Gute wissenschaftliche Praxis nach DFG – Kodex erklärt

Die 19 Leitlinien der guten wissenschaftlichen Praxis im Überblick

Lesezeit ca. 8 Min. · aktualisiert: 10. April 2026 · zurück zum Blog

Gute wissenschaftliche Praxis ist im DFG-Kodex 2019 in 19 Leitlinien verankert. Wer gute wissenschaftliche Praxis befolgt, schützt sich vor Plagiats- und Fehlverhaltensvorwürfen. Diese Seite zeigt dir, was gute wissenschaftliche Praxis konkret bedeutet, welche 19 Leitlinien der DFG-Kodex umfasst und wie Hochschulen gute wissenschaftliche Praxis durchsetzen.

Gute wissenschaftliche Praxis nach DFG – Überblick

„Gute wissenschaftliche Praxis" ist der zentrale Begriff der DFG-Selbstkontrolle. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft hat 2019 ihren überarbeiteten Kodex „Leitlinien zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis" verabschiedet. Die Leitlinien gute wissenschaftliche Praxis DFG umfassen 19 verbindliche Vorgaben, an die sich alle DFG-geförderten Einrichtungen halten müssen. Damit ersetzte die DFG ihre älteren Empfehlungen aus 1998 und reagierte auf die Erfahrungen mit Plagiatsaffäre-Fällen wie Guttenberg Bayreuth und Giffey.

Die 19 Leitlinien im Überblick

Die Leitlinien gute wissenschaftliche Praxis DFG strukturieren sich in vier Bereiche. Erstens Allgemeines (Geltungsbereich, Verantwortung). Zweitens Forschungsprozess (Ergebnisarchivierung, Methodik, Datenmanagement). Drittens Bewertungsverfahren (Begutachtung, Forschungsdaten, Open Access). Viertens Schutz vor Fehlverhalten (Ombudspersonen, Verfahren bei Verdacht, Sanktionen). Eine vertiefte Auseinandersetzung mit den Inhalten findet sich auf der DFG-Website; die Leitlinien gute wissenschaftliche Praxis DFG sind als PDF frei verfügbar.

Verbindlichkeit und Reichweite

Die Leitlinien gute wissenschaftliche Praxis DFG sind seit 2019 verbindlich für alle Hochschulen und Forschungseinrichtungen, die DFG-Mittel beantragen oder erhalten. Die Einrichtungen mussten die Leitlinien bis 2021 in ihre Statuten übernehmen. Wer die Vorgaben nicht umsetzt, riskiert den Verlust seiner DFG-Förderfähigkeit. Damit haben die Leitlinien gute wissenschaftliche Praxis DFG faktisch bundesweite Geltung. Vertiefend: Ombudsstelle, wissenschaftliches Fehlverhalten.

Praktische Konsequenzen für Promovierende

Für Doktorandinnen und Doktoranden bedeuten die Leitlinien konkret: lückenlose Dokumentation der Methodik, Quellenangaben in akzeptierter Zitationsweise, transparente Autorschaft, Aufbewahrung von Rohdaten meist über mindestens zehn Jahre, Vermeidung von Eigenplagiat und Pflicht zur Kennzeichnung von KI-Werkzeugen. Eine Plagiatsprüfung mit PlagAware ist zwar nicht explizit vorgeschrieben, ergibt sich aber praktisch aus den Sorgfaltsanforderungen.

Was passiert bei Verstößen?

Verstöße gegen die Leitlinien gute wissenschaftliche Praxis DFG werden zunächst durch die Ombudsstelle der Einrichtung geprüft. Bei begründetem Verdacht folgt ein förmliches Untersuchungsverfahren. Konsequenzen reichen von Rüge über Titelentzug bis zur Sperrung von DFG-Förderung. Wer Hintergründe sucht, findet sie unter Plagiatsaffäre, VroniPlag-Wiki und GuttenPlag-Wiki. Für die eigene Arbeit hilfreich: Plagiat vermeiden, Plagiatsbericht verstehen und akademische Integrität.

Gute wissenschaftliche Praxis im Studienalltag umsetzen

Die gute wissenschaftliche Praxis nach DFG ist kein abstraktes Regelwerk, sondern wirkt direkt in jeden Studienalltag hinein. Wer den DFG-Kodex 2019 ernst nimmt, dokumentiert Quellen sauber, sichert Daten und führt ein nachvollziehbares Arbeitsprotokoll. Die gute wissenschaftliche Praxis verlangt außerdem, dass Eigenanteile klar von fremdem Material getrennt werden, was über eine Plagiatsprüfung und eine ergänzende Plagiatsanalyse objektiv überprüfbar wird. Studierende, die ihre Bachelorarbeit absichern möchten, sollten frühzeitig die eidesstattlichen Erklärung vorbereiten und nicht erst am Abgabetag. So entsteht eine Routine, die den DFG-Kodex 2019 nicht als Pflicht, sondern als Qualitätsmerkmal im eigenen Schreibprozess verankert. Diese Routine senkt Beanstandungen durch Prüfungsämter deutlich, weil typische Mängel wie fehlende Sekundärquellen oder unklare Eigenanteile bereits während des Schreibens auffallen und nicht erst im finalen Gutachten der Prüfungskommission. Die gute wissenschaftliche Praxis wird damit zu einer Kompetenz, die weit über den DFG-Kodex 2019 hinaus auch die spätere Berufspraxis prägt und sauberes Arbeiten zur Selbstverständlichkeit macht.

Grauzonen des DFG-Kodex 2019: Eigenplagiat und KI-Nutzung

Der DFG-Kodex 2019 zur guten wissenschaftlichen Praxis adressiert auch moderne Grauzonen wie Eigenplagiat und KI-Tools. Die DFG verlangt, dass bereits veröffentlichte Eigenanteile als solche kenntlich gemacht werden. Wer beispielsweise Passagen aus einer Hausarbeit in der Bachelorarbeit wiederverwendet, sollte die Hinweise unter Eigenplagiat vermeiden kennen. Auch der Einsatz generativer KI berührt die gute wissenschaftliche Praxis: Der Beitrag zum Urteil VG Kassel zu ChatGPT zeigt, wie Gerichte den DFG-Kodex 2019 in der Praxis auslegen und welche Risiken eine verschwiegene KI-Nutzung mit sich bringt. Wer KI einsetzt, kombiniert die gute wissenschaftliche Praxis idealerweise mit einer transparenten KI-Analyse, um den eigenen Anteil sauber zu dokumentieren. So wird der DFG-Kodex kein Hindernis, sondern ein Geländer durch die Grauzonen heutiger Wissenschaftsethik. Die gute wissenschaftliche Praxis schützt damit nicht nur die Hochschule, sondern vor allem die langfristige Reputation der Autorin oder des Autors einer wissenschaftlichen Qualifikationsarbeit. Wer die gute wissenschaftliche Praxis konsequent lebt, kann selbst Jahre nach der Abgabe noch jede Argumentationslinie der Arbeit nachvollziehbar darlegen und Rückfragen offen begegnen.

Leitlinien einhalten heißt Eigenkontrolle: Plagiatsprüfung mit PlagAware.

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Häufige Fragen zu den Leitlinien gute wissenschaftliche Praxis DFG

Wann wurden die Leitlinien gute wissenschaftliche Praxis DFG eingeführt?

2019. Die Leitlinien lösten die älteren Empfehlungen von 1998 ab und mussten bis 2021 in die Statuten der DFG-geförderten Einrichtungen übernommen werden.

Sind die Leitlinien für alle Hochschulen verbindlich?

Faktisch ja, weil ohne Umsetzung keine DFG-Förderung möglich ist. Damit haben die Leitlinien gute wissenschaftliche Praxis DFG bundesweite Geltung.

Wo finde ich den Volltext?

Auf der DFG-Website unter „Foerderung – Gute wissenschaftliche Praxis". Die Leitlinien gute wissenschaftliche Praxis DFG stehen als PDF frei zur Verfügung.

Wie lange muss ich Rohdaten aufbewahren?

In der Regel mindestens zehn Jahre nach Publikation. Genauere Vorgaben liefert die jeweilige Hochschulordnung in Umsetzung der Leitlinien.

Was passiert bei Verstoß gegen die Leitlinien?

Die Ombudsstelle prüft, danach folgt gegebenenfalls ein förmliches Verfahren mit Sanktionen bis zum Titelentzug.

Reicht eine Plagiatsprüfung zur Einhaltung der Leitlinien?

Sie deckt einen Teil ab. Vollständig erfüllt sind die Leitlinien gute wissenschaftliche Praxis DFG erst durch saubere Dokumentation, transparente Methodik und Autorschaft.

Wo finde ich Praxisbeispiele zu Verstößen?