Ergebnisteil Masterarbeit sachlich und klar schreiben

Den Ergebnisteil Masterarbeit ohne Interpretation aufbauen

Lesezeit ca. 6 Min. · aktualisiert: 14. Juni 2026 · zurück zum Blog

Im Ergebnisteil deiner Masterarbeit präsentierst du die Befunde deiner Untersuchung nüchtern und ohne eigene Deutung. Du berichtest Zahlen, Häufigkeiten und Aussagen so neutral wie in einem Protokoll; die Interpretation erfolgt erst in der Diskussion. Vielen Studierenden fällt genau diese Trennung schwer. Diese Anleitung zeigt, wie du Ergebnisse sachlich und korrekt darstellst, Tabellen und Abbildungen sinnvoll nutzt und den Abschnitt klar von der Diskussion abgrenzt.

Darlegen statt interpretieren

Der Ergebnisteil dient in vielen wissenschaftlichen Arbeiten dazu, die Befunde der Untersuchung sachlich darzustellen. Du berichtest, was du gemessen oder in den Daten gefunden hast, ohne es zu bewerten oder mit Theorie zu verknüpfen. Die Leitfrage lautet nicht „Was bedeutet das?“, sondern schlicht „Was ist herausgekommen?“. Diese Deutung hebst du dir für die Diskussion der Masterarbeit auf.

Der Stil sollte nüchtern und präzise sein: Häufig eignet sich das Präteritum für abgeschlossene Erhebungen und Analysen. Orientiere die Reihenfolge an Forschungsfragen oder Hypothesen, sofern die Vorgaben deiner Hochschule oder deines Fachs nichts anderes vorsehen. So können Leserinnen und Leser die Ergebnisse nachvollziehen.

Ergebnisteil Masterarbeit sachlich schreiben Checkliste
Ergebnisteil Masterarbeit im Überblick.

Tabellen und Grafiken gezielt nutzen

Numerische Daten lassen sich je nach Umfang und Zweck in Tabellen und Abbildungen oder im Fließtext darstellen. Tabellen können präzise Werte zeigen, Diagramme Verteilungen und Zusammenhänge visuell verdeutlichen. Abbildung und Text sollten sich ergänzen: Die Abbildung präsentiert aufbereitete Daten, der Fließtext hebt die wesentlichen Befunde hervor, ohne alle Zahlen redundant zu wiederholen.

Ob Tabellen und Abbildungen nummeriert, beschriftet und im Text erwähnt werden müssen, richtet sich nach dem verwendeten Zitierstil und den Vorgaben der Hochschule; häufig erfolgt ein Verweis etwa mit „Abbildung 3 zeigt …“. Achte auf eine einheitliche Formatierung und eine gut lesbare Darstellung. Geeignete Kennwerte der deskriptiven Statistik sind beispielsweise Mittelwert, Median und Streuung.

Abgrenzung zur Diskussion

Im ergebnisteil masterarbeit besteht die häufigste Schwäche darin, Befunde mit Deutungen zu vermischen. Formulierungen wie „Das zeigt, dass …“ oder „Vermutlich liegt das an …“ gehören nicht hierher, sondern in die Diskussion. Im Ergebnisteil stehen nur Fakten, etwa: „Gruppe A erreichte einen höheren Mittelwert als Gruppe B (M = 4,2 vs. 3,1).“ Warum dies so ist und was es bedeutet, erläuterst du bewusst erst im folgenden Kapitel.

Nutze folgende Selbstprüfung: Prüfe, ob Sätze Begründungen (etwa „weil“ oder „deshalb“) enthalten oder theoretische Bezüge herstellen. Bei einer getrennten Ergebnis- und Diskussionsgliederung gehören solche Einordnungen häufig in die Diskussion. Die konkrete Trennung richtet sich jedoch nach Fach, Methode und Prüfungsordnung.

Den Ergebnisteil strukturieren

Gliedere den Ergebnisteil Masterarbeit häufig nach Forschungsfragen, Hypothesen oder Analyseschritten. Berichte zu jedem Gliederungspunkt die relevanten Ergebnisse und nutze Tabellen oder Abbildungen, wenn sie die Darstellung erleichtern. Bei quantitativen Studien folgen nach einer Stichprobenbeschreibung oft deskriptive Befunde und anschließend Ergebnisse der Hypothesentests.

Bei qualitativen Arbeiten kannst du die Darstellung entlang der Kategorien deiner Analyse strukturieren und Befunde bei Bedarf mit passenden Interviewauszügen oder anderen Belegen veranschaulichen. So entsteht ein roter Faden, der die Ergebnisse in eine nachvollziehbare Ordnung bringt. Wo dieses Kapitel im Gesamtaufbau steht, zeigt der Überblick zu den Bestandteilen einer wissenschaftlichen Arbeit.

Ergebnisteil Masterarbeit strukturieren Schritte

Beispiel für sachliche Ergebnisdarstellung

So klingt eine neutrale Darstellung: „Von den 120 Befragten gaben 68 Prozent an, das Angebot regelmäßig zu nutzen (Tabelle 2). Zwischen Nutzungshäufigkeit und Zufriedenheit bestand ein mittlerer positiver Zusammenhang (r = 0,41, p < .01).“ Kein Wort zur Ursache, keine Bewertung, nur der Befund und der Verweis auf die Tabelle. Der Leser erfährt exakt, was gemessen wurde, und kann sich sein eigenes Urteil bilden.

Für eine qualitative Arbeit kann die Darstellung so aussehen: „Über alle Interviews hinweg wurde die Kategorie Zeitdruck am häufigsten genannt; eine Befragte formulierte: ‚…‘.“ Auch hier steht der Befund im Mittelpunkt, während die Deutung erst später folgt. Wenn du diese Sachlichkeit beibehältst, wirkt der ergebnisteil masterarbeit stringent und überzeugend, sodass die anschließende Diskussion nahtlos daran anknüpfen kann.

Typische Fehler im Ergebnisteil

Häufige Fehler in Abschlussarbeiten sind das Interpretieren von Ergebnissen statt ihres sachlichen Berichtens, das vollständige Wiederholen aller Tabellendaten im Text und das Aneinanderreihen von Befunden ohne Bezug auf die Forschungsfragen. Auch unerwartete oder nicht hypothesenkonforme Ergebnisse sollten transparent berichtet werden. Wertende Begriffe können die sachliche Darstellung beeinträchtigen.

Ein vollständiger, geordneter und wertungsfreier Bericht unterstützt die Funktion des Abschnitts. Prüfe, ob jede im Text genannte Zahl mit der zugehörigen Tabelle oder Abbildung übereinstimmt. Ein Korrekturlesen kann vor der Abgabe insbesondere Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung prüfen; die inhaltliche Kontrolle von Zahlen, Beschriftungen und Verweisen bleibt eine eigene Aufgabe.

Kurz gesagt: Wer berichtet statt deutet, legt den Ergebnisteil richtig an. Die konkrete Struktur sollte sich an Forschungsfragen, Methode sowie den Vorgaben des Fachs oder der Hochschule orientieren.

Weitere Anleitungen zur Masterarbeit: Ergebnisteil der Bachelorarbeit, Diskussion der Masterarbeit und Methodik der Masterarbeit.

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Häufige Fragen zum Ergebnisteil

Was gehört in den Ergebnisteil einer Masterarbeit?

Die Befunde werden sachlich dargestellt und können durch Tabellen oder Abbildungen gestützt werden. Die Gliederung orientiert sich häufig an Forschungsfragen, Hypothesen oder Analyseschritten sowie an den jeweiligen Fachvorgaben.

Darf man im Ergebnisteil interpretieren?

Bei einer getrennten Ergebnis- und Diskussionsgliederung gehören Interpretation und theoretische Einordnung in der Regel in die Diskussion. In manchen Fächern oder bei qualitativen Arbeiten können Ergebnisse und Diskussion jedoch kombiniert werden.

Wie stelle ich Ergebnisse dar?

Stelle Zahlen je nach Umfang und Zweck im Fließtext, in Tabellen oder in Abbildungen dar. Hebe im Text die zentralen Befunde hervor, ohne Daten aus einer Tabelle oder Abbildung unnötig vollständig zu wiederholen.

Wie grenze ich Ergebnisteil und Diskussion ab?

Bei einer getrennten Gliederung berichtet der Ergebnisteil, was herauskam, während die Diskussion die Befunde einordnet und mögliche Erklärungen erörtert. Sätze mit „weil“ oder „deshalb“ gehören daher häufig in die Diskussion; maßgeblich sind jedoch die Fach- und Hochschulvorgaben.

In welcher Zeitform schreibt man den Ergebnisteil?

Für abgeschlossene Messungen und Befunde wird häufig das Präteritum verwendet. Welche Zeitform passend ist, hängt jedoch auch von Fachkonventionen und der Art der dargestellten Aussage ab.

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