Hamlet von William Shakespeare
Rache, Zweifel und Wahnsinn am dänischen Hof
Hamlet ist eine Tragödie von William Shakespeare und entstand um 1600. Der dänische Prinz erfährt vom Geist seines Vaters, dass dieser ermordet wurde, und soll Rache nehmen. Doch Hamlet zögert, zweifelt und stellt sich wahnsinnig, bis am Ende fast alle Hauptfiguren tot sind. Diese Seite bietet eine kompakte Zusammenfassung, die wichtigsten Figuren und eine Deutung für Unterricht, Klausur und Abitur.
Überblick: Autor, Jahr, Gattung und Epoche
Hamlet wurde von William Shakespeare (1564 bis 1616) um 1600 geschrieben und gehört zu seinen großen Tragödien. Das Drama hat fünf Akte und spielt auf Schloss Helsingör in Dänemark. Es entstand in der englischen Renaissance, im Zeitalter von Königin Elisabeth I. In Deutschland wird es meist in der Übersetzung von August Wilhelm Schlegel gelesen.

Inhalt und Handlung
König Hamlet ist gestorben, sein Bruder Claudius hat den Thron bestiegen und die Witwe Gertrud geheiratet. Der Geist des toten Königs erscheint seinem Sohn Hamlet und enthüllt, dass Claudius ihn vergiftet hat. Hamlet schwört Rache, spielt aber zunächst den Wahnsinnigen. Der Hofmann Polonius glaubt, Hamlet sei aus Liebe zu seiner Tochter Ophelia verrückt geworden.
Um Gewissheit zu bekommen, lässt Hamlet Schauspieler ein Stück aufführen, das den Mord nachstellt. Claudius verrät sich durch seine Reaktion. Kurz darauf ersticht Hamlet im Zimmer seiner Mutter den hinter einem Vorhang lauschenden Polonius, weil er ihn für den König hält. Claudius schickt Hamlet nach England, wo er getötet werden soll, doch Hamlet kehrt zurück. Inzwischen ist Ophelia wahnsinnig geworden und ertrunken.
Ihr Bruder Laertes will den Tod von Vater und Schwester rächen. Claudius arrangiert ein Fechtduell mit vergifteter Klinge und vergiftetem Wein. Gertrud trinkt aus dem Becher und stirbt, Laertes und Hamlet werden von der Klinge getroffen. Bevor Hamlet stirbt, tötet er Claudius. Der norwegische Prinz Fortinbras übernimmt die Herrschaft.
Die Figuren
Hamlet ist gebildet, scharfsinnig und melancholisch. Er denkt viel nach, handelt aber spät. Claudius ist ein kluger, skrupelloser Herrscher, der zugleich Schuld empfindet. Gertrud steht zwischen Sohn und Ehemann. Polonius ist ein geschwätziger Ratgeber, Ophelia ein Opfer der Machtspiele. Laertes und Fortinbras sind Söhne, die ebenfalls ihre Väter rächen wollen, und bilden so Gegenbilder zu Hamlet. Horatio ist Hamlets treuer Freund.
Aufbau und Sprache
Das Drama folgt der klassischen Struktur in fünf Akten mit Exposition, Steigerung, Höhepunkt im Schauspiel im Schauspiel, fallender Handlung und Katastrophe. Shakespeare wechselt zwischen Blankvers und Prosa. Berühmt sind Hamlets Monologe, vor allem „Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage“. Wortspiele und doppeldeutige Reden zeigen Hamlets Witz und Misstrauen.

Themen und Deutung
Im Zentrum steht das Zögern Hamlets: Er will Gewissheit, bevor er handelt, und verliert dabei Zeit. Daraus ergeben sich Fragen nach Schuld, Gewissen und Gerechtigkeit. Das Motiv von Sein und Schein zieht sich durch das ganze Stück, denn fast jede Figur spielt eine Rolle. Dazu kommen Themen wie Vergänglichkeit, Verfall der Ordnung im Staat und die Grenze zwischen gespieltem und echtem Wahnsinn.
Fazit
Hamlet gehört zu den meistgespielten Dramen der Welt. Für die Klausur solltest du Hamlets Zögern, das Spiel im Spiel und die Spiegelfiguren Laertes und Fortinbras sicher erklären können. Wer den Monolog „Sein oder Nichtsein“ deuten kann, hat einen starken Ankerpunkt für jede Interpretation.
Weitere Schullektüren im Überblick: Macbeth, Das Schloss und Alle Schullektüren im Überblick.