Eidesstattliche Erklärung Bachelorarbeit – Vorlage
Eidesstattliche Erklärung – so steht sie rechtssicher in deiner Arbeit
Die eidesstattliche Erklärung gehört zu den wenigen Teilen einer Bachelor- oder Masterarbeit, bei denen der Wortlaut wirklich zählt. Sie ist nicht bloß eine Floskel, sondern eine juristische Erklärung – mit echten Konsequenzen, wenn der Inhalt nicht stimmt. Dieser Beitrag zeigt dir den geforderten Mustertext, was bei KI-Nutzung zusätzlich rein muss, wo Stolpersteine liegen, und wie du dich rechtssicher absicherst.
Was ist eine eidesstattliche Erklärung?
Eine eidesstattliche Erklärung ist eine schriftliche Versicherung an Eides statt: du erklärst, dass du eine Behauptung wahrheitsgemäß abgibst. Im Hochschulkontext geht es um die Bestätigung, dass deine Abschlussarbeit eine eigenständige Leistung ist – ohne unerlaubte Hilfe, ohne ungekennzeichnete Übernahmen aus fremden Quellen, ohne dass dieselbe Arbeit schon einmal an anderer Stelle eingereicht wurde. Der Begriff stammt aus § 156 StGB und § 161 StGB; die falsche Versicherung an Eides statt ist eine Straftat.
Warum ist sie verpflichtend?
Die eidesstattliche Erklärung ist in fast allen deutschen Hochschulprüfungsordnungen verankert. Sie hat zwei Funktionen: Erstens dokumentiert sie deine Verantwortung für den eingereichten Text. Zweitens schafft sie eine Beweisgrundlage, falls später ein Plagiat oder eine andere Täuschung entdeckt wird. Die Hochschule muss dann nicht mehr nachweisen, dass du die Täuschung kanntest – sie kann auf deine eigene Erklärung verweisen.
Wo gehört die Erklärung hin?
Die Erklärung steht traditionell als letztes Element der Arbeit, nach dem Literaturverzeichnis und nach dem Anhang. Manche Hochschulen verlangen sie als ersten Punkt vor dem Inhaltsverzeichnis. Im Zweifel: in die Prüfungsordnung schauen oder den Lehrstuhl fragen. Die Erklärung gehört auf eine eigene Seite, mit Datum und handschriftlicher Unterschrift unter dem getippten Text – auch dann, wenn die Arbeit elektronisch eingereicht wird (eingescannte Unterschrift).
Mustertext: Eidesstattliche Erklärung Bachelorarbeit
Der folgende Text ist ein neutraler Mustertext, der an den meisten deutschen Hochschulen akzeptiert wird. Vor dem Einsetzen unbedingt mit dem Wortlaut deiner Prüfungsordnung abgleichen – manche Hochschulen verlangen exakte Formulierungen.
Eidesstattliche Erklärung
Hiermit versichere ich an Eides statt, dass ich die vorliegende Bachelorarbeit mit dem Titel „[Titel deiner Arbeit]" selbstständig und ohne Benutzung anderer als der angegebenen Quellen und Hilfsmittel verfasst habe. Alle Stellen, die wörtlich oder sinngemäß aus veröffentlichten und nicht veröffentlichten Schriften entnommen wurden, sind als solche kenntlich gemacht. Die Arbeit ist in gleicher oder ähnlicher Form keiner anderen Prüfungsbehörde vorgelegt worden.
Mir ist bekannt, dass eine falsche eidesstattliche Versicherung gemäß § 156 StGB strafbar ist und auch fahrlässige Verstöße zur Anfechtung des Prüfungsergebnisses führen können.
[Ort, Datum]
[Unterschrift]
Mustertext für Masterarbeit und Dissertation
Bei einer Masterarbeit ändert sich am Wortlaut wenig – der Begriff „Bachelorarbeit" wird durch „Masterarbeit" ersetzt. Bei einer Dissertation ist die Erklärung umfangreicher, weil sie auch die Selbstständigkeit der Forschung, gegebenenfalls die Mitwirkung anderer Personen und die Nicht-Vorlage an anderer Stelle in stärkerer Form bestätigt.
Eidesstattliche Erklärung (Dissertation)
Ich erkläre an Eides statt, dass ich die vorliegende Dissertation mit dem Titel „[Titel]" selbstständig und ohne unerlaubte fremde Hilfe verfasst habe. Andere als die im Quellen- und Literaturverzeichnis angeführten Hilfsmittel habe ich nicht benutzt; die aus fremden Quellen entnommenen Stellen sind als solche gekennzeichnet. Die Dissertation hat in dieser oder vergleichbarer Form noch keiner anderen Prüfungsbehörde vorgelegen.
[Ort, Datum]
[Unterschrift]
KI-Hinweis: Was muss bei ChatGPT-Nutzung in die Erklärung?
Mit der Verbreitung generativer KI haben viele Hochschulen ihre Mustererklärungen 2024/2025 angepasst. Wer ChatGPT, Gemini oder andere Sprachmodelle in irgendeiner Form genutzt hat – sei es zum Strukturieren, Korrekturlesen, Recherchieren oder Formulieren – muss das in der Regel angeben. Verschweigen kann als Täuschung gewertet werden, wie das Urteil des VG Kassel 2026 deutlich gezeigt hat.
Ergänzung KI-Hinweis
Im Rahmen der Erstellung der vorliegenden Arbeit habe ich folgende KI-basierte Werkzeuge in folgendem Umfang eingesetzt: [z. B. „ChatGPT (OpenAI, Version vom 15. März 2026) zur sprachlichen Überarbeitung einzelner Absätze in Kapitel 3"]. Die übernommenen Formulierungen wurden von mir inhaltlich geprüft und verantwortet.
Wer keine KI eingesetzt hat, schreibt das ausdrücklich – etwa „Im Rahmen der Erstellung dieser Arbeit habe ich keine generativen KI-Werkzeuge eingesetzt." Wer unsicher ist, ob der eigene Text KI-Spuren enthält (etwa durch Co-Schreiben mit DeepL Write), kann mit unserem KI-Detektor vorab prüfen.
Sonderfälle: Sperrvermerk und Datenschutz
Wenn deine Arbeit unter einem Sperrvermerk steht (z. B. weil ein Unternehmen vertrauliche Daten beigesteuert hat), gehört das ebenfalls in die Erklärung – meist als zusätzlicher Absatz. Auch wenn personenbezogene Daten anonymisiert wurden, lohnt sich ein kurzer Hinweis auf die Einhaltung der DSGVO. Eine Mustervorlage für den Sperrvermerk erstellen wir auf Nachfrage gerne mit; siehe auch Bachelorarbeit-Vorlagen.
Was passiert bei einer falschen eidesstattlichen Erklärung?
Die Folgen sind gestuft. Aus prüfungsrechtlicher Sicht droht zunächst die Bewertung „nicht bestanden". Bei systematischem Plagiat oder ungekennzeichneter KI-Nutzung kann die Hochschule die Prüfung als Täuschungsversuch werten – dann ist die Arbeit nicht wiederholbar, im schlimmsten Fall droht die Exmatrikulation. Strafrechtlich ist die falsche Versicherung an Eides statt nach § 156 StGB mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bedroht. In der Praxis wird der Strafrahmen bei Studierenden selten ausgeschöpft, aber der Bewährungsstrafen-Bereich ist nicht ausgeschlossen.
Häufige Fehler bei der eidesstattlichen Erklärung
- Wortlaut der Hochschule nicht abgeglichen – manche Prüfungsordnungen verlangen exakte Formulierungen.
- Datum und Unterschrift fehlen oder sind nur getippt.
- KI-Nutzung verschwiegen, obwohl ChatGPT zumindest zum Korrekturlesen eingesetzt wurde.
- Erklärung als reine Floskel kopiert, ohne Titel und Studiengang zu prüfen.
- Die Erklärung steht im Anhang – sie sollte als separates Element davor stehen.
Eine sprachliche Endkontrolle der Arbeit – inklusive der Erklärung – fängt diese Stolpersteine zuverlässig ab. Mehr unter Bachelorarbeit Korrekturlesen und Lektorat.