So läuft die duale Ausbildung mit Abitur ab

Duale Ausbildung für Abiturientinnen und Abiturienten: Ablauf einfach erklärt

Lesezeit ca. 7 Min. · zuletzt aktualisiert: 16. September 2026 · Studi-Tipps im Überblick

Die duale Ausbildung verbindet Lernen im Betrieb und in der Berufsschule. Dieser Leitfaden erklärt Lernorte, gesetzliche Grundlagen, die Zulassung zur Abschlussprüfung und doppelt qualifizierende Ausbildungen mit mindestens zwei Abschlüssen.

Duale Ausbildung

Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit hat die betriebliche Ausbildung zwei Lernorte: Ausbildungsbetrieb und Berufsschule. Deshalb wird sie dual genannt. Praktisches und theoretisches Wissen wechseln sich dabei ab. Die Seite nennt für die Ausbildung eine Dauer von zwei bis dreieinhalb Jahren; sie kann je nach bisherigem Schulabschluss kürzer oder länger ausfallen. Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgegeben. Die Betriebe legen selbst fest, welchen Abschluss Bewerbende mitbringen sollen; die Quelle nennt in den meisten Fällen mindestens den Hauptschulabschluss. Ein Abitur steht dem Beginn einer Ausbildung nicht entgegen. Duales Studium ist der naheliegende Vergleich, wenn zusätzlich ein Hochschulabschluss gewünscht ist.

Prüfe für einen konkreten Beruf die Angaben des Betriebs und der Berufsschule, statt aus allgemeinen Angaben eine einzelne Voraussetzung abzuleiten. Notiere getrennt, was rechtlich nicht vorgeschrieben ist und was ein Betrieb verlangt. Vergleiche auch, ob die angegebene Ausbildungsdauer für deinen Fall näher erläutert wird. Bei offenen Fragen kannst du die Berufsberatung der Agentur für Arbeit einbeziehen. So bleibt klar, welche Information belegt ist und welche du noch prüfen musst.

Duale Ausbildung für Abiturientinnen und Abiturienten: der Ablauf in drei Schritten

Lernorte der Ausbildung

Im Ausbildungsbetrieb werden nach der Darstellung der Bundesagentur für Arbeit praktische Fähigkeiten vermittelt. Die Berufsschule vermittelt das dazugehörige theoretische Wissen. Bei einer Teilzeit-Ausbildung kann die Arbeitszeit im Betrieb verkürzt werden, wenn der Betrieb zustimmt. Ausbildungsnachweis formulieren: Prüfe anhand offizieller Unterlagen, welche Angaben du in deinem Fall vorlegen musst. Halte dabei nur Tätigkeiten oder Termine fest, die für dich konkret nachweisbar sind. Ergänze keine Anforderungen, die nicht ausdrücklich genannt sind.

Vergleiche für deinen Ausbildungsplatz, an welchem Lernort eine Information behandelt wird. Frage bei einer offenen organisatorischen Frage nicht nach einem vermuteten allgemeinen Ablauf, sondern ermittle die zuständige Stelle aus offiziellen Unterlagen. Prüfe bei Teilzeit besonders, ob die Zustimmung des Betriebs vorliegt. Notiere offene Punkte als Fragen für ein Gespräch mit der Berufsberatung der Agentur für Arbeit oder einer anderen aus offiziellen Unterlagen ermittelten Stelle. So trennst du die belegte Aufteilung der Lernorte von Angaben, die für dein konkretes Angebot noch zu klären sind.

Begriffe der Berufsbildung

§ 1 des Berufsbildungsgesetzes zählt Berufsausbildungsvorbereitung, Berufsausbildung, berufliche Fortbildung und berufliche Umschulung zur Berufsbildung. Für die Berufsausbildung beschreibt das Gesetz einen geordneten Ausbildungsgang. Er soll die für eine qualifizierte berufliche Tätigkeit erforderlichen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sowie berufliche Handlungsfähigkeit vermitteln und Berufserfahrung ermöglichen. Nach Berufsbildungsgesetz und Handwerksordnung wird individuelle berufliche Handlungsfähigkeit anhand eines anerkannten Ausbildungsberufs festgestellt, unabhängig davon, auf welchem Weg sie erworben wurde. Fachgebundene oder allgemeine Hochschulreife: Prüfe für den gewünschten Ausbildungsplatz die dort veröffentlichten Anforderungen.

Tabelle: Begriff, Bedeutung laut Berufsbildungsgesetz
BegriffBedeutung laut Berufsbildungsgesetz
BerufsausbildungsvorbereitungIn § 1 als Teil der Berufsbildung genannt.
BerufsausbildungVermittelt berufliche Handlungsfähigkeit in einem geordneten Ausbildungsgang.
berufliche FortbildungIn § 1 als Teil der Berufsbildung genannt.
berufliche UmschulungIn § 1 als Teil der Berufsbildung genannt.

Lies den Gesetzestext im Zusammenhang, wenn du einen Begriff für deinen Fall einordnen willst. Leite aus der Aufzählung keine Aussage über einen bestimmten Beruf, seine Dauer oder seine Zugangsvoraussetzungen ab. Prüfe den anerkannten Ausbildungsberuf in den offiziellen Angaben zum jeweiligen Angebot. Wenn offenbleibt, wie eine Regel auf deinen Fall anzuwenden ist, ermittle die zuständige Stelle aus offiziellen Unterlagen und frage dort nach. So bleibt die gesetzliche Begriffsbestimmung von einer individuellen Einschätzung getrennt.

Zulassung zur Abschlussprüfung

§ 43 des Berufsbildungsgesetzes nennt Bedingungen für die Zulassung zur Abschlussprüfung. Die Ausbildungszeit muss beendet sein oder spätestens zwei Monate nach dem Prüfungstermin enden. Außerdem verlangt die Vorschrift die Teilnahme an den vorgeschriebenen Zwischenprüfungen und einen Ausbildungsnachweis. Das Berufsausbildungsverhältnis muss im Verzeichnis der Berufsausbildungsverhältnisse stehen. Eine Ausnahme nennt das Gesetz für eine fehlende Eintragung, wenn Auszubildende oder gesetzliche Vertretungen den Grund nicht zu vertreten haben. Auch eine Ausbildung an einer berufsbildenden Schule oder einer anderen Berufsbildungseinrichtung kann zur Zulassung führen, wenn der Bildungsgang einer Berufsausbildung in einem anerkannten Beruf entspricht.

Bewerbung zur Ausbildung: Halte Unterlagen und Fragen von Beginn an getrennt fest, damit du die Angaben für deinen Fall prüfen kannst. Lies den Gesetzestext sorgfältig und gleiche seine Voraussetzungen mit deinen Unterlagen ab. Ermittle die zuständige Stelle aus offiziellen Unterlagen, falls eine Voraussetzung unklar ist. Triff keine Annahme über Inhalt, Bewertung oder Ergebnis einer Zwischenprüfung. Notiere stattdessen nur die Punkte, die die Vorschrift ausdrücklich für die Zulassung nennt. Prüfe vor einer Anfrage auch, ob die Ausbildungszeit und der Prüfungstermin im konkreten Fall bereits feststehen.

Hochschulreife und Doppelqualifikation

Die Allgemeine Hochschulreife eröffnet laut Bundesagentur für Arbeit ein Studium an allen Hochschulen. Mit fachgebundener Hochschulreife oder Fachhochschulreife stehen dagegen nur bestimmte Hochschulen oder Studiengänge offen. Unabhängig von der Hochschulreife kann auch eine Ausbildung begonnen werden. Für Abiturientinnen und Abiturienten nennt die Bundesagentur die Abiturientenausbildung, die auch doppelt qualifizierende Ausbildung heißt. Dabei werden mindestens zwei Abschlüsse erworben. Als genanntes Beispiel verbindet sie einen Abschluss im Einzelhandel mit dem Abschluss zur Handelsfachwirtin oder zum Handelsfachwirt.

Eine doppelt qualifizierende Ausbildung kann sich lohnen, wenn du mindestens zwei Abschlüsse anstrebst und das konkrete Angebot dies ausdrücklich vorsieht. Prüfe deshalb die Angaben des Angebots, bevor du dich entscheidest. Motivationsschreiben für eine Ausbildung sollte die Doppelqualifikation als bewussten Vorteil nennen, wenn das konkrete Angebot sie vorsieht. Abitur nachholen eröffnet später ebenfalls den Weg, eine Ausbildung zu beginnen; ob ein Angebot doppelt qualifiziert, ergibt sich aus dessen Angaben.

Duale Ausbildung für Abiturientinnen und Abiturienten: Prüfliste mit vier Punkten

Nächste Schritte

Prüfe zuerst, welche anerkannten Ausbildungsberufe zu deinen Interessen passen. Kläre danach anhand der Angaben des jeweiligen Angebots, ob eine doppelt qualifizierende Abiturientenausbildung infrage kommt. Bereite zuletzt die Bewerbungsunterlagen für Betrieb und Berufsschule vor. Notiere bei jedem Schritt, welche Angabe aus einer offiziellen Unterlage stammt und welche Frage offenbleibt. Vergleiche die Anforderungen des ausgewählten Angebots mit deinen eigenen Unterlagen. Für offene Punkte ermittle die zuständige Stelle aus offiziellen Informationen und frage dort gezielt nach.

Ordne die Schritte so, dass die Berufswahl, die mögliche Doppelqualifikation und die Unterlagen getrennt geprüft werden. Halte Fragen kurz fest, statt Voraussetzungen oder Abläufe selbst zu ergänzen. Wenn du eine Hochschuloption erwägst, lies die Angaben der Hochschule oder nutze die Studienberatung. Duales Studium ist ein weiterer Weg, den du zum Schluss mit deinen Zielen vergleichen kannst. Eine Frist oder einen Ablauf solltest du erst übernehmen, wenn er für das konkrete Angebot offiziell genannt ist.

Quellen und Stand

Der Beitrag „So läuft die duale Ausbildung mit Abitur ab“ trägt den vollständigen Titel „Dual System: So funktioniert deine Ausbildung“.

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Häufige Fragen zur dualen Ausbildung für Abiturientinnen und Abiturienten

Welcher Schulabschluss ist gesetzlich Pflicht?

Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Die Betriebe entscheiden selbst, wobei meist mindestens ein Hauptschulabschluss erwartet wird.

Was passiert bei fehlendem Ausbildungsnachweis?

Für die Zulassung zur Abschlussprüfung muss ein Ausbildungsnachweis vorgelegt werden.

Unterschied zwischen Fortbildung und Umschulung?

Das Berufsbildungsgesetz nennt Fortbildung und Umschulung neben der Berufsausbildung als Bereiche der Berufsbildung. Einen Unterschied zwischen beiden erklärt es nicht.

Wie kann die Arbeitszeit bei einer Teilzeit-Ausbildung verkürzt werden?

Bei einer Teilzeit-Ausbildung kann die Arbeitszeit im Betrieb verkürzt werden, wenn der Betrieb zustimmt.

Ist die Allgemeine Hochschulreife nötig?

Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Die Betriebe legen selbst fest, welchen Abschluss Bewerberinnen und Bewerber mitbringen müssen.

Wofür dient der Berichtsheft-Nachweis?

Der Ausbildungsnachweis ist eine Voraussetzung für die Zulassung zur Abschlussprüfung.

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