Ähnlichkeitsanalyse bei schriftlichen Arbeiten: Ablauf und Tipps
Die Universität Innsbruck sieht die Ähnlichkeitsprüfung mit Turnitin
Eine Ähnlichkeitsanalyse vergleicht deine Hausarbeit, Bachelorarbeit oder Masterarbeit automatisch mit Webseiten, Fachliteratur und früher eingereichten Arbeiten. Sie markiert übereinstimmende Textstellen. Ob ein Plagiat vorliegt, entscheidet danach ein Mensch, nicht die Prozentzahl.
Was eine Ähnlichkeitsanalyse zeigt und was nicht
Eine Ähnlichkeitsanalyse bei schriftlichen Arbeiten ist ein Softwareabgleich, der gleiche oder sehr ähnliche Wortfolgen in deinem Text findet und die mutmaßliche Quelle daneben anzeigt. Das Ergebnis ist ein Bericht mit einem Gesamtwert in Prozent und farbig markierten Stellen, aber kein Urteil über Täuschung.
Die wichtigste Regel lautet: Der Prozentwert allein beweist nichts. Ein Wert von 20 Prozent kann vollständig aus korrekt belegten Zitaten, Gesetzestexten, Fachbegriffen und dem Literaturverzeichnis bestehen. Umgekehrt kann ein niedriger Wert eine einzelne, unbelegt übernommene Passage enthalten, die trotzdem ein Plagiat ist. Die Universität Innsbruck, die Similarity von Turnitin einsetzt, beschreibt die Software ausdrücklich als Hilfsmittel, mit dem Lehrende zu einer Beurteilung kommen. Dieselbe Logik gilt an deutschen Hochschulen: Gutachterinnen und Gutachter schauen sich jede auffällige Stelle einzeln an.
Verbreitete Programme sind Turnitin mit dem Similarity Report und Ouriginal, das aus dem früheren Urkund hervorgegangen ist. Welche Software deine Hochschule nutzt und ob du selbst vorab prüfen darfst, steht nicht in einem bundesweiten Gesetz, sondern in den Regeln deiner Einrichtung. Schau deshalb in deine Prüfungsordnung und in die Hinweise deines Instituts zur Abgabe. Weil Hochschulen und Universitäten das Verfahren unterschiedlich organisieren, lohnt sich der Blick in die Satzung deiner eigenen Fakultät mehr als jede allgemeine Faustregel.

Ablauf: So gehst du vor der Abgabe vor
Der Ablauf einer Ähnlichkeitsanalyse beginnt nicht beim Hochladen, sondern beim Schreiben. Wer sauber zitiert, muss den Bericht später kaum fürchten. Diese Schritte haben sich bewährt:
- Quellen beim Lesen festhalten: Notiere zu jedem Exzerpt Autor, Jahr und Seitenzahl, etwa
Müller 2021, S. 45. Kopierte Sätze markierst du sofort mit Anführungszeichen, damit du sie später nicht für eigene Formulierungen hältst. - Paraphrasen wirklich umformulieren: Aus „Die Digitalisierung verändert die Arbeitswelt grundlegend“ wird nicht „Die Digitalisierung verändert die Arbeitswelt stark“, sondern ein eigener Satz mit eigener Struktur und Beleg, zum Beispiel: Nach Müller (2021, S. 45) wandeln sich durch digitale Werkzeuge Tätigkeiten und Arbeitsorte.
- Regeln klären: Frag bei deiner Betreuung nach, ob die Arbeit automatisch geprüft wird und ob du den Bericht einsehen darfst. Eine kurze Mail reicht, etwa: „Wird meine Arbeit mit einer Software auf Ähnlichkeiten geprüft, und kann ich den Bericht vor der Bewertung einsehen?“
- Bericht lesen, falls du ihn bekommst: Geh jede markierte Stelle durch. Prüfe, ob sie in Anführungszeichen steht und belegt ist, ob es sich um eine Standardformulierung handelt oder ob dir tatsächlich ein Beleg fehlt.
- Nachbessern: Fehlende Quellenangaben ergänzt du, zu nah an der Vorlage formulierte Absätze schreibst du neu.
Diese Tipps gelten unabhängig davon, welche Studiengänge du belegst, denn Zitierregeln unterscheiden sich zwar im Stil, nicht aber in der Pflicht, fremde Gedanken kenntlich zu machen. Wer sich vor dem Studium noch fragt, ob eher Universität oder Fachhochschule passt, sollte wissen, dass schriftliche Arbeiten an beiden Hochschularten nach diesem Maßstab bewertet werden.
Plane für das Durchgehen des Berichts echte Arbeitszeit ein und leg sie nicht auf den letzten Abend. Gerade wenn Studentenjobs und Seminare dieselbe Woche füllen, entstehen unter Druck die typischen Lücken bei Belegen.
Typische Fehler und die bessere Lösung
- Fehler: Nur auf den Prozentwert schauen. Viele halten einen niedrigen Wert für eine Freigabe. Besser: Lies die einzelnen Treffer, denn bewertet wird die Stelle, nicht die Zahl.
- Fehler: Synonyme austauschen, um Treffer zu vermeiden. Wer nur Wörter ersetzt, produziert eine verschleierte Übernahme, die Prüfende trotzdem erkennen. Besser: Gedanken in eigener Satzstruktur wiedergeben und belegen.
- Fehler: Kostenlose Online-Prüfer nutzen. Bei manchen Gratisdiensten ist unklar, was mit deinem hochgeladenen Text passiert. Besser: Lies die Nutzungsbedingungen genau oder frag, welches Werkzeug deine Hochschule bereitstellt.
- Fehler: Eigene ältere Arbeiten unmarkiert wiederverwenden. Hast du eine Hausarbeit schon einmal eingereicht, kann die Software sie als Quelle finden. Besser: Übernahmen aus eigenen Texten nur nach Absprache und mit Kennzeichnung.
- Fehler: Übersetzte Passagen ohne Beleg. Ein englischer Fachtext, ins Deutsche übertragen, bleibt fremdes Gedankengut. Besser: Übersetzung als Zitat oder Paraphrase mit Quellenangabe ausweisen.
- Fehler: KI-Texte ungeprüft einfügen. Sprachmodelle können Formulierungen erzeugen, die bestehenden Texten ähneln, und erfinden mitunter Quellen. Besser: Prüfe jede Angabe am Original und halte dich an die Regeln deines Instituts zum KI-Einsatz.
Viele dieser Fehler entstehen am Studienanfang, wenn wissenschaftliches Arbeiten neu ist. Gute Erstsemester-Tipps enthalten deshalb fast immer den Rat, früh einen Kurs zum Zitieren zu besuchen. Wenn du unsicher bist, ob eine markierte Stelle problematisch ist, klärt die Studienberatung oder die Schreibberatung deiner Hochschule das in einem kurzen Gespräch.

Checkliste vor der Abgabe
Mit diesen Kontrollpunkten prüfst du deine schriftlichen Arbeiten, bevor sie in die Ähnlichkeitsanalyse gehen:
- Jedes wörtliche Zitat steht in Anführungszeichen und hat eine Seitenangabe.
- Jede Paraphrase hat einen Beleg direkt im Satz oder in der Fußnote.
- Jede im Text genannte Quelle steht im Literaturverzeichnis, und umgekehrt.
- Kein Absatz folgt Satz für Satz der Struktur einer einzigen Vorlage.
- Übersetzte Passagen sind als fremde Gedanken gekennzeichnet.
- Wiederverwendete eigene Texte sind abgesprochen und markiert.
- Du weißt, welche Software eingesetzt wird und ob du den Bericht einsehen kannst.
- Die Eigenständigkeitserklärung ist unterschrieben und entspricht der aktuellen Vorlage deines Prüfungsamts.
Die Checkliste passt auch zu Arbeiten, die du im Auslandssemester schreibst, denn Partnerhochschulen prüfen häufig mit denselben Werkzeugen und erwarten dieselbe Sorgfalt bei Belegen. Weitere Studium-Tipps zum Schreiben und Organisieren helfen dir, die Arbeit rechtzeitig fertigzustellen, auch wenn nebenbei Fragen zum Wohnen im Studium oder zur Finanzierung anstehen.
Für Studieninteressierte ist das Thema schon vor der Einschreibung nützlich: Wer gerade den Studiengang wählen möchte, kann in Fächern mit vielen Hausarbeiten früh mit Ähnlichkeitsprüfungen rechnen. Ein Studienorientierungstest zeigt dir zwar Interessen und Stärken, sagt aber nichts über den Schreibanteil eines Fachs; diesen Anteil erkennst du am Modulhandbuch des jeweiligen Studiengangs.
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Stand: 28. Oktober 2026korrektur.de. (2026, 28. Oktober). Ähnlichkeitsanalyse im Studium: Ablauf und Tipps. korrektur.de. https://korrektur.de/aehnlichkeitsanalyse
„Ähnlichkeitsanalyse im Studium: Ablauf und Tipps.“ korrektur.de, 28. Okt. 2026, korrektur.de/aehnlichkeitsanalyse. Zugriff 28. Okt. 2026.
korrektur.de (2026) Ähnlichkeitsanalyse im Studium: Ablauf und Tipps. Verfügbar unter: https://korrektur.de/aehnlichkeitsanalyse (Zugriff: 28. Oktober 2026).
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korrektur.de. Ähnlichkeitsanalyse im Studium: Ablauf und Tipps [online]. 2026 [Zugriff am 28.10.2026]. Verfügbar unter: https://korrektur.de/aehnlichkeitsanalyse
Quellen und Stand
- Offizielle Quelle: www.uibk.ac.at (geprüft am 2026-10-28)
- Wikipedia: Plagiat: de.wikipedia.org (geprüft am 2026-10-28)