Video zitieren und YouTube-Quellen korrekt belegen

Video zitieren: alle nötigen Angaben im Überblick

Lesezeit ca. 6 Min. · aktualisiert: 14. Juni 2026 · zurück zum Blog

Ein Video zitieren zu müssen, kommt heute in fast jeder Arbeit vor, denn YouTube, Mediatheken und Online-Vorlesungen sind längst ernstzunehmende Quellen. Wie bei jeder anderen Fundstelle gilt: Wer fremde Inhalte nutzt, muss sie vollständig belegen. Für ein Video brauchst du den Uploader, den Titel, das Veröffentlichungsdatum, die URL und bei einem konkreten Bezug die Zeitmarke. Dieser Ratgeber zeigt dir, welche Angaben nötig sind und wie ein Videobeleg in APA, Harvard und der deutschen Zitierweise konkret aussieht.

Wann darf ich ein Video als Quelle nutzen?

Videos sind zitierfähig, wenn sie öffentlich zugänglich und dauerhaft auffindbar sind. Ein YouTube-Video, ein Beitrag in einer Mediathek oder ein aufgezeichneter Vortrag erfüllen diese Bedingung in der Regel. Private, nicht gelistete oder wieder gelöschte Videos eignen sich dagegen kaum, weil die Leserin sie nicht überprüfen kann.

Prüfe außerdem, ob das Video eine seriöse Quelle ist. Ein Erklärvideo einer Hochschule wiegt schwerer als ein anonymer Kanal ohne Belege. Bevor du ein Video zitieren willst, fragst du dich also, wer dahintersteht und wie verlässlich der Inhalt ist. Für die formalen Grundlagen hilft der Ratgeber zur Quellenangabe und dem richtigen Zitieren.

Video zitieren: Überblick
Video zitieren im Überblick.

Video zitieren: diese Angaben brauchst du

Beim Video zitieren nennst du im Kern fünf Angaben: den Uploader oder Urheber, den Titel des Videos, das Datum der Veröffentlichung, die vollständige URL und, wenn du dich auf eine bestimmte Stelle beziehst, die Zeitmarke. Diese Bausteine ersetzen bei einem Video das, was bei einem Buch Autor, Titel, Jahr und Seitenzahl leisten.

Die Reihenfolge und Zeichensetzung hängen vom gewählten Zitierstil ab, die Bausteine selbst bleiben aber gleich. Notiere sie dir am besten schon beim Ansehen des Videos, denn nachträglich kostet die Suche nach Uploader und Datum unnötig Zeit. So hast du alle Bestandteile beisammen, bevor du den Beleg formatierst.

Uploader, Titel und Datum bestimmen

Der Uploader ist die Person oder Institution, die das Video hochgeladen hat, erkennbar am Kanalnamen. Steht dahinter eine Organisation, nutzt du deren Namen; bei einer Einzelperson den vollen Namen, sofern er genannt ist. Den Kanalnamen in Klammern zu ergänzen, schafft zusätzliche Klarheit.

Den Titel übernimmst du wortgetreu so, wie er über dem Video steht. Das Veröffentlichungsdatum findest du direkt unter dem Video oder in der Beschreibung, meist im Format Tag, Monat, Jahr. Achte darauf, das Datum des Hochladens zu nehmen und nicht das Datum deines Abrufs, das an anderer Stelle des Belegs steht. Ist nur eine Jahreszahl sichtbar, genügt diese; ein vollständiges Datum aus Tag, Monat und Jahr ist aber immer die genauere und damit bessere Wahl.

URL und Zeitmarke richtig setzen

Die URL sollte auf das konkrete Video verweisen, nicht auf den Kanal oder die Startseite. Verwende die vollständige, dauerhafte Adresse aus der Adresszeile. Beziehst du dich auf eine bestimmte Aussage, ergänzt du die Zeitmarke im Format Minute:Sekunde, etwa ab 12:45. So kann die Leserin die Stelle beim Video zitieren sofort finden.

Viele Plattformen bieten einen Link, der direkt zur gewünschten Sekunde springt. Diesen kannst du nutzen, solltest die Zeitangabe aber zusätzlich im Text nennen, falls der Link einmal nicht funktioniert. Gib außerdem das Abrufdatum an, da sich Online-Inhalte ändern oder ganz verschwinden können.

Video zitieren: Schritte

Beispiele je Zitierstil

So sieht ein Videobeleg in den gängigen Stilen aus. In APA: Tagesschau. (2024, 3. März). Titel des Videos [Video]. YouTube. https://www.youtube.com/watch?v=…. Die genauen Regeln dazu erklärt der Ratgeber zur APA-Zitieren-Anleitung im Detail.

In der Harvard-Zitierweise steht der Kurzbeleg im Text, etwa (Tagesschau 2024), und der Vollbeleg im Literaturverzeichnis. In der deutschen Zitierweise nennst du die Quelle in der Fußnote mit Uploader, Titel, Datum, URL und Abrufdatum. Welchen Stil du auch wählst, beim Video zitieren bleibst du innerhalb einer Arbeit einheitlich und gibst alle fünf Bausteine an.

Häufige Fehler und Sonderfälle

Diese Stolperfallen treten bei Videobelegen besonders oft auf:

Sonderfälle sind Videos ohne erkennbaren Urheber oder ohne Datum. Fehlt der Uploader, rückst du den Titel an den Anfang; fehlt das Datum, vermerkst du „o. D.“ für „ohne Datum“. Bei einem Film oder einer DVD nennst du zusätzlich Regie und Produktionsjahr statt der URL. Handelt es sich um einen Podcast oder eine reine Audiodatei, gehst du sinngemäß vor und ergänzt das Medium in eckigen Klammern, damit die Art der Quelle klar erkennbar bleibt.

Weitere Quellentypen zitieren: Abbildungen zitieren, Zeitungsartikel zitieren und Quellen richtig zitieren.

Sind alle deine Videobelege einheitlich und vollständig? Lass deine Quellenangaben von unseren Lektoren korrekturlesen und lektorieren, bevor du deine Arbeit einreichst.

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Häufig gestellte Fragen

Welche Angaben brauche ich für einen Videobeleg?

Im Kern fünf: Uploader oder Urheber, Titel des Videos, Veröffentlichungsdatum, vollständige URL und bei einem konkreten Bezug die Zeitmarke. Zusätzlich gehört das Abrufdatum dazu.

Wie gebe ich die Zeitmarke an?

Im Format Minute:Sekunde, etwa „ab 12:45“, wenn du dich auf eine bestimmte Aussage beziehst. Viele Plattformen bieten dazu einen Link, der direkt zur gewünschten Sekunde springt.

Welches Datum ist gemeint, das des Hochladens oder des Abrufs?

Beides. Das Veröffentlichungsdatum steht bei den Kernangaben, das Abrufdatum ergänzt du zusätzlich, da sich Online-Inhalte jederzeit ändern oder verschwinden können.

Kann ich ein privates YouTube-Video als Quelle nutzen?

Kaum. Nicht gelistete oder private Videos sind für andere nicht überprüfbar und deshalb ungeeignet. Zitierfähig sind Videos, die öffentlich zugänglich und dauerhaft auffindbar sind.

Was mache ich, wenn Urheber oder Datum fehlen?

Fehlt der Uploader, rückst du den Titel an den Anfang. Fehlt das Datum, vermerkst du „o. D.“ für „ohne Datum“. So bleibt der Beleg trotz Lücken nachvollziehbar.

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