Unterrichtsentwurf im Referendariat: die Bausteine

Struktur, Beispiele und typische Fehler für deine Lehrprobe

Lesezeit ca. 6 Min. · aktualisiert: 14. Juni 2026 · zurück zum Blog

Der Unterrichtsentwurf ist im Referendariat oft die erste große Hürde: Er begleitet deine gezeigte Stunde und zeigt der Prüfungskommission, dass du planvoll unterrichtest. Ein guter Unterrichtsentwurf verbindet Analyse und Praxis, statt nur Ablaufkästchen zu füllen. Auf dieser Seite bekommst du die zentralen Bausteine, konkrete Beispiele und die häufigsten Stolperfallen, damit du deine Planung ruhig und strukturiert angehen kannst, egal ob in der ersten oder in einer benoteten Lehrprobe.

Was der Unterrichtsentwurf leisten muss

Ein Unterrichtsentwurf ist kein Selbstzweck, sondern dein schriftlicher Beweis, dass du eine Stunde begründet planen kannst. Er dokumentiert, welche Ziele du verfolgst, warum du bestimmte Methoden wählst und wie du auf deine Lerngruppe eingehst. Die Prüfungskommission liest ihn meist vor der gezeigten Stunde und gleicht danach Anspruch und Wirklichkeit ab.

Üblich ist ein roter Faden von der Analyse über die Ziele bis zur konkreten Verlaufsplanung. Wie streng der Aufbau vorgegeben ist, hängt vom Seminar und vom Bundesland ab, deshalb lohnt ein Blick in die Vorgaben deines Studienseminars. Ein starker Text bleibt konkret: Statt allgemeiner Floskeln nennst du, was Schülerinnen und Schüler am Ende können sollen und woran du das erkennst.

Die Bedingungsanalyse: deine Lerngruppe im Blick

Am Anfang steht die Bedingungsanalyse: Du beschreibst deine Lerngruppe so, dass ein Außenstehender nachvollziehen kann, unter welchen Voraussetzungen du unterrichtest. Dazu gehören Klassengröße, Vorwissen, Leistungsspanne, das soziale Gefüge und besondere Förderbedarfe. Wichtig ist, dass du daraus Konsequenzen ableitest und nicht nur Zahlen aufzählst.

Ein Beispiel: Wenn drei Kinder noch Leseunsicherheiten haben, begründest du, warum du Arbeitsblätter differenzierst oder Partnerarbeit einsetzt. Beobachtungen aus deinen Hospitationen liefern dir dafür belastbares Material. Halte dich an das, was du wirklich gesehen hast, statt Annahmen als Fakten zu verkaufen. Häufig verlangt das Seminar auch Angaben zum Raum, zur Uhrzeit und zur Stellung der Stunde in der Unterrichtsreihe, weil all das den Verlauf beeinflusst. Je konkreter dieser Teil, desto überzeugender wirken später deine didaktischen Entscheidungen.

Unterrichtsentwurf Aufbau: fünf Bausteine für die Lehrprobe im Referendariat
Unterrichtsentwurf im Überblick.

Die Sachanalyse: fachlich sauber durchdringen

In der Sachanalyse arbeitest du den fachlichen Kern deiner Stunde auf, und zwar auf deinem eigenen Niveau, nicht auf dem der Klasse. Du klärst Begriffe, ordnest das Thema fachwissenschaftlich ein und legst offen, welche Aspekte du bewusst weglässt. Das schützt dich davor, im Unterricht selbst ins Straucheln zu geraten.

Ein typischer Fehler ist, hier ganze Lehrbuchkapitel abzuschreiben. Gefragt ist eine begründete Auswahl: Was genau brauchen deine Schülerinnen und Schüler, um das Lernziel zu erreichen? Wie du eine Sachanalyse schreiben kannst, ohne dich zu verzetteln, hängt stark vom Fach ab, das Grundprinzip bleibt aber gleich: erst durchdringen, dann didaktisch reduzieren. Halte den Umfang angemessen. Häufig genügen ein bis zwei Seiten, doch die genauen Erwartungen legt dein Seminar fest, also prüfe die Vorgaben, bevor du zu ausführlich wirst.

Die didaktische Analyse: vom Stoff zum Lernziel

Die didaktische Analyse ist das Herzstück und oft der Abschnitt, an dem sich die Bewertung entscheidet. Hier begründest du, warum dieser Stoff für diese Lerngruppe bedeutsam ist, und formulierst ein klares Stundenziel plus einige Teilziele. Ein häufig genutzter Bezugspunkt ist die didaktische Reduktion: Du entscheidest, was Kern ist und was wegfällt.

Formuliere Ziele beobachtbar. Statt die Schülerinnen und Schüler verstehen den Wasserkreislauf schreibst du besser, dass sie die Stationen benennen und in eigenen Worten erklären können. Genau an dieser Stelle merkt die Kommission, ob dein Unterrichtsentwurf trägt oder nur gut klingt. Weitere fachdidaktische Grundlagen und passende Ratgeber findest du im Lehramt-Hub. Verknüpfe Ziele, Inhalte und Methoden logisch, damit die spätere Verlaufsplanung nicht wie ein zufälliger Ablauf wirkt, sondern als Konsequenz deiner Überlegungen.

Die Verlaufsplanung: die Stunde im Takt

Die Verlaufsplanung übersetzt deine Analyse in eine konkrete Choreografie der Stunde. Üblich ist eine Tabelle mit Phasen, Zeitangaben, Sozialform, Medien und geplanter Lehrer- sowie Schülertätigkeit. Sie zeigt, dass du den Ablauf realistisch getaktet hast und nicht in fünf Minuten drei Lernziele erreichen willst.

Achte besonders auf drei Dinge:

Formuliere die Tätigkeiten aktiv und beobachtbar, etwa die Lernenden ordnen Kärtchen den Oberbegriffen zu. So bleibt nachvollziehbar, was im Raum passiert. Plane außerdem eine Alternative ein, falls eine Phase schneller oder langsamer läuft, denn genau diese Flexibilität wird in der anschließenden Nachbesprechung oft positiv gewürdigt.

Unterrichtsentwurf typische Fehler und Qualitätskriterien für die Lehrprobe

Umfang, Formalia und typische Fehler

Wie lang ein Entwurf sein darf, ist nicht bundesweit einheitlich. Manche Studienseminare erwarten wenige Seiten plus Anhang, andere lassen mehr Raum. Verlässlich ist nur ein Blick in die aktuellen Vorgaben deines Seminars und deines Bundeslandes, denn die Erwartungen ändern sich immer wieder.

Typische Fehler tauchen erfahrungsgemäß immer wieder auf:

Dazu kommen sprachliche Stolperfallen: unklare Bezüge, Passivketten und Rechtschreibfehler, die den sonst starken Eindruck trüben. Lies deinen Unterrichtsentwurf am besten laut und lass ihn von jemandem gegenlesen. Wenn du sichergehen willst, unterstützt dich ein professionelles Lektorat fürs Staatsexamen bei Sprache und Form, ohne dir inhaltliche Entscheidungen abzunehmen. So reichst du einen Text ein, der auch formal überzeugt.

Fazit: mit Struktur zur überzeugenden Stunde

Ein überzeugender Entwurf entsteht nicht aus Textbausteinen, sondern aus einer durchdachten Kette: Du analysierst deine Lerngruppe, durchdringst den Stoff fachlich, leitest daraus beobachtbare Ziele ab und planst die Stunde realistisch. Genau dieser rote Faden unterscheidet einen soliden Entwurf von einer bloßen Materialsammlung. Wenn diese Teile ineinandergreifen, wirkt deine Planung stimmig, und du gehst mit deutlich mehr Ruhe in die gezeigte Stunde.

Nimm dir Zeit für die Analyse, halte die Sprache klar und prüfe die Formalia deines Seminars, statt sie zu raten. Wer den Aufbau und die einzelnen Bausteine wirklich verstanden hat, kann den Unterrichtsentwurf im Referendariat ruhig und souverän schreiben und ihn Schritt für Schritt zu einem Text ausbauen, der die Kommission überzeugt.

Verwandte Berufs-Abschlussarbeiten: Sachanalyse schreiben, Hospitationsbericht schreiben und Lehramt-Hub.

Wenn dein Entwurf steht, sorgen wir dafür, dass auch Sprache und Form sitzen: Unser Korrektorat und Lektorat prüft deinen Text auf Rechtschreibung, Grammatik und Ausdruck, ohne dir inhaltliche Entscheidungen abzunehmen. So reichst du einen Unterrichtsentwurf ein, der fachlich wie sprachlich überzeugt.

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Häufige Fragen zum Unterrichtsentwurf

Welche Bausteine gehören in den Entwurf?

In der Regel gehören Bedingungsanalyse, Sachanalyse, didaktische Analyse mit klaren Zielen und eine tabellarische Verlaufsplanung hinein, oft ergänzt um einen Anhang mit Material. Wie streng die Gliederung vorgegeben ist, hängt von deinem Studienseminar ab, deshalb lohnt sich vorab ein Blick in die konkreten Vorgaben.

Wie lang sollte er sein?

Das ist nicht bundesweit geregelt und variiert je nach Studienseminar und Bundesland. Manche erwarten nur wenige Seiten plus Anhang, andere mehr. Nimm die aktuellen Vorgaben deines Seminars als Maßstab, statt dich an Zahlen aus dem Internet zu orientieren, denn diese können längst überholt sein.

Worin unterscheiden sich Sach- und didaktische Analyse?

Die Sachanalyse klärt den fachlichen Stoff auf deinem eigenen Niveau: Begriffe, Zusammenhänge, Hintergrund. Die didaktische Analyse fragt dagegen, warum und wie dieser Stoff für deine Lerngruppe aufbereitet wird, und mündet in überprüfbare Lernziele. Kurz gesagt: erst das Fach durchdringen, dann didaktisch reduzieren.

Wie formuliere ich gute Lernziele?

Formuliere sie beobachtbar und überprüfbar. Statt die Lernenden verstehen den Text schreibst du besser, dass sie die Hauptaussage in eigenen Worten wiedergeben oder drei Argumente nennen können. So erkennst du am Ende der Stunde, ob dein Ziel wirklich erreicht wurde, und die Kommission sieht es ebenfalls.

Was sind die häufigsten Fehler?

Sehr verbreitet sind Ziele, die man nicht überprüfen kann, eine ausufernde Sachanalyse und eine Verlaufsplanung, deren Zeiten nicht aufgehen. Dazu kommen Rechtschreib- und Ausdrucksfehler. Plane realistisch, formuliere beobachtbare Ziele und lies deinen Unterrichtsentwurf vor der Abgabe laut oder lass ihn gegenlesen.

Darf mir jemand beim Text helfen?

Inhaltlich musst du selbst entscheiden und begründen, das erwartet die Prüfung. Bei Sprache, Rechtschreibung und Ausdruck darfst du dir aber Unterstützung holen. Ein Lektorat korrigiert und glättet deinen Text, ohne dir Entscheidungen abzunehmen, sodass dein Entwurf am Ende klar und fehlerfrei wirkt.

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