Case Interview oder Fachinterview gezielt einordnen
Case Interview oder Fachinterview
Ein Case Interview verlangt, dass du einen Geschäftsfall strukturiert bearbeitest. Im Fachinterview geht es um Fragen zu Kenntnissen und Erfahrungen. Hier siehst du, wie du beide Formen unterscheidest.
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Bewerbungsanschreiben: Vorlage nach DIN 5008
Der Unterschied zwischen Case Interview und Fachinterview und ein Anschreiben, bei dem nur noch der Text fehlt: Anschriftfeld 4,5 cm unter der Blattkante, Absenderblock rechts daneben, Betreff mit Stellenbezeichnung und Kennziffer. Einstieg, Hauptteil und Schluss stehen als Platzhalter bereit, jeder mit einem Satz Erklärung. Eine Seite, keine Anmeldung. Du schreibst nur noch den Text.
Die Aufgabe zuerst konkret einordnen
Case Interview und Fachinterview sind unterschiedliche Aufgabenformen. Im Case Interview löst du einen konkreten Geschäftsfall Schritt für Schritt. Im Fachinterview beantwortest du Fragen zu deinen fachlichen Kenntnissen und berufsspezifischen Erfahrungen. Beide Formen können strukturiertes Antworten verlangen, bewertet wird aber beim Case die Problemlösung und beim Fachinterview dein Wissen samt Erfahrung. Prüfe deshalb in deinen Unterlagen drei Dinge: Wie heißt die Aufgabe, welches Ziel nennt sie, und was sollst du abgeben oder bearbeiten? Halte diese drei Punkte getrennt fest.
Die Hochschule München ordnet das Case Interview in ihrem verlinkten Beitrag so ein: In einem klassischen Consulting-Interview ist der Case ein zentraler Bestandteil, und dort wird Problemlösefähigkeit geprüft. Dabei kommt es zunächst nicht auf Wissen zum Thema des Business Case an, sondern darauf, das Ziel der Aufgabe zu erkennen. Ein Fachinterview prüft dagegen fachliche Kenntnisse und berufsspezifische Erfahrungen durch Fragen. Beide Formen können sich überschneiden, wenn Antworten strukturiert begründet werden, stellen aber nicht dieselbe Aufgabe. Schau deshalb direkt in deine Unterlage, wie das Gespräch dort heißt.
Wenn du zusätzlich Studienfragen klären willst, können Studium-Tipps, Studiengänge, Hochschulen und Universitäten sowie Studiengang wählen Orientierung bieten. Für ein Case Interview oder Fachinterview sagen sie aber nichts zu Ablauf, Fragen oder Vorbereitung. Dafür zählt deine konkrete Einladung. Auch Studienberatung, Universität oder Fachhochschule und Studienorientierungstest können Studienentscheidungen unterstützen, nicht aber die Aufgabenform bestimmen.
Übernimm die Aufgabenform aus dem Originalwortlaut, bevor du dich festlegst. Zum Beispiel so: „In der Einladung steht als Aufgabe …; als Ziel steht … da; mein Ergebnis soll … zeigen.“ Lass offene Felder offen, statt sie aus der Bezeichnung zu erraten. So stützt sich deine Einordnung nur auf Text, den du wirklich vor dir hast.

Ausgangspunkte und Unterlagen gezielt prüfen
Beginne nur mit Punkten, die in deiner Aufgabenbeschreibung, Einladung oder Info stehen. Leg die Materialien nebeneinander und markiere nur, was dort ausdrücklich genannt wird. Fehlt ein Hinweis, ergänze keine Voraussetzung.
- Aufgabenname: Prüfe, ob dort Case Interview, Fachinterview oder eine andere Bezeichnung genannt wird.
- Ziel: Suche nach einer Formulierung dazu, was du bearbeiten, erklären oder vorlegen sollst.
- Unterlagen: Prüfe, welche Dokumente, Angaben oder Arbeitsmittel dort selbst aufgeführt sind.
- Herkunft der Angabe: Halte fest, aus welchem Dokument, Portal oder Hinweis der Aufgabenname stammt.
- Zuständigkeit: Ermittle die zuständige Stelle aus offiziellen Unterlagen, falls sie im vorhandenen Material nicht benannt ist.
Nutze Numerus Clausus, Immatrikulation und Rückmeldung, Modulhandbuch, Prüfungsordnung und ECTS-System nur, wenn du zusätzlich eine Studienfrage klären musst. Sie erklären nicht, wie du ein Case Interview oder Fachinterview beantwortest: Im Case strukturierst du einen Geschäftsfall, im Fachinterview begründest du Fachkenntnisse und Erfahrungen.
Für den Studienstart können Erstsemester-Tipps, Stipendium im Studium und Studienkredit-Vergleich hilfreich sein. Sie liefern keine Antwort auf ein Case Interview und keinen Maßstab für ein Fachinterview. Wenn die Einladung keine Angaben zu Ablauf, Fragen oder Bewertung enthält, markiere diese Punkte als nicht bekannt.
Den Ablauf in Schritten festlegen
- Zweck klären: Beim Case Interview bearbeitest du einen Geschäftsfall; im Fachinterview beantwortest du Fragen zum Fach zu Kenntnissen und Erfahrungen. Ergebnis: eine Gegenüberstellung der beiden Zwecke.
- Ablauf vergleichen: Notiere beim Case Interview die Schritte vom Erfassen des Geschäftsfalls bis zur begründeten Lösung. Notiere beim Fachinterview die Fragen zum Fach und deine darauf bezogenen Antworten. Fehlen Angaben zum Ablauf, markiere sie offen. Ergebnis: ein Vergleich des bekannten Ablaufs und der offenen Angaben.
- Aufgaben und Fragen sammeln: Halte beim Case Interview die genannte Aufgabe fest und beim Fachinterview die angekündigten Fragen zum Fach. Ergänze nur Material, das in der Einladung oder im Aufgabenblatt steht. Ergebnis: eine Liste der bekannten Aufgaben oder Fragen und der noch offenen Punkte.
- Bewertungsschwerpunkte prüfen: Beim Case Interview steht die Problemlösung im Mittelpunkt, beim Fachinterview Kenntnisse und Erfahrungen. Prüfe, ob die Einladung weitere Kriterien nennt; ohne Hinweis bleiben sie offen. Ergebnis: eine Gegenüberstellung der bekannten Bewertungsschwerpunkte ohne angenommene Bewertung.
- Vorbereitung planen: Für einen Case kann es sinnvoll sein, das Ziel eines Geschäftsfalls zu erfassen und eine Lösung nachvollziehbar zu strukturieren. Für ein Fachinterview bereite Fachkenntnisse und Erfahrungen vor, wenn sie zur angekündigten Rolle passen. Ergebnis: eine Vorbereitung, die zu deiner Aufgabenform passt.
- Antworttechnik festlegen: Begründe im Case Interview deinen Lösungsweg strukturiert. Beantworte im Fachinterview Fragen zum Fach klar und beziehe Erfahrungen ein, wenn sie gefragt sind. Ergebnis: eine Antwortweise, in der offene Punkte als Fragen markiert bleiben.
- Vergleich abschließen: Prüfe Zweck, Ablauf, Aufgaben oder Fragen, Bewertungsschwerpunkte, Vorbereitung und Antworttechnik für beide Formen. Markiere nicht genannte Angaben offen. Ergebnis: ein Vergleich, der bekannte und offene Punkte trennt.
Ein Beispiel für den Ablauf: Im Hinweis steht „Case Interview“, daneben ein Ziel. Du schreibst dir zuerst beides auf und schaust dann, ob Unterlagen genannt sind. Fehlt eine zuständige Stelle, suchst du sie in offiziellen Unterlagen und hältst die Fundstelle fest. Danach baust du deine Antwort nach dem Ziel auf und prüfst am Ende, ob du für jede Angabe einen Nachweis hast.
Offene Punkte nicht durch eigene Annahmen ersetzen
Stell dir vor, deine Einladung nennt nur „Case Interview“ und ein Ziel. Mehr weißt du dann nicht sicher. Alles Weitere, etwa eine zuständige Stelle, suchst du in offiziellen Unterlagen und notierst die Fundstelle, statt zu raten.
Nicht jede Einladung nennt alles. Ohne ausdrücklichen Hinweis weißt du für diesen Termin nichts über Ablauf, Aufgaben oder Fragen, Bewertung, Vorbereitung, Antworttechnik und Zuständigkeit. Allgemeine Tipps zu Vorbereitung und Antworttechnik können trotzdem helfen, sind aber keine Vorgaben des Arbeitgebers. Markiere solche Punkte als offen, wenn sie nicht genannt sind.
Ersetze offene Punkte nicht durch eigene Annahmen. Nennt die Unterlage einen Business Case als Case Interview oder beschreibt sie diese Gesprächsform eindeutig, ordne die Aufgabe dieser Form zu und beschreibe nur die genannte Aufgabe. Sonst halte die Fallaufgabe fest und lass die Interviewform offen. Daraus folgt nicht, dass ein Fachinterview genauso abläuft.
Bleibt eine Angabe offen, weil sie nirgends steht, notiere zum Beispiel: „Unterlagen in der offiziellen Einladung prüfen.“ Bei unklarer Zuständigkeit: „Zuständige Stelle aus offiziellen Unterlagen ermitteln.“ Für den Nachweis: „Geforderten Nachweis im Aufgabenhinweis prüfen.“ So siehst du die Lücke, ohne eine Regel zu erfinden, die nirgends steht.

Die Entscheidung noch einmal gegenprüfen
- Übertrage außerdem nichts von einem Thema aufs andere. Ein Beitrag zu Studienwahl, Finanzierung oder Einschreibung sagt nichts über die Gesprächsform. Nur die Einladung oder eine andere offizielle Unterlage zeigt, ob ein Case Interview oder ein Fachinterview verlangt wird.
- Hältst du den Aufgabennamen getrennt von deiner eigenen Deutung fest?
- Notierst du Kriterien nur, wenn sie in deiner Einladung klar stehen?
- Hast du die Unterlagen noch einmal mit Aufgabenblatt, Einladung oder einer offiziellen Stelle abgeglichen?
- Richten sich deine Schritte am genannten Zweck aus statt an einer erfundenen Routine?
- Passt dein Ergebnis zu Aufgabenname, Ziel und vorhandenen Unterlagen?
- Kannst du Quelle, Notizen und Bearbeitungsstand wiederfinden?
Geh die Prüfung am Ende noch einmal in dieser Reihenfolge durch: Ziel, Voraussetzungen, Unterlagen, zuständige Stelle, Schritte, Ergebnis und Nachweis. Gehe bei jedem offenen Punkt zur Einladung oder zum Hinweis zurück. Findest du dort keine Antwort, ermittle die zuständige Stelle aus offiziellen Unterlagen und lass die Frage bis zur Klärung offen. Die Abschlussprüfung ersetzt also keine fehlende Information, sondern zeigt, was du noch klären musst.
Quellen und Stand
- Hinweis zum Repositorium der HAW Hamburg: Prüfe das konkrete Linkziel, bevor du es als Beleg verwendest.
- Verlinkter Beitrag der Hochschule München: How-To „Case Interview“: News: Hochschule München: hm.edu.