So stellst du eine Korrelation im Streudiagramm dar

Streudiagramm: den Zusammenhang erst sehen, dann rechnen

Lesezeit ca. 7 Min. · zuletzt aktualisiert: 2. Oktober 2026 · Korrelation in der Statistik

Ein Streudiagramm zeigt jedes Wertepaar als Punkt und steht vor der Berechnung einer Korrelation, nicht erst danach als Illustration. Das Anscombe-Quartett zeigt, warum derselbe Koeffizient ganz unterschiedliche Datenstrukturen beschreiben kann.

Warum ein Diagramm vor die Korrelation gehört

Ein Streudiagramm zeigt jedes Wertepaar als Punkt und macht sichtbar, was ein einzelner Korrelationskoeffizient verbirgt. Wer nur eine einzelne Zahl berichtet, kann nicht erkennen, ob die Punkte tatsächlich entlang einer Geraden liegen, ob die Wolke gebogen verläuft oder ob ein einzelner auffälliger Wert das Ergebnis stark verschiebt. Genau hier setzt die grafische Darstellung an: Sie ergänzt die reine Maßzahl um einen Eindruck der tatsächlichen Datenstruktur, den eine Zahl für sich genommen nicht liefern kann. Der Korrelationskoeffizient fasst einen Zusammenhang in einer einzigen Kennzahl zusammen, zeigt dabei aber weder die Form der Punktwolke noch das Vorhandensein einzelner Ausreißer.

Die Methodenberatung der Universität Zürich ordnet die Korrelation nach Bravais-Pearson linearen Zusammenhängen zwischen zwei intervallskalierten Variablen zu und empfiehlt, vor der Berechnung ein Streudiagramm anzufertigen, damit sich prüfen lässt, ob überhaupt ein linearer Zusammenhang vorliegt. Diese Prüfung steht damit am Anfang der Analyse und nicht erst danach als nachträgliche Bebilderung eines bereits feststehenden Ergebnisses. Wer diesen Schritt überspringt, sollte offene Fragen zur Eignung der Korrelation für die eigenen Daten mit der betreuenden Person oder der Methodenberatung der Hochschule klären.

Auch das NIST/SEMATECH e-Handbook of Statistical Methods ordnet den Scatter Plot der explorativen Datenanalyse zu. Dabei wird eine Variable entlang der waagerechten Achse und die zweite entlang der senkrechten Achse abgetragen, sodass jeder Messpunkt als einzelnes Datum erscheint. Als Zweck nennt das Handbuch, Zusammenhänge zwischen zwei Variablen überhaupt erst sichtbar werden zu lassen, bevor weitere Rechenschritte folgen. Für die eigene Arbeit bedeutet das: Das Diagramm gehört an den Anfang der Betrachtung eines Zusammenhangs zweier Merkmale, und erst danach folgt die rechnerische Einordnung des ersten optischen Eindrucks. So lässt sich vermeiden, dass eine Maßzahl berichtet wird, ohne dass die zugrunde liegende Punktverteilung jemals betrachtet wurde.

Korrelation im Diagramm: der Ablauf in drei Schritten

Was das Anscombe-Quartett über Koeffizienten zeigt

Wie wichtig der Blick auf das Diagramm ist, zeigt ein bekanntes Beispiel aus der Statistik. Der Wikipedia-Artikel zum Anscombe-Quartett beschreibt vier Datensätze mit jeweils elf Wertepaaren, die Francis Anscombe 1973 konstruiert hat. Sein Ziel war es zu zeigen, wie entscheidend die grafische Darstellung von Daten ist und wie stark einzelne Ausreißer ein Ergebnis prägen können. Rechnerisch unterscheiden sich die vier Datensätze kaum: Alle teilen denselben Korrelationskoeffizienten nach Pearson von 0,816. Im Streudiagramm zeigt sich dagegen ein sehr unterschiedliches Bild.

  • Ein Datensatz zeigt eine Punktwolke, die tatsächlich entlang einer Geraden verläuft.
  • Ein weiterer Datensatz folgt erkennbar einer gebogenen, also nichtlinearen Kurve.
  • Bei einem dritten Datensatz liegen fast alle Punkte auf einer Linie, ein einzelner abweichender Wert verschiebt jedoch das Gesamtbild.
  • Beim vierten Datensatz häufen sich die Punkte an einer Stelle, während ein einzelner entfernter Punkt den gesamten Zusammenhang bestimmt.

Diese vier Muster führen vor Augen, dass derselbe Zahlenwert ganz unterschiedliche Datenstrukturen beschreiben kann. Wer eine Korrelation interpretieren möchte, sollte den Koeffizienten deshalb erst deuten, nachdem die Punktwolke im Diagramm betrachtet wurde, denn die Zahl allein verrät nicht, welches der vier Muster tatsächlich vorliegt. Für die eigene Arbeit folgt daraus eine einfache Konsequenz: Ein berichteter Koeffizient gewinnt erst durch das dazugehörige Diagramm an Aussagekraft, weil erst dieses zeigt, ob die Voraussetzung eines linearen Zusammenhangs überhaupt plausibel erscheint.

Ein Streudiagramm in Excel anlegen

Um einen Zusammenhang zwischen zwei Variablen grafisch darzustellen, lässt sich in Excel ein Punktdiagramm anlegen. Die Microsoft-Hilfe zu Punkt- und Liniendiagrammen beschreibt diesen Diagrammtyp, der auch als XY-Diagramm bezeichnet wird, mit zwei Wertachsen: einer horizontalen x-Achse und einer vertikalen y-Achse. Jeder x-Wert wird darin mit seinem zugehörigen y-Wert zu einem einzelnen Datenpunkt verbunden. Für die eigene Tabelle ergibt sich daraus eine klare Vorgehensweise.

  1. Die x-Werte werden in eine Spalte eingetragen.
  2. Die zugehörigen y-Werte stehen in der benachbarten Spalte, jeweils in derselben Zeile wie der passende x-Wert.
  3. Beide Spalten werden markiert.
  4. Darüber wird ein Punktdiagramm, also ein XY-Diagramm, eingefügt, sodass jeder x-Wert mit seinem y-Wert als Punkt erscheint.

Zu denselben Daten lässt sich anschließend eine Korrelation in Excel berechnen, sodass die Maßzahl und das Diagramm dieselbe Datengrundlage teilen und sich gegenseitig ergänzen. Wer die Richtung des Zusammenhangs zusätzlich sichtbar machen möchte, kann in das fertige Diagramm eine Regressionslinie einfügen, also eine Gerade, die sich möglichst nah an die Punktwolke anschmiegt. Ob eine solche Linie für die eigenen Daten eine sinnvolle Ergänzung ist und wie sie zu bewerten wäre, lässt sich im Zweifel mit der betreuenden Person oder der Methodenberatung der Hochschule klären.

Korrelation im Diagramm: Prüfliste mit vier Punkten

Das Diagramm lesen und für die Arbeit beschriften

Ein fertiges Streudiagramm lässt sich systematisch lesen, bevor eine Zahl überhaupt berücksichtigt wird. Als Lesehilfe eignen sich dabei folgende Punkte.

  • Die Richtung der Punktwolke: Steigt sie von links unten nach rechts oben, oder verläuft sie in die andere Richtung?
  • Die Form der Punktwolke: Liegt eine eher gerade Linie vor, oder biegt sich die Wolke erkennbar?
  • Einzelne, weit von der übrigen Wolke entfernte Punkte, die das Gesamtbild verschieben können.

Fällt die Punktwolke von links oben nach rechts unten, beschreibt man das als negative Korrelation, weil hohe Werte der einen Variable dann mit niedrigen Werten der anderen einhergehen. Für die Beschriftung des Diagramms in der eigenen Arbeit empfiehlt es sich, beide Achsen jeweils mit der dargestellten Variable und ihrer Einheit zu versehen, damit ohne Rückgriff auf den Fließtext erkennbar bleibt, was abgebildet ist. In der Bildunterschrift lässt sich zusätzlich die Zahl der dargestellten Wertepaare angeben, damit die Abbildung auch für sich genommen verständlich bleibt. Ein bestimmter Zitierstil ist dafür nicht vorgeschrieben; welche Form verlangt wird, lässt sich in den Vorgaben zur jeweiligen Arbeit nachschlagen. Sobald das Diagramm fertig beschriftet ist, erscheint es mit genau dieser Beschriftung auch im Abbildungsverzeichnis, weshalb sich eine sorgfältige Formulierung der Achsenbeschriftung und der Bildunterschrift schon beim Erstellen lohnt.

Quellen und Stand

Eine Korrelation im Streudiagramm darzustellen heißt, jedes Wertepaar als Punkt zu zeigen, bevor eine Maßzahl berechnet wird.

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Häufige Fragen zum Streudiagramm

Warum reicht ein einzelner Korrelationskoeffizient nicht als Beleg für einen Zusammenhang?

Weil derselbe Koeffizient zu sehr unterschiedlichen Datenstrukturen passen kann. Der Wikipedia-Artikel zum Anscombe-Quartett beschreibt vier Datensätze mit je elf Wertepaaren, die alle denselben Korrelationskoeffizienten nach Pearson von 0,816 aufweisen, im Streudiagramm aber völlig unterschiedlich aussehen, von einem linearen Zusammenhang bis zu Mustern, die von einzelnen Ausreißern geprägt werden.

Was genau zeigt das Anscombe-Quartett?

Es zeigt vier von Francis Anscombe 1973 konstruierte Datensätze mit je elf Wertepaaren. Nur einer der vier Datensätze zeigt im Streudiagramm tatsächlich einen linearen Zusammenhang, einer folgt einer nichtlinearen Kurve, und zwei werden jeweils von einzelnen Ausreißern geprägt, obwohl alle denselben Korrelationskoeffizienten teilen.

Welcher Diagrammtyp eignet sich in Excel für die Darstellung einer Korrelation?

Laut Microsoft-Hilfe zu Punkt- und Liniendiagrammen ist dafür das Punktdiagramm, auch XY-Diagramm genannt, vorgesehen. Es verfügt über eine x-Achse und eine y-Achse und verbindet jeden x-Wert mit seinem zugehörigen y-Wert zu einem Datenpunkt.

Wie liest man die Richtung einer Punktwolke?

Man betrachtet, ob die Punkte von links unten nach rechts oben steigen oder von links oben nach rechts unten fallen. Fällt die Wolke in diese Richtung, spricht man von einer negativen Korrelation, weil hohe Werte der einen Variable dann mit niedrigen Werten der anderen Variable zusammenfallen.

Wofür wird ein Scatter Plot laut NIST eingesetzt?

Das NIST/SEMATECH e-Handbook of Statistical Methods beschreibt den Scatter Plot als Grafik, bei der eine Variable auf der x-Achse und die andere auf der y-Achse aufgetragen wird, und ordnet ihn der explorativen Datenanalyse zu, um Zusammenhänge zwischen zwei Variablen sichtbar zu machen.

Muss vor einer Korrelation nach Bravais-Pearson immer ein Streudiagramm erstellt werden?

Die Methodenberatung der Universität Zürich empfiehlt ausdrücklich, vor der Berechnung der Korrelation nach Bravais-Pearson ein Streudiagramm zu erstellen, um zu prüfen, ob ein linearer Zusammenhang zwischen den beiden intervallskalierten Variablen vorliegt. Für eine konkrete eigene Arbeit lohnt sich zusätzlich eine Rücksprache mit der betreuenden Person oder der Methodenberatung der eigenen Hochschule.

Was sollte in der Bildunterschrift eines Streudiagramms stehen?

Empfehlenswert ist, die Zahl der dargestellten Wertepaare in der Bildunterschrift zu nennen und beide Achsen mit der jeweiligen Variable und ihrer Einheit zu versehen. Ein bestimmter Zitierstil ist dafür nicht vorgeschrieben, dieser richtet sich nach den Vorgaben der jeweiligen Arbeit.

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