Zitationsplagiat – wenn die Quellenangabe einer Sekundärquelle fehlt
Wie ein Zitationsplagiat technisch und inhaltlich entsteht
Mit einem Zitationsplagiat ist häufig die ungekennzeichnete Übernahme eines Zitats oder eines bibliografischen Nachweises aus einer Sekundärquelle gemeint. Dabei wird die tatsächlich benutzte Sekundärquelle nicht angegeben, obwohl die Primärquelle nicht selbst eingesehen wurde. Die Bezeichnung wird jedoch nicht einheitlich verwendet. Fehlende oder falsche Quellenangaben bei direkten oder sinngemäßen Übernahmen werden häufig anderen Plagiatsformen zugeordnet. Hier erfährst du, wie ein Zitationsplagiat entsteht, welche Konsequenzen es haben kann und wie du es Schritt für Schritt vermeidest.
Was genau ist ein Zitationsplagiat?
Ein Zitationsplagiat kann vorliegen, wenn ein Zitat oder ein bibliografischer Nachweis aus einer Sekundärquelle übernommen wird, diese Sekundärquelle jedoch nicht ausgewiesen ist. Dann scheint es, als sei die Primärquelle selbst benutzt worden. Vom Vollplagiat ist dies zu unterscheiden, ohne dass diese Abgrenzung etwas über die Authentizität des Inhalts aussagt. Die Terminologie ist nicht einheitlich: Fehlende Quellenangaben bei wörtlichen oder sinngemäßen Übernahmen werden häufig als Text-, Wortlaut-, Paraphrasen- oder Ideenplagiat bezeichnet. Ob dies als Täuschung bewertet wird, richtet sich nach der jeweiligen Prüfungsordnung und den Umständen des Einzelfalls.
Typisch ist, dass ein Zitat oder ein bibliografischer Nachweis aus einer Sekundärquelle übernommen wird. Wird statt dieser Quelle nur die Primärquelle genannt, bleibt der Weg des Zitats verborgen. Eine Plagiatsprüfung kann Textübereinstimmungen anzeigen; ob eine Sekundärquelle korrekt ausgewiesen ist, muss zusätzlich geprüft werden.
Beispiele für ein Zitationsplagiat aus zweiter Hand
Ein Lehrbuch gibt ein Zitat aus einem älteren Werk wieder. Wird dieses Zitat übernommen und nur das ältere Werk belegt, obwohl das Lehrbuch verwendet wurde, kann dies als Zitationsplagiat gelten. Gleiches kann gelten, wenn ein bibliografischer Nachweis aus einer Sekundärquelle übernommen wird und diese Quelle fehlt. Mit „zitiert nach“ wird die Nutzung einer Sekundärquelle transparent. Bezeichnungen wie Plagiatuntertypen sowie Strukturplagiat und Ideenplagiat werden nicht einheitlich verwendet; maßgeblich sind die Regeln der jeweiligen Hochschule.
Mögliche Folgen einer nicht ausgewiesenen Sekundärquelle
Die möglichen Folgen einer nicht ausgewiesenen Sekundärquelle hängen von Umfang, Umständen und der jeweiligen Prüfungsordnung ab. Eine einzelne Stelle kann zu Punktabzügen oder einer Aufforderung zur Nachbesserung führen. Bei Häufung oder gezieltem Verschleiern können die Bewertung „nicht bestanden“ oder ein Täuschungsverfahren folgen. Auch Jahre später aufgedeckte Fälle können unter den jeweiligen rechtlichen Voraussetzungen zur Aberkennung eines Titels führen. Der Ähnlichkeitsindex eines Plagiatsberichts liefert lediglich Hinweise auf Textübereinstimmungen und ersetzt keine fachliche oder rechtliche Bewertung. Wer seine Bachelorarbeit korrekturlesen lässt, sollte die Zitierweise ausdrücklich prüfen lassen, da ein reines Sprachlektorat die Belegprüfung nicht zwingend umfasst.
Vermeidung eines Zitationsplagiats beim Zitieren aus zweiter Hand
Die Vermeidung beginnt bei der Recherche: Jede Notiz mit Seitenzahl versehen und bei jedem Zitat festhalten, ob die Primärquelle selbst eingesehen wurde. Wer beim Paraphrasieren die tatsächlich verwendete Fundstelle nicht direkt notiert, riskiert später eine fehlerhafte Quellenangabe. Als zusätzliche Kontrolle vor der Abgabe kann ein Plagiatchecker oder Plagiatscanner Textübereinstimmungen mit auffindbaren Quellen anzeigen. Werkzeuge wie die Plagiatssoftware PlagAware liefern einen Bericht, dessen Treffer im Einzelfall eingeordnet werden müssen; allgemeingültige Grenzwerte für die Plagiatsquote gibt es nicht. Auch ein Plagiat trotz richtigem Zitat lässt sich nicht allein anhand eines Prozentwerts beurteilen.
Zitationsplagiat und andere Formen von Plagiaten
Das Zitationsplagiat betrifft die nicht ausgewiesene Nutzung einer Sekundärquelle. Davon ist das Copy-Paste-Plagiat abzugrenzen, bei dem übernommene Passagen häufig weder gekennzeichnet noch belegt sind. Ebenso kann es sich vom Übersetzungsplagiat unterscheiden, bei dem fremdsprachiges Material ohne ausreichenden Nachweis übersetzt übernommen wird. Eine fehlende Abkürzung wie „vgl.“ oder eine vertauschte Seitenzahl begründet für sich allein keinen Plagiatsvorwurf. Wer das versehentliche Fremdplagiat vermeiden möchte, sollte jede Fußnote sorgfältig mit der verwendeten Quelle abgleichen. Weitere Hintergründe liefert die Akademie Wissen. Eine vertiefende Plagiatsanalyse kann Textübereinstimmungen und Fundstellen dokumentieren, trifft aber kein abschließendes Plagiatsurteil.
Fehlerhafte Wiedergaben von Quellen sind kein Zitationsplagiat
Ist eine Quelle angegeben, ihr Inhalt jedoch verkürzt, sinnentstellt oder falsch wiedergegeben, handelt es sich nicht um ein Zitationsplagiat im hier verwendeten Sinn. Solche Fehler können auf den ersten Blick unauffällig wirken; erst der Abgleich mit dem Original zeigt mögliche Abweichungen. Eine gründliche Plagiatsanalyse kann bei der Suche nach auffälligen Passagen helfen, ersetzt aber nicht den Abgleich mit der Quelle. Ein Blick auf verschiedene Plagiatuntertypen kann die Einordnung erleichtern; die verwendeten Begriffe und Folgen richten sich jedoch nach den Regeln der jeweiligen Hochschule.
Quellenmanagement zur Vermeidung eines Zitationsplagiats
Konsequentes Quellenmanagement kann das Risiko eines Zitationsplagiats deutlich senken. Wer Notizen, Direktzitate und Paraphrasen klar trennt und jeder Stelle Autor, Seitenzahl und Quelle eindeutig zuweist, reduziert Fehlerquellen. Wurde die Primärquelle nicht selbst eingesehen, sollten die verwendete Sekundärquelle und die indirekte Übernahme kenntlich gemacht werden. Literaturverwaltungsprogramme unterstützen dabei, ersetzen das kritische Mitlesen jedoch nicht. Vor der Abgabe kann eine Plagiatsprüfung zusätzliche Textübereinstimmungen mit auffindbaren Quellen sichtbar machen; die Belegprüfung bleibt eine eigene Aufgabe. Eine Anleitung zum richtigen Paraphrasieren hilft außerdem, Inhalte korrekt zu übertragen, statt sie versehentlich zu verzerren. Auch bei sorgfältiger Quellenarbeit entscheidet die zuständige Hochschule im Einzelfall über einen formalen Plagiatsvorwurf.
