Lektorat für Politikwissenschaft und Soziologie im Studium
Analytische Begriffe von normativen Wertungen abgrenzen
Sozialwissenschaftliche Arbeiten haben eine typische Baustelle: Dieselben Wörter dienen als analytische Fachbegriffe und als politische Alltagsvokabeln. Populismus, Elite, Integration oder Prekarität bedeuten im Theoriekapitel etwas anderes als in der Tageszeitung. Wo diese Trennschärfe fehlt, wird aus einer Analyse eine Meinung.
Die unmarkierte Wertung
Der häufigste sprachliche Befund in sozialwissenschaftlichen Arbeiten ist ein Satz, der eine Bewertung enthält und wie ein Befund gebaut ist. „Die Reform hat die Lage der Betroffenen verschlechtert“ klingt empirisch, setzt aber einen Maßstab voraus, der nicht genannt wird: verschlechtert gemessen woran?
Wir markieren solche Stellen als Kommentar. Deine Position schreiben wir nicht um, denn eine normative Aussage ist in vielen Arbeiten ausdrücklich erwünscht. Sie muss nur als solche erkennbar sein, etwa durch eine explizite Zuschreibung oder die Nennung des Bewertungsmaßstabs.

Theoriebegriffe kehren zur Alltagsbedeutung zurück
Wer Bourdieus Kapitalbegriff einführt, darf Kapital später nicht im ökonomischen Alltagssinn verwenden, ohne das zu markieren. Wer Herrschaft nach Weber definiert, sollte den Begriff im Analyseteil nicht als Synonym für Macht gebrauchen.
Dieser Rückfall passiert fast immer dort, wo Theorie und Empirie aufeinandertreffen, weil im Materialteil näher an der Alltagssprache formuliert wird. Wir gleichen jeden definierten Begriff mit seiner Verwendung im weiteren Text ab und melden, wo die Definition verlassen wird. Die Entscheidung, ob das gewollt ist, bleibt bei dir.
Besonders häufig betrifft das Begriffe, die zugleich politische Schlagwörter sind. Wer Prekarität sauber definiert und später von prekären Verhältnissen im umgangssprachlichen Sinn schreibt, verliert genau die Trennschärfe, die der Theorieteil aufgebaut hat.
Variablen, Operationalisierung und Tabellen
Bei quantitativen Arbeiten prüfen wir die Kette von der Operationalisierung bis zur Tabelle: Heißt die Variable im Methodenteil, in der Tabelle und in der Diskussion gleich? Stimmen die Fallzahlen überein? Ist bei zusammengefassten Items erkennbar, wie die Skala gebildet wurde?
Abweichungen entstehen hier, weil Variablennamen aus der Auswertungssoftware übernommen und im Text „schöner“ formuliert werden. Aus eink_net wird im Text „Haushaltseinkommen“, in der Tabelle „Nettoeinkommen“, und die Zuordnung muss von der lesenden Person geraten werden.

Interviewzitate bleiben im Wortlaut
Bei qualitativen Arbeiten gilt dieselbe Regel wie in der Geschichtswissenschaft: Transkribierte Aussagen fassen wir nicht an. Jede Glättung verändert die Datengrundlage, auf der die Interpretation aufbaut.
Geprüft wird die Einbettung: ob das Zitat korrekt gekennzeichnet ist, ob die Fallnummer oder das Pseudonym einheitlich verwendet wird und ob Auslassungen nach den angegebenen Transkriptionsregeln markiert sind. Ebenso melden wir, wenn ein Zitat im Fließtext anders wiedergegeben wird als im Anhang.
Preise für Haus- und Abschlussarbeiten
Das Standard-Lektorat kostet 4,90 € pro Normseite bei fünf Werktagen, das Korrektorat 1,90 €. Eine Hausarbeit mit 20 Normseiten liegt bei rund 98 Euro, eine Bachelorarbeit mit 45 Seiten bei rund 221 Euro. Express ist für 6,90 € in 48 Stunden oder 8,90 € in 24 Stunden möglich.
Weiterführend: Politikwissenschaft, Soziologie-Themen, Operationalisierung, qualitative Inhaltsanalyse und Diskursanalyse.