Hypothesen aus Literatur nachvollziehbar ableiten
Hypothesen aus Literatur ableiten
Eine Hypothesenableitung verbindet die Literaturaufarbeitung mit den theoretischen Grundlagen und einer klar formulierten Hypothese. Der folgende Aufbau macht diese Verbindung im eigenen wissenschaftlichen Text sichtbar und prüfbar.
Die Hypothesenableitung im wissenschaftlichen Arbeiten einordnen
Hypothesen aus Literatur ableiten steht im wissenschaftlichen Arbeiten bei den Arbeitsschritten rund um eine Abschlussarbeit. Die Quelle nennt dafür Literatursuche, das Herausarbeiten einer Fragestellung, Literaturaufarbeitung, die Erarbeitung theoretischer Grundlagen und die Ableitung von Hypothesen. Diese Punkte bieten einen engen Rahmen für einen eigenen Entwurf: Suche Literatur, arbeite die Frage heraus, bearbeite die ausgewählten Texte und formuliere anschließend die Hypothese in deinem Text.
Die Quelle empfiehlt, zunächst aktuelle Überblicksartikel oder Handbuchartikel zu einem Thema zu lesen. Sie nennt Lehrbuchkapitel ebenfalls als mögliche einführende Übersicht. Für die Suche nennt sie Fachdatenbanken, Google Scholar und gedruckte Literatur. Du kannst diese Möglichkeiten an deiner Fragestellung prüfen: Suche nach passenden Texten, lies die gefundenen Texte und entscheide dann, welche Aussagen du weiter bearbeitest. So bleibt im Entwurf erkennbar, welche Arbeitsschritte du bereits ausgeführt hast.
Schreibe die Fragestellung in deinen Arbeitsentwurf, bevor du die Hypothese formulierst. Lege beim Lesen separate Notizen für Textstellen an, die du wieder prüfen möchtest. Danach kannst du einen Abschnitt zu den theoretischen Grundlagen schreiben und die Hypothese in einer eigenen Formulierung festhalten. Lies den gesamten Entwurf erneut und vergleiche, ob die verwendeten Begriffe in Frage, Literaturaufarbeitung, Grundlagen und Hypothese übereinstimmen. Das ist eine praktische Prüftätigkeit für diesen Artikel, keine zusätzliche Aussage über die Quellen.
Für weiterführende Orientierung im Entwurf können Bestandteile einer wissenschaftlichen Arbeit, Hausarbeit schreiben und Masterarbeit schreiben als Arbeitsverweise dienen. wissenschaftliches Schreiben und wissenschaftliche Argumentation können ebenfalls beim Überarbeiten herangezogen werden. Übernimm daraus jedoch keine Aussage ungeprüft in deinen Text. Öffne stattdessen die von dir ausgewählten Texte erneut und gleiche jede verwendete Aussage mit der jeweiligen Stelle ab.
Die hier beschriebene Einordnung bleibt bei den in der Quelle genannten Phasen und Recherchewegen. Sie macht keine Aussage darüber, welche Hypothese zu einem bestimmten Fachthema passt. Für dein Thema prüfst du deshalb den Inhalt der Literatur selbst und formulierst nur das, was du nach dieser Prüfung in deinem Entwurf vertreten möchtest.

Begriff und Bestandteile der Ableitung strukturiert aufbauen
Als praktische Arbeitshilfe lässt sich die in der Quelle genannte Abfolge in einzelne Schreibschritte übertragen. Die Quelle führt die Literatursuche, das Herausarbeiten der Fragestellung, die Literaturaufarbeitung, theoretische Grundlagen und die Ableitung von Hypothesen als Phasen auf. Die folgende Ordnung ergänzt keine weitere fachliche Regel. Sie hilft nur dabei, die genannten Punkte beim Planen nacheinander sichtbar zu machen.
- Fragestellung notieren: Schreibe auf, welche Frage du mit der Literatur bearbeiten willst. Lies die Formulierung danach noch einmal und streiche Begriffe, die du für die weitere Suche nicht verwenden möchtest. Forschungsfrage formulieren kann dabei als zusätzlicher Arbeitsverweis dienen.
- Literatur suchen: Beginne mit Überblicks- oder Handbuchartikeln, wenn du einen Zugang zum Thema suchst. Die Quelle nennt außerdem Lehrbuchkapitel als einführende Übersicht sowie Fachdatenbanken, Google Scholar und gedruckte Literatur als Recherchewege. Halte fest, welche Texte du lesen möchtest.
- Literatur aufarbeiten: Lies die ausgewählten Texte mit Blick auf die notierte Frage. Schreibe in eigenen Arbeitsnotizen auf, welche Textstellen du später noch einmal prüfen möchtest. Entscheide erst beim Schreiben, welche Angaben du tatsächlich verwendest.
- Theoretische Grundlagen ausarbeiten: Stelle die Punkte zusammen, die du für deinen Text verwenden willst. Lies den Abschnitt anschließend auf Verständlichkeit und entferne Notizen, die nicht in den Text gehören.
- Hypothesen ableiten: Formuliere nach diesen Arbeitsschritten eine Hypothese. Vergleiche ihre Wörter mit der Fragestellung und den zuvor bearbeiteten Textstellen. Überarbeite die Formulierung, wenn der Bezug in deinem Entwurf nicht erkennbar ist.
Du kannst die Reihenfolge auch als vorläufige Schreibplanung verwenden. Eine Gliederung einer Hausarbeit darf dafür einen eigenen Platz für diese Schritte vorsehen, muss aber nicht jeden Schritt als separates Kapitel ausweisen. Lies nach jedem Abschnitt erneut die Fragestellung und entscheide, welcher nächste Arbeitsschritt noch fehlt. So bleibt die Planung eine Hilfe für deinen Entwurf und keine zusätzliche Vorgabe aus der Quelle.
Für die Nachweisarbeit kannst du Literaturverzeichnis erstellen, Quellenangaben richtig zitieren und Zitierweisen als Arbeitsverweise heranziehen. deutsche Zitierweise und Harvard-Zitierweise sind dabei Bezeichnungen, die du nur dann in deinen Entwurf aufnimmst, wenn du sie verwenden willst. Prüfe die gewählte Form beim Überarbeiten einheitlich anhand der Vorgaben für deinen Text.
Wenn du eine Tabelle oder Abbildung einsetzt, nutze sie zur Veranschaulichung und nicht als Wiederholung des Fließtexts. Die Quelle verlangt einen Verweis im Text auf verwendete Tabellen und Abbildungen und nennt eine prägnante Beschriftung. Prüfe bei einer großen Tabelle, ob sie in den Anhang passt. Prüfe außerdem, ob für deinen Text ein Abbildungs- und Tabellenverzeichnis vorgesehen ist. Bei übernommenen oder angepassten Darstellungen prüfst du die Urheberrechtsfrage in den einschlägigen Unterlagen.
Hypothesen in einem überprüfbaren Ablauf ableiten
- Fragestellung herausarbeiten: Beginne die Literatursuche mit der Fragestellung, die du bearbeiten willst. Die Quelle nennt Literatursuche und das Herausarbeiten der Fragestellung als Phase der Abschlussarbeit. Ergebnis: Die Fragestellung bildet den Ausgangspunkt für die weitere Arbeit.
- Überblick gewinnen: Lies zuerst aktuelle Überblicksartikel oder Handbuchartikel zu deinem Thema. Ein Lehrbuchkapitel kann zusätzlich als einführender Überblick dienen. Ergebnis: Du hast Material, das dir für die weitere Literaturaufarbeitung zur Verfügung steht.
- Literatur suchen: Nutze Fachdatenbanken, Google Scholar oder gedruckte Literatur für die Recherche. Wähle aus den gefundenen Texten die Literatur aus, die du für die Fragestellung aufarbeiten möchtest. Ergebnis: Es liegt eine Auswahl von Literatur für die Aufarbeitung vor.
- Literatur aufarbeiten: Arbeite die ausgewählte Literatur im Hinblick auf die Fragestellung auf. Die genannte Phasenfolge verbindet die Literaturaufarbeitung mit der Erarbeitung theoretischer Grundlagen und der Ableitung von Hypothesen. Ergebnis: Die bearbeitete Literatur ist der Ausgangspunkt für die theoretischen Grundlagen.
- Theoretische Grundlagen erarbeiten: Ordne die aufgearbeitete Literatur so, dass die theoretischen Grundlagen der Fragestellung im Text erkennbar werden. Bleibe bei den Aussagen, die durch die verwendete Literatur getragen sind. Ergebnis: Die theoretischen Grundlagen sind als eigener Teil der Bearbeitung vorhanden.
- Hypothese ableiten: Formuliere die Hypothese im Anschluss an die theoretischen Grundlagen. Die Quelle nennt die Erarbeitung theoretischer Grundlagen und die Ableitung der Hypothesen gemeinsam innerhalb der Literaturaufarbeitung. Ergebnis: Die Hypothese steht in einem erkennbaren Zusammenhang mit den Grundlagen.
- Untersuchung planen: Plane danach die Untersuchung konzeptionell und bereite sie praktisch vor, sofern dein Vorhaben diesen Schritt umfasst. Ergebnis: Die auf Literatur und Hypothese folgende Untersuchungsphase ist vorbereitet.
Wenn du Abbildungen oder Tabellen einsetzt, verwende sie zur Veranschaulichung, beschrifte sie korrekt und prägnant und verweise im Text auf jede Darstellung. Sie sollen nicht bloß denselben Inhalt wie der Text wiederholen, sondern ein eigenes Ziel haben. Große Tabellen können mit einem Verweis im Text in den Anhang kommen. Bei Nachdrucken oder Anpassungen aus anderen Quellen prüfst du außerdem die Urheberrechte. Beim Thema Methoden wissenschaftlicher Arbeiten, qualitative und quantitative Forschung und Plagiat vermeiden bleibt dieser Ablauf bei der Literaturaufarbeitung und der Ableitung der Hypothese; zusätzliche Vorgaben werden nur aufgenommen, wenn sie durch die verwendeten Quellen gedeckt sind.
Kurzes Beispiel einer durchgängigen Anwendung
Das folgende Beispiel ist vollständig fiktiv. Es beschreibt keine Erkenntnis über reale Merkmale. Eine Person notiert als Fragestellung: Steht Merkmal A in Zusammenhang mit Merkmal B? Danach sucht sie zunächst Überblicks- und Handbuchtexte. Anschließend erweitert sie ihre Arbeitsauswahl über Fachdatenbanken, Google Scholar und gedruckte Literatur. Damit orientiert sich der Ablauf an den in der Quelle genannten Recherchewegen und Arbeitsphasen.
Für den Übungstext legt die Person zwei erfundene Literaturannahmen fest. In der ersten fiktiven Stelle steht: Wenn Merkmal A vorliegt, liegt im beschriebenen Fall auch Merkmal B vor. Die zweite fiktive Stelle enthält: Für die dort beschriebenen Fälle werden Merkmal A und Merkmal B gemeinsam genannt. Beide Sätze sind nur Material des Beispiels. Sie behaupten weder etwas über reale Personen noch über einen tatsächlichen Forschungsstand.
Bei der Literaturaufarbeitung schreibt die Person die beiden fiktiven Aussagen in eigenen Worten unter ihre Fragestellung. Für die theoretischen Grundlagen hält sie anschließend fest: Im Übungsmaterial wird A zusammen mit B beschrieben; außerdem verbindet die erste Annahme das Vorliegen von A mit dem Vorliegen von B. Diese Formulierung benennt den gemeinsamen Inhalt beider erfundenen Stellen. Sie fügt keine dritte Literaturannahme hinzu.
Danach lautet die Hypothese im Beispiel: Hypothese: Zwischen Merkmal A und Merkmal B besteht ein Zusammenhang. Der Bezug ist innerhalb dieses Beispiels nachvollziehbar, weil die zuvor festgehaltenen fiktiven Stellen A und B ausdrücklich gemeinsam behandeln und eine davon beide Merkmale unmittelbar miteinander verbindet. Die Formulierung der Hypothese übernimmt jedoch keinen Satz aus einer realen Quelle.
Fragestellung: Steht Merkmal A in Zusammenhang mit Merkmal B? Aufarbeitung: Eine fiktive Stelle verknüpft A mit B, eine zweite nennt beide gemeinsam. Theoretische Grundlage: Das Übungsmaterial beschreibt eine Verbindung beider Merkmale. Hypothese: Zwischen Merkmal A und Merkmal B besteht ein Zusammenhang.
Zum Prüfen liest die Person die Kette von oben nach unten. Zuerst vergleicht sie die Frage mit den beiden aufgearbeiteten Annahmen. Dann prüft sie, ob die theoretische Grundlage nur den Inhalt dieser Annahmen zusammenfasst. Zum Schluss vergleicht sie die Hypothese mit dieser Grundlage. Fehlt in einem eigenen Entwurf eine inhaltliche Verbindung, formuliert sie keine entsprechende Hypothese, sondern kehrt zur Literaturaufarbeitung zurück und prüft weiteres Material.
Das Beispiel zeigt damit einen fiktiven Ablauf aus Literatursuche, Herausarbeiten einer Fragestellung, Literaturaufarbeitung, theoretischen Grundlagen und Hypothesenableitung. Es ersetzt keine Recherche zu einem eigenen Thema. Für einen eigenen Text prüfst du jede verwendete Aussage direkt am ausgewählten Text und überarbeitest nur die Passage, deren Inhalt du dort wiederfindest.

Inhaltliche Abgrenzung und formale Prüfung getrennt kontrollieren
Prüfhilfe für den Inhalt dieses Artikels: Lies deinen Entwurf zunächst mit den hier verwendeten Arbeitsschritten im Blick. Prüfe, ob die Fragestellung auffindbar ist. Prüfe danach, ob du Literatursuche, Literaturaufarbeitung, theoretische Grundlagen und die Hypothese im Text benennst, sofern du diese Schritte beschreibst. Diese Liste ist keine allgemeingültige Definition. Sie hilft nur dabei, die im Artikel dargestellte Reihenfolge beim Überarbeiten sichtbar zu halten.
- Suche im Entwurf die Formulierung der Fragestellung.
- Markiere die Passage, in der du die ausgewählte Literatur aufarbeitest.
- Lies den Teil zu den theoretischen Grundlagen und prüfe, ob er zu den zuvor notierten Textstellen passt.
- Markiere die Hypothese und vergleiche ihre Begriffe mit den unmittelbar vorher bearbeiteten Aussagen.
- Öffne jede verwendete Literaturstelle erneut und gleiche die eigene Wiedergabe mit dem Text ab.
- Streiche einen Satz aus dem Entwurf, wenn du seinen Inhalt beim erneuten Prüfen nicht wiederfindest.
Abgrenzung im eigenen Entwurf: Halte beim Lesen getrennt fest, an welcher Stelle du eine Frage formulierst, an welcher Stelle du Literatur aufarbeitest und an welcher Stelle du eine Hypothese schreibst. Vergleiche anschließend die Abschnitte paarweise. Wenn ein Satz mehrere Aufgaben zugleich erfüllen soll, kannst du ihn aufteilen oder seinen Bezug präziser formulieren. Damit prüfst du die Lesbarkeit der Darstellung dieses Artikels, ohne daraus eine fachliche Regel für alle wissenschaftlichen Texte abzuleiten.
Formale Prüfung: Kontrolliere getrennt davon die Angaben zu deinen Quellen. Prüfe, ob du die verwendete Stelle wiederfindest und ob die Darstellung deiner gewählten Zitierform entspricht. Bei Tabellen und Abbildungen prüfst du anhand der Quelle, ob sie der Veranschaulichung dienen, im Text erwähnt werden und nicht lediglich Text wiederholen. Kontrolliere außerdem die Beschriftung sowie die Platzierung von Nummer und Titel über dem jeweiligen Element. Bei sehr großen Tabellen prüfst du, ob ein Anhang sinnvoll ist. Wenn du Darstellungen aus anderen Quellen nachdruckst oder anpasst, prüfst du die Urheberrechtsfrage anhand der maßgeblichen Unterlagen.
Halte die beiden Prüfdurchgänge getrennt: Im ersten Durchgang liest du die Abfolge aus Fragestellung, bearbeiteter Literatur, Grundlagen und Hypothese. Im zweiten Durchgang kontrollierst du Nachweise sowie Tabellen und Abbildungen. Notiere nur konkrete Änderungen, die du beim Vergleich mit deinem Entwurf oder einer verwendeten Quelle festgestellt hast. Danach lies den geänderten Absatz noch einmal vollständig, damit die Formulierung im Zusammenhang verständlich bleibt.