Pressemitteilungen vor dem Versand prüfen lassen
Kernaussage, Zitate und Zahlenangaben belastbar machen
Eine Pressemitteilung wird von Redaktionen in Sekunden sortiert. Die Entscheidung fällt im ersten Absatz und an der Frage, ob die Zahlen prüfbar sind. Ein Lektorat, das nur Kommafehler beseitigt, greift für diese Textsorte zu kurz.
Der erste Absatz entscheidet
Was ist passiert, wer ist beteiligt, seit wann gilt es, warum ist es für die Leserschaft dieses Mediums relevant? Stehen diese vier Angaben nicht im ersten Absatz, sinkt die Chance auf Aufnahme deutlich.
Der häufigste Befund ist ein Einstieg, der bei der Unternehmensgeschichte beginnt und die Nachricht in Absatz drei versteckt. Wir melden das und schlagen eine Umstellung vor, schreiben die Mitteilung aber nicht neu, solange Sie das nicht ausdrücklich beauftragen.

Zitate müssen freigegeben und sprechbar sein
Zitate in Pressemitteilungen sind zwei Dinge zugleich: eine Aussage der zitierten Person und ein Textbaustein. Beides gerät in Konflikt, wenn ein Zitat aus drei Nebensätzen besteht, die niemand so sagen würde.
Wir prüfen Zitate auf Sprechbarkeit und melden Formulierungen, die als Werbeaussage gelesen werden. An Zitaten ändern wir nichts eigenmächtig: Sie sind freigegeben oder nicht. Auch Funktionsbezeichnungen und Namensschreibweisen gleichen wir gegen Ihre Angaben ab, weil ein falscher Titel im Zitat regelmäßig zu einer Korrekturbitte führt.
Zahlen ohne Bezugsgröße sind kein Argument
„Wachstum von 40 Prozent“ lässt offen, worauf und gegenüber welchem Zeitraum. Redaktionen streichen solche Angaben oder fragen nach, was Zeit kostet. Wir melden jede Zahl ohne Bezugsgröße, Zeitraum oder Quelle.
Dazu kommt die Konsistenz zwischen Mitteilung, Factsheet und Website: Mitarbeitendenzahl, Gründungsjahr und Standortangaben weichen erstaunlich oft voneinander ab, weil die Boilerplate seit zwei Jahren nicht aktualisiert wurde.

Formalia, die vor dem Versand stimmen müssen
Sperrfrist mit Datum und Uhrzeit, Ansprechperson mit direkt erreichbarer Nummer, Hinweis auf Bildmaterial samt Rechteangabe, einheitliche Boilerplate am Ende. Diese Punkte kosten wenig Zeit und fallen trotzdem regelmäßig aus, weil die Mitteilung kurz vor Feierabend rausgeht.
Wir prüfen sie als feste Liste mit und liefern die Rückmeldung so, dass Sie sie ohne Nacharbeit abhaken können. Fakten und Form werden dabei getrennt zurückgemeldet: einmal die inhaltlichen Rückfragen, einmal die formalen Punkte. Das spart die übliche Schleife, in der eine Rückmeldung erst sortiert werden muss, bevor jemand sie abarbeiten kann.
Bei Mitteilungen, die in mehrere Kanäle gehen, prüfen wir auf Wunsch die Kurzfassungen gleich mit. Der Anriss für den Verteiler, der Text für die Newsroom-Seite und der Beitrag für das eigene Netzwerkprofil entstehen oft nacheinander, und die Zahlen darin weichen dann voneinander ab. Ein gemeinsamer Durchgang verhindert, dass drei Fassungen mit drei Wachstumsraten unterwegs sind.
Konditionen und Reaktionszeit
Pressemitteilungen sind kurz: ein bis zwei Normseiten. Über das kostenlose Geschäftskonto kostet das Korrektorat ab 1,90 €, das Lektorat ab 4,90 € pro Normseite mit 1.800 Zeichen. Für regelmäßige Mitteilungen lohnt sich die Sammelabrechnung: Sie beauftragen einzeln und erhalten eine Monatsrechnung.
Weil hier fast immer Termindruck herrscht, ist die 24-Stunden-Stufe der Normalfall. Nennen Sie uns den Versandzeitpunkt, wir bestätigen die Machbarkeit vorab. Weiterführend: B2B-Konditionen, Agenturtexte und Geschäftsberichte.