Wieviel Plagiat ist erlaubt?
Wieviel Plagiat ist erlaubt? Schwellenwerte und Realität
„Wenn meine Plagiatssoftware unter 5 % anzeigt, bin ich sicher", stimmt das? Nicht ganz. Wir erklären die Wahrheit hinter Plagiat-Schwellenwerten.
Die kurze Antwort
Plagiat ist Plagiat, egal wie viel. Es gibt keine offizielle Toleranzgrenze. Auch eine einzelne nicht zitierte Passage kann zur Aberkennung der Arbeit führen.
Was sagen Plagiatssoftware-Berichte?
Plagiatssoftware zeigt eine „Ähnlichkeitsquote", meist in Prozent. Diese Zahl ist aber kein Maß für Plagiat. Sie misst nur Übereinstimmungen mit anderen Texten, einschließlich legitimer Zitate, Standardphrasen, Literaturverzeichnis.

Realistische Werte
- 0 bis 5 %: meist Standardphrasen, Zitate, Literaturverzeichnis, unproblematisch.
- 5 bis 15 %: oft normaler Bereich für Bachelorarbeiten mit vielen Zitaten.
- 15 bis 25 %: Vorsicht, Bericht prüfen, ob Quellen ausreichend angegeben sind.
- > 25 %: Warnsignal, ggf. ungekennzeichnete Übernahmen.
Warum ist die Prozentzahl irreführend?
- Korrekt zitierte Passagen werden als „Übereinstimmung" gezählt.
- Standard-Floskeln tauchen in vielen Texten auf.
- Literaturverzeichnis ist immer eine hohe Übereinstimmung.
- Eine 0,5 %-Übereinstimmung kann ein Plagiat sein, wenn es eine ungekennzeichnete Passage ist.
Was wirklich zählt
Nicht die Quote, sondern: Was die Software konkret findet. Lies den Bericht durch und prüfe jede markierte Stelle:
- Steht die Passage in Anführungszeichen?
- Gibt es eine Quellenangabe?
- Bei Paraphrasen: Steht die Quelle dabei?
Wenn alles korrekt ist: kein Plagiat, egal welche Quote. Wenn etwas fehlt: Plagiat, auch bei niedriger Quote.

Was tun bei hoher Quote?
- Bericht detailliert lesen, wo ist die Übereinstimmung?
- Korrekt zitierte Passagen sind kein Problem.
- Ungekennzeichnete Übernahmen: zitieren oder paraphrasieren.
- Vor Abgabe nochmal prüfen.
Mehr im Hub Plagiatuntertypen oder direkt zur Plagiatsprüfung.
