Was Kritizismus in Philosophie und Alltagssprache bedeutet
Kritizismus ist im philosophischen Sinn nach Kant
Das Wort Kritizismus taucht in Seminartexten genauso auf wie in Gesprächen. Hier erfährst du, welche zwei Bedeutungen das DWDS nennt, wie du sie in deinem eigenen Text auseinanderhältst und wie du deine Wahl belegst.
Zwei Bedeutungen von Kritizismus im Überblick
Das DWDS führt Kritizismus als Substantiv mit zwei Bedeutungen. Die erste ist allgemein und beschreibt eine starke Neigung, Dinge zu kritisieren. Wenn diese Seite von Alltagssprache spricht, ist genau diese allgemeine Bedeutung gemeint. Die zweite Bedeutung gehört in die Philosophie und ist ausdrücklich an Kant gebunden.
Im philosophischen Sinn nach Kant bezeichnet Kritizismus laut DWDS eine erkenntnistheoretische Methode. Sie prüft kritisch, welche Möglichkeiten die Erkenntnis hat, nach welchen Gesetzen sie arbeitet und wo ihre Grenzen liegen. Diese Prüfung soll erfolgen, bevor jemand ein philosophisches System errichtet. Das Ziel der Methode ist also nach dem DWDS-Eintrag eine Vorabprüfung der Erkenntnis selbst und kein Urteil über einzelne Meinungen oder Personen.
Wichtig sind auch die Grenzen dieser Erklärung. Der Eintrag sagt nichts darüber, wie spätere Denkschulen den Begriff weitergeführt haben, und er liefert keine Auslegung einzelner Werke. Wer mehr über solche Zusammenhänge schreiben will, braucht dafür eigene Fachliteratur. Ob der Eintrag als Beleg für eine Begriffsklärung in deiner Hausarbeit oder deinem Referat genügt, prüfst du anhand der Vorgaben deiner Lehrveranstaltung; übernimm aus dem Eintrag nur das, was dort tatsächlich steht. Zahlen, Jahreszahlen oder Fristen nennt der Eintrag nicht, deshalb findest du sie auch hier nicht.
Die Entscheidung, die vor dir liegt, ist einfach formuliert: Welche der beiden Bedeutungen meinst du in deinem Text? Diese Frage klärst du für deinen eigenen Text, ganz gleich, welche Studiengänge du belegst. Wie du solche Begriffsfragen in deinen Arbeitsalltag einbaust, kannst du in weiteren Studium-Tipps nachlesen.

Schritt für Schritt zur passenden Bedeutung
Mit einem festen Ablauf bestimmst du die Bedeutung, ohne zu raten. Geh die folgenden Schritte nacheinander durch:
- Eintrag lesen: Schlag Kritizismus im DWDS nach und lies beide Bedeutungen vollständig, nicht nur die erste.
- Eigenen Satz prüfen: Markiere die Stelle in deinem Text und frag dich, ob es um eine Haltung geht, die vieles bemängelt, oder um eine Methode der Erkenntnisprüfung.
- Bezug auf Kant herstellen: Wenn du den philosophischen Gebrauch meinst, nenne Kant ausdrücklich, denn der Eintrag bindet diese Bedeutung an ihn.
- Zuständige Person bestimmen: Ermittle aus den offiziellen Unterlagen deiner Lehrveranstaltung, wer Fragen zu deiner Arbeit beantwortet.
- Ergebnis festhalten: Notiere die gewählte Bedeutung, den Beleg und deinen nächsten Schritt.
Beim vierten Schritt geht es um Klarheit statt um Vermutungen. Ob deine Lehrperson eine bestimmte Begriffsverwendung erwartet, steht nicht im Wörterbuch. Lies deshalb die Hinweise zur Lehrveranstaltung und, falls vorhanden, die Prüfungsordnung deines Fachs, bevor du jemanden ansprichst. Erst wenn dort keine Antwort steht, formulierst du eine Rückfrage. Ob für deine Frage eine Studienberatung oder deine Lehrperson zuständig ist, entnimmst du ebenfalls den offiziellen Unterlagen deiner Hochschule.
Ein kurzes Beispiel zeigt den Ablauf. Lena schreibt in einem Philosophieseminar den Satz: „Der Kritizismus verlangt, zuerst die Erkenntnis zu untersuchen.“ Sie liest den DWDS-Eintrag, erkennt die philosophische Bedeutung und ergänzt im Text, dass sie den Begriff im Sinne Kants verwendet. In ihren Notizen hält sie fest: „Bedeutung: philosophisch, nach Kant. Beleg: DWDS-Eintrag Kritizismus. Nächster Schritt: Seminarunterlagen auf Vorgaben zur Begriffsklärung durchsehen.“ Ein zweiter Satz aus einem Gespräch, „Sein Kritizismus nervt die ganze Gruppe“, landet in ihrer Sammlung als Beispiel für die allgemeine Bedeutung.
Die Dokumentation kannst du später für Fußnote oder Begriffsteil nutzen. Leg dafür eine kleine Tabelle an:
| Textstelle | Gewählte Bedeutung | Beleg | Nächster Schritt |
|---|---|---|---|
| Einleitung, Satz 2 | philosophisch, nach Kant | DWDS-Eintrag | Vorgaben im Kurs prüfen |
Typische Fehler beim Gebrauch des Begriffs
Ein erster Stolperstein liegt darin, die beiden Bedeutungen zu vermischen. Setze den philosophischen Kritizismus nicht mit bloßer Kritiksucht gleich. Die allgemeine Bedeutung beschreibt eine starke Neigung zum Kritisieren, die philosophische dagegen eine Methode, die Erkenntnis auf Möglichkeiten, Gesetze und Grenzen prüft. Wer in einer Seminararbeit über Kant schreibt, Kritizismus sei eine Art Nörgelei, verfehlt den gemeinten Begriff.
Ein zweiter Fehler ist, dem Eintrag mehr zuzuschreiben, als er sagt. Behaupte keine Deutung, die das DWDS nicht nennt. Aussagen über Vorläufer Kants, über spätere Strömungen oder über die Auslegung einzelner Werke kannst du nicht mit dem Wörterbuch belegen. Brauchst du solche Aussagen, such dafür eigene Fachquellen und kennzeichne sie getrennt.
Drittens solltest du Annahmen nicht mit Regeln verwechseln. Dass du in einem früheren Kurs eine bestimmte Begriffsklärung schreiben solltest, sagt nichts über die Vorgaben deines jetzigen Kurses. Prüf stattdessen die aktuellen Unterlagen. Das gilt auch für Fragen jenseits der Begriffsarbeit: Ob du einen Studiengang wählen oder dich zwischen Universität oder Fachhochschule entscheiden willst, solltest du ebenfalls auf geprüfte Informationen stützen statt auf Hörensagen.
Viertens schiebst du Nachweise und Rückfragen besser nicht auf. Notiere den Beleg in dem Moment, in dem du die Bedeutung festlegst, und formuliere eine offene Frage sofort, statt sie im Kopf zu behalten. So weißt du beim Überarbeiten noch, woher deine Begriffsklärung stammt. Wenn du einen Studienorientierungstest machst oder Erstsemester-Tipps sammelst, hilft dieselbe Gewohnheit: Halte fest, woher eine Information kommt.

Checkliste für deinen Text
Mit dieser Liste prüfst du abschließend, ob dein Gebrauch des Begriffs sauber ist:
- Gemeinte Bedeutung festgelegt: allgemeine Neigung zum Kritisieren oder philosophische Methode nach Kant.
- Bezug auf Kant geprüft: Beim philosophischen Gebrauch ist Kant im Text genannt.
- Abgrenzung zur Kritiksucht geprüft: Die philosophische Bedeutung ist nicht als Nörgelei beschrieben.
- DWDS-Eintrag als Beleg notiert, mit dem Datum deines Abrufs.
- Keine Aussage enthalten, die über den Eintrag hinausgeht, ohne eigene Fachquelle.
Als zuständige Quelle für die Wortbedeutung dient dir der DWDS-Eintrag zu Kritizismus. Für Vorgaben zu deiner Arbeit ermittelst du die zuständige Person oder Stelle aus den offiziellen Unterlagen deines Kurses. Mit dieser Trennung suchst du Formfragen nicht im Wörterbuch und richtest Bedeutungsfragen an die passende Quelle.
Zum Schluss legst du deinen persönlichen nächsten Schritt fest und schreibst ihn auf. Das kann sein, die Begriffsklärung in die Einleitung einzufügen, die Kursunterlagen durchzusehen oder eine Rückfrage abzuschicken. Neben dem Schreiben warten im Studium weitere Aufgaben, etwa rund um Wohnen im Studium oder die Suche nach Studentenjobs. Plane auch diese mit einem klaren nächsten Schritt.
Wenn du später ein Auslandssemester planst und dort Philosophie belegst, nimm deine Notizen zur Begriffsklärung mit. Prüf dann vor Ort, welche Vorgaben die dortige Lehrveranstaltung macht. Einen Vergleich verschiedener Hochschulen und Universitäten kannst du ebenfalls mit dieser Methode angehen: Bedeutung klären, Quelle notieren, nächsten Schritt festlegen.
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Stand: 26. Oktober 2026korrektur.de. (2026, 26. Oktober). Kritizismus in Philosophie und Alltagssprache. korrektur.de. https://korrektur.de/kritizismus
„Kritizismus in Philosophie und Alltagssprache.“ korrektur.de, 26. Okt. 2026, korrektur.de/kritizismus. Zugriff 26. Okt. 2026.
korrektur.de (2026) Kritizismus in Philosophie und Alltagssprache. Verfügbar unter: https://korrektur.de/kritizismus (Zugriff: 26. Oktober 2026).
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korrektur.de. Kritizismus in Philosophie und Alltagssprache [online]. 2026 [Zugriff am 26.10.2026]. Verfügbar unter: https://korrektur.de/kritizismus
Quellen und Stand
- Offizielle Quelle: www.dwds.de (geprüft am 2026-10-26)
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