatisch feststehenden Voraussetzungen. Ihr konkreter Bezug ist deshalb als Prüfauftrag zu behandeln.
Begriff, Merkmale und Anwendung geordnet prüfen
Ein sinnvoller Ablauf führt von der Bezeichnung zum konkreten Studienaufbau und anschließend zur eigenen Anwendung. Arbeite die folgenden Schritte nacheinander ab. Halte nach jedem Schritt ein Zwischenergebnis fest, damit du nicht allgemeine Abschlussbegriffe und örtlich beschriebene Studienmerkmale vermischst.
- Bezeichnung erfassen: Schreibe die Bezeichnung aus der offiziellen Unterlage wörtlich ab, ohne sie mit einer anderen Bezeichnung gleichzusetzen. Zwischenergebnis: Du hast festgehalten, ob dort LL.M., Master of Laws oder ein anderer Abschlussname steht.
- Abschlussart zuordnen: Prüfe, ob die Quelle einen akademischen Mastergrad oder eine andere Abschlussart nennt. Der Hochschulkompass unterscheidet Studienabschlüsse und erklärt, dass ein Studienabschluss aufgrund einer Hochschulprüfung, Staatsprüfung oder kirchlichen Prüfung erworben werden kann. Zwischenergebnis: Du hast die in der Unterlage genannte Prüfungsart und Abschlussart notiert.
- Kontext sichern: Prüfe, ob die Angaben zu einem konkreten weiterbildenden Masterstudiengang im Fachbereich Rechtswissenschaft gehören. Die Quelle zum LL.M.-Aufbau beschreibt genau diesen Kontext. Zwischenergebnis: Du weißt, ob du eine allgemeine Abschlussinformation oder ein konkretes Angebot auswertest.
- Merkmale ordnen: Lies die genannten Bestandteile in ihrer jeweiligen Funktion. Im beschriebenen Aufbau entfallen 10 Leistungspunkte auf die Pflichtmodule „Einführung in das deutsche Recht“ und „Praktikum“, 32 Leistungspunkte auf Wahlpflichtmodule aus zwei gewählten Studienbereichen, 3 Leistungspunkte auf ein Grundlagenfach und 15 Leistungspunkte auf Masterarbeit und mündliche Abschlussprüfung. Zwischenergebnis: Du hast die belegten Bestandteile und ihre Leistungspunkte getrennt erfasst.
- Anwendung auf das eigene Studium: Vergleiche deine Notizen mit dem Modulhandbuch und der Prüfungsordnung des konkreten Angebots. Prüfe dabei, ob die dort genannten Module, Prüfungen und Abschlussanforderungen mit deiner Zusammenfassung übereinstimmen. Zwischenergebnis: Du hast Übereinstimmungen und offene Angaben sichtbar gemacht.
- Leistungspunkte nachvollziehen: Wenn die Unterlage Leistungspunkte nennt, ordne sie dem jeweiligen Bestandteil zu. Die Quelle beschreibt die Summe im konkreten Aufbau als 60 Leistungspunkte und verwendet die Abkürzung LP. Zwischenergebnis: Du kannst nachvollziehen, welcher Bestandteil welchen Anteil des beschriebenen Aufbaus bildet.
- Wissenschaftliches Arbeiten einordnen: Markiere die Masterarbeit und die mündliche Abschlussprüfung als ausdrücklich genannte Abschlussbestandteile. Behaupte darüber hinaus keine nicht belegte Wirkung oder Qualifikation. Zwischenergebnis: Du hast den wissenschaftlichen Arbeitsanteil anhand der Quelle beschrieben, ohne zusätzliche Fachfolgen abzuleiten.
- Vergleich abschließen: Stelle die Daten des konkreten Angebots den Angaben zu einem anderen Angebot gegenüber. Verwende nur Merkmale, die in den jeweiligen offiziellen Unterlagen stehen. Zwischenergebnis: Deine Entscheidung beruht auf belegten Bezeichnungen, Bestandteilen und Prüfungsangaben.
Für die Organisation des Studienstarts können ECTS-System und Erstsemester-Tipps als weitere Recherchebegriffe dienen. Prüfe auch bei finanziellen Fragen die konkreten Unterlagen zu Stipendium im Studium oder einem Studienkredit-Vergleich. Diese Begriffe liefern für sich genommen keinen Beleg für die Merkmale des LL.M.-Angebots.
Grenzen der belegten Einordnung
Die Quellen tragen eine begrenzte, aber klare Einordnung. Sie belegen Aussagen zu Studienabschlüssen sowie zum Aufbau eines konkret beschriebenen weiterbildenden LL.M.-Studiengangs. Sie tragen keine allgemeine Aussage darüber, dass alle Angebote mit der Bezeichnung LL.M. denselben Aufbau, dieselbe Dauer oder dieselbe Zahl an Leistungspunkten haben.
Ergänze deshalb keine Epochenmerkmale, Jahreszahlen oder fachlichen Eigenschaften, wenn dafür kein direkter Beleg vorliegt. Die vorliegenden Angaben enthalten keinen Auftrag, die Entwicklung der Bezeichnung LL.M. historisch zu erklären. Eine solche Aussage bleibt offen und sollte durch eine passende offizielle Quelle geprüft werden.
Nenne außerdem keine Frist, Rechtsfolge, Zulassungsvoraussetzung, Kostenangabe oder Berufsaussicht ohne direkt tragende Quelle. Auch aus der Beschreibung von Pflichtmodulen, Wahlpflichtmodulen, Grundlagenfach, Masterarbeit und mündlicher Abschlussprüfung folgt keine allgemeine Aussage über Rechte, Pflichten oder berufliche Ergebnisse.
Die Bezeichnung Master of Laws darfst du nicht allein aufgrund ihrer sprachlichen Form mit jedem LL.M.-Angebot gleichsetzen. Prüfe die offizielle Abschlussbezeichnung, die Studienordnung und die Prüfungsordnung des konkreten Angebots. Wenn eine Angabe zur Zuständigkeit oder zur Bedeutung eines Abschlussnamens fehlt, ermittle die zuständige Stelle aus den offiziellen Unterlagen.
Auch die Angabe von zwei Semestern und 60 Leistungspunkten ist in der Quelle an den beschriebenen weiterbildenden Masterstudiengang gebunden. Übertrage diese Daten nicht auf ein anderes Programm. Wenn du eine Abweichung feststellst, dokumentiere die abweichende Angabe und prüfe ihre Herkunft in den offiziellen Unterlagen.

Definition, Anwendung und Unterlagen abschließend prüfen
Bevor du deine Entscheidung festhältst, prüfe vier Ebenen getrennt. Erstens: Definition. Kannst du erklären, dass der Mastergrad als akademischer Grad mit einem Studiengang verbunden sein kann, der durch eine Hochschulprüfung abgeschlossen wird? Kannst du zugleich sagen, dass die Bezeichnung LL.M. in der herangezogenen Quelle einen konkret beschriebenen weiterbildenden Masterstudiengang Magister legum-Studium bezeichnet?
Zweitens: zentrale Merkmale. Hast du die im konkreten Aufbau genannten Pflichtmodule, Wahlpflichtmodule, das Grundlagenfach sowie Masterarbeit und mündliche Abschlussprüfung erfasst? Hast du die dazu genannten Leistungspunkte richtig dem jeweiligen Bestandteil zugeordnet? Prüfe die Angaben erneut in der Studien- und Prüfungsordnung.
Drittens: Anwendung. Kannst du anhand eines eigenen kurzen Falls zeigen, wie du vorgehst? Beispiel: Du findest ein Angebot mit der Bezeichnung LL.M. Du notierst die Bezeichnung, suchst die Abschlussart, prüfst den Studienaufbau und vergleichst ihn mit dem Modulhandbuch. Dein Ergebnis darf nur die Merkmale nennen, die diese Unterlagen tatsächlich ausweisen.
Viertens: Abgrenzung. Hast du vermieden, die Angaben des beschriebenen LL.M.-Studiengangs auf jedes Angebot mit ähnlicher Bezeichnung zu übertragen? Hast du keine unbelegten Aussagen zu Epochen, Jahreszahlen, Fristen, Rechtsfolgen, Kosten oder Berufsaussichten ergänzt?
- Prüfe die offizielle Studiengangsbezeichnung erneut.
- Prüfe die Abschlussart und die Prüfungsart erneut.
- Prüfe Modulhandbuch, Prüfungsordnung und Studienaufbau erneut.
- Ermittle die zuständige Stelle aus den offiziellen Unterlagen, wenn eine Angabe offenbleibt.
- Formuliere deine Entscheidung nur aus den belegten Merkmalen und kennzeichne offene Punkte als Prüfaufträge.
Damit enthält deine abschließende Einordnung Definition, zentrale Merkmale, Anwendung und Abgrenzung. Unterlagen und zuständige Quelle sind erneut geprüft, bevor du den eigenen Text oder die eigene Studienentscheidung darauf stützt.
Quellen und Stand
- Studienabschlüsse: Bachelor, Master, Staatsexamen, Diplom usw. - Hochschulkompass: www.hochschulkompass.de (geprüft am 2026-08-22)
- Aufbau • Fachbereich Rechtswissenschaft: www.jura.fu-berlin.de (geprüft am 2026-08-22)