So stellst du eine Korrelation im Streudiagramm dar
Streudiagramm: den Zusammenhang erst sehen, dann rechnen
Ein Streudiagramm zeigt jedes Wertepaar als Punkt und steht vor der Berechnung einer Korrelation, nicht erst danach als Illustration. Das Anscombe-Quartett zeigt, warum derselbe Koeffizient ganz unterschiedliche Datenstrukturen beschreiben kann.
Warum ein Diagramm vor die Korrelation gehört
Ein Streudiagramm zeigt jedes Wertepaar als Punkt und macht sichtbar, was ein einzelner Korrelationskoeffizient verbirgt. Wer nur eine einzelne Zahl berichtet, kann nicht erkennen, ob die Punkte tatsächlich entlang einer Geraden liegen, ob die Wolke gebogen verläuft oder ob ein einzelner auffälliger Wert das Ergebnis stark verschiebt. Genau hier setzt die grafische Darstellung an: Sie ergänzt die reine Maßzahl um einen Eindruck der tatsächlichen Datenstruktur, den eine Zahl für sich genommen nicht liefern kann. Der Korrelationskoeffizient fasst einen Zusammenhang in einer einzigen Kennzahl zusammen, zeigt dabei aber weder die Form der Punktwolke noch das Vorhandensein einzelner Ausreißer.
Die Methodenberatung der Universität Zürich ordnet die Korrelation nach Bravais-Pearson linearen Zusammenhängen zwischen zwei intervallskalierten Variablen zu und empfiehlt, vor der Berechnung ein Streudiagramm anzufertigen, damit sich prüfen lässt, ob überhaupt ein linearer Zusammenhang vorliegt. Diese Prüfung steht damit am Anfang der Analyse und nicht erst danach als nachträgliche Bebilderung eines bereits feststehenden Ergebnisses. Wer diesen Schritt überspringt, sollte offene Fragen zur Eignung der Korrelation für die eigenen Daten mit der betreuenden Person oder der Methodenberatung der Hochschule klären.
Auch das NIST/SEMATECH e-Handbook of Statistical Methods ordnet den Scatter Plot der explorativen Datenanalyse zu. Dabei wird eine Variable entlang der waagerechten Achse und die zweite entlang der senkrechten Achse abgetragen, sodass jeder Messpunkt als einzelnes Datum erscheint. Als Zweck nennt das Handbuch, Zusammenhänge zwischen zwei Variablen überhaupt erst sichtbar werden zu lassen, bevor weitere Rechenschritte folgen. Für die eigene Arbeit bedeutet das: Das Diagramm gehört an den Anfang der Betrachtung eines Zusammenhangs zweier Merkmale, und erst danach folgt die rechnerische Einordnung des ersten optischen Eindrucks. So lässt sich vermeiden, dass eine Maßzahl berichtet wird, ohne dass die zugrunde liegende Punktverteilung jemals betrachtet wurde.

Was das Anscombe-Quartett über Koeffizienten zeigt
Wie wichtig der Blick auf das Diagramm ist, zeigt ein bekanntes Beispiel aus der Statistik. Der Wikipedia-Artikel zum Anscombe-Quartett beschreibt vier Datensätze mit jeweils elf Wertepaaren, die Francis Anscombe 1973 konstruiert hat. Sein Ziel war es zu zeigen, wie entscheidend die grafische Darstellung von Daten ist und wie stark einzelne Ausreißer ein Ergebnis prägen können. Rechnerisch unterscheiden sich die vier Datensätze kaum: Alle teilen denselben Korrelationskoeffizienten nach Pearson von 0,816. Im Streudiagramm zeigt sich dagegen ein sehr unterschiedliches Bild.
- Ein Datensatz zeigt eine Punktwolke, die tatsächlich entlang einer Geraden verläuft.
- Ein weiterer Datensatz folgt erkennbar einer gebogenen, also nichtlinearen Kurve.
- Bei einem dritten Datensatz liegen fast alle Punkte auf einer Linie, ein einzelner abweichender Wert verschiebt jedoch das Gesamtbild.
- Beim vierten Datensatz häufen sich die Punkte an einer Stelle, während ein einzelner entfernter Punkt den gesamten Zusammenhang bestimmt.
Diese vier Muster führen vor Augen, dass derselbe Zahlenwert ganz unterschiedliche Datenstrukturen beschreiben kann. Wer eine Korrelation interpretieren möchte, sollte den Koeffizienten deshalb erst deuten, nachdem die Punktwolke im Diagramm betrachtet wurde, denn die Zahl allein verrät nicht, welches der vier Muster tatsächlich vorliegt. Für die eigene Arbeit folgt daraus eine einfache Konsequenz: Ein berichteter Koeffizient gewinnt erst durch das dazugehörige Diagramm an Aussagekraft, weil erst dieses zeigt, ob die Voraussetzung eines linearen Zusammenhangs überhaupt plausibel erscheint.
Ein Streudiagramm in Excel anlegen
Um einen Zusammenhang zwischen zwei Variablen grafisch darzustellen, lässt sich in Excel ein Punktdiagramm anlegen. Die Microsoft-Hilfe zu Punkt- und Liniendiagrammen beschreibt diesen Diagrammtyp, der auch als XY-Diagramm bezeichnet wird, mit zwei Wertachsen: einer horizontalen x-Achse und einer vertikalen y-Achse. Jeder x-Wert wird darin mit seinem zugehörigen y-Wert zu einem einzelnen Datenpunkt verbunden. Für die eigene Tabelle ergibt sich daraus eine klare Vorgehensweise.
- Die x-Werte werden in eine Spalte eingetragen.
- Die zugehörigen y-Werte stehen in der benachbarten Spalte, jeweils in derselben Zeile wie der passende x-Wert.
- Beide Spalten werden markiert.
- Darüber wird ein Punktdiagramm, also ein XY-Diagramm, eingefügt, sodass jeder x-Wert mit seinem y-Wert als Punkt erscheint.
Zu denselben Daten lässt sich anschließend eine Korrelation in Excel berechnen, sodass die Maßzahl und das Diagramm dieselbe Datengrundlage teilen und sich gegenseitig ergänzen. Wer die Richtung des Zusammenhangs zusätzlich sichtbar machen möchte, kann in das fertige Diagramm eine Regressionslinie einfügen, also eine Gerade, die sich möglichst nah an die Punktwolke anschmiegt. Ob eine solche Linie für die eigenen Daten eine sinnvolle Ergänzung ist und wie sie zu bewerten wäre, lässt sich im Zweifel mit der betreuenden Person oder der Methodenberatung der Hochschule klären.

Das Diagramm lesen und für die Arbeit beschriften
Ein fertiges Streudiagramm lässt sich systematisch lesen, bevor eine Zahl überhaupt berücksichtigt wird. Als Lesehilfe eignen sich dabei folgende Punkte.
- Die Richtung der Punktwolke: Steigt sie von links unten nach rechts oben, oder verläuft sie in die andere Richtung?
- Die Form der Punktwolke: Liegt eine eher gerade Linie vor, oder biegt sich die Wolke erkennbar?
- Einzelne, weit von der übrigen Wolke entfernte Punkte, die das Gesamtbild verschieben können.
Fällt die Punktwolke von links oben nach rechts unten, beschreibt man das als negative Korrelation, weil hohe Werte der einen Variable dann mit niedrigen Werten der anderen einhergehen. Für die Beschriftung des Diagramms in der eigenen Arbeit empfiehlt es sich, beide Achsen jeweils mit der dargestellten Variable und ihrer Einheit zu versehen, damit ohne Rückgriff auf den Fließtext erkennbar bleibt, was abgebildet ist. In der Bildunterschrift lässt sich zusätzlich die Zahl der dargestellten Wertepaare angeben, damit die Abbildung auch für sich genommen verständlich bleibt. Ein bestimmter Zitierstil ist dafür nicht vorgeschrieben; welche Form verlangt wird, lässt sich in den Vorgaben zur jeweiligen Arbeit nachschlagen. Sobald das Diagramm fertig beschriftet ist, erscheint es mit genau dieser Beschriftung auch im Abbildungsverzeichnis, weshalb sich eine sorgfältige Formulierung der Achsenbeschriftung und der Bildunterschrift schon beim Erstellen lohnt.
Quellen und Stand
- Wikipedia: Anscombe-Quartett: de.wikipedia.org (geprüft am 2026-10-02)
- Methodenberatung der Universität Zürich: Korrelation nach Bravais-Pearson: www.methodenberatung.uzh.ch (geprüft am 2026-10-02)
- Microsoft Support: Darstellen von Daten im Punkt- oder Liniendiagramm: support.microsoft.com (geprüft am 2026-10-02)
- NIST/SEMATECH e-Handbook of Statistical Methods: Scatter Plot: www.itl.nist.gov (geprüft am 2026-10-02)
Eine Korrelation im Streudiagramm darzustellen heißt, jedes Wertepaar als Punkt zu zeigen, bevor eine Maßzahl berechnet wird.