R und RStudio – Grundlagen

R und RStudio für die Bachelorarbeit

Lesezeit ca. 3 Min. · zuletzt aktualisiert: 11. Juli 2026 · alle Statistik-Themen

In der Forschung gilt R als die leistungsstärkste Programmiersprache für Statistik: kostenlos, auf jedem Betriebssystem lauffähig und um tausende Zusatzpakete erweiterbar. Die dazu passende Bedienoberfläche heißt RStudio. Anders als bei SPSS tippst du in R deine Befehle, statt dich durch Menüs zu klicken. Das wirkt zu Beginn ungewohnt, verschafft dir dafür volle Kontrolle und saubere Reproduzierbarkeit. Auf dieser Seite bekommst du die Grundlagen: von der Installation über die ersten Schritte bis zu ersten Auswertungen.

Installation

  1. Zuerst R selbst von cran.r-project.org laden (kostenlos).
  2. Danach RStudio Desktop von posit.co/download/rstudio-desktop laden (ebenfalls kostenlos).
  3. Beides installieren: RStudio erkennt die R-Installation von allein.

Die RStudio-Oberfläche

RStudio gliedert sich in vier Arbeitsbereiche:

  • Source (oben links): Hier tippst du deinen Code als R-Skript.
  • Console (unten links): Hier arbeitet R die Befehle sofort ab.
  • Environment (oben rechts): zeigt alle gerade geladenen Variablen an.
  • Files / Plots / Help (unten rechts): Dateibrowser, Diagramme und Hilfeseiten.

Erstes R-Skript

# Daten einlesen
daten <- read.csv("meine_daten.csv")

# Erste Übersicht
str(daten)
summary(daten)

# Mittelwert einer Variable
mean(daten$Lernerfolg, na.rm = TRUE)

R und RStudio – Grundlagen
R und RStudio, Grundlagen im Überblick.

Pakete installieren

Über die Plattform CRAN stehen mehr als 19.000 Zusatzpakete für R bereit. Für die Statistik sind diese besonders nützlich:

install.packages("tidyverse") # Datenanalyse
install.packages("psych") # psychologische Tests
install.packages("car") # erweiterte Tests
install.packages("ggplot2") # Diagramme
install.packages("haven") # SPSS/SAS-Daten lesen

Daten einlesen

  • CSV-Datei: read.csv("meine_daten.csv")
  • Excel-Tabelle: library(readxl); read_excel("meine_daten.xlsx")
  • SPSS-Datei: library(haven); read_sav("meine_daten.sav")

Deskriptive Statistik in R

library(psych)
describe(daten)

# Output: für jede Variable Mittelwert, SD, Median, Min, Max, Schiefe, Kurtosis

Beispiel: t-Test in R

t.test(Lernerfolg ~ Geschlecht, data = daten)

# Output mit t-Wert, Freiheitsgraden, p-Wert, Konfidenzintervall, Mittelwerten beider Gruppen.

R und RStudio – Grundlagen

Beispiel: Korrelation in R

cor.test(daten$PlattformNutzung, daten$Lernerfolg, method = "pearson")

Diagramme mit ggplot2

library(ggplot2)
ggplot(daten, aes(x = PlattformNutzung, y = Lernerfolg)) +
  geom_point() +
  geom_smooth(method = "lm") +
  labs(title = "Plattform-Nutzung und Lernerfolg")

Häufige Fehler

  • Eine Variable mit „$" angesprochen, obwohl eine Tibble-Struktur (Tidyverse) vorliegt: das erzeugt Warnungen.
  • Vergessen, ein Paket zu laden. „library(paket)" gehört einmal pro Session ausgeführt.
  • Fehlende Werte (NA) übersehen, obwohl manche Funktionen na.rm = TRUE benötigen.
  • Das Skript nicht gespeichert, sodass es nach dem Schließen von RStudio verloren ist.

Weitere verbreitete Stolperfallen sammeln wir im Beitrag zu häufigen Fehlern in Bachelorarbeit und Masterarbeit. Beim Lektorat prüfen wir außerdem, ob der R-Output formal korrekt berichtet wird.

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Häufige Fragen zu R

R oder SPSS – was nehmen?

SPSS ist dank seiner Klick-Oberfläche leichter zugänglich, R überzeugt mit mehr Möglichkeiten und besserer Reproduzierbarkeit über Skripte. Für eine Bachelorarbeit genügt jede der beiden Lösungen. Wer Freude an Statistik hat und langfristig damit arbeiten möchte (etwa in Doktorarbeit oder Forschung), für den zahlt sich der Einstieg in R aus.

JASP als Alternative?

JASP baut auf R auf, ist kostenlos und wird über eine Klick-Oberfläche bedient. Es gilt als sehr einsteigerfreundlich und deckt alle gängigen Standard-Tests ab. Fehlt eine SPSS-Lizenz, ist es für viele Bachelorarbeiten die beste Wahl.

Wo lerne ich R?

Zum Einstieg eignen sich Video-Tutorials auf YouTube (etwa von Datacamp), Bücher wie „R for Data Science" (Wickham, gratis online verfügbar) sowie Kurse bei Coursera oder edX. Speziell für Statistik in R lohnt sich „Discovering Statistics Using R" von Andy Field. Auch die Methodenberatung deiner Uni ist eine gute Anlaufstelle.

Wie zitiere ich R in der Arbeit?

Die Basissoftware zitierst du als „R Version 4.3.0 (R Core Team, 2023)". Dazu kommen die einzelnen Pakete, die du verwendet hast, etwa „library(psych) – Revelle (2024)". All das nimmst du im Literaturverzeichnis als Quellen auf.

Brauche ich Programmiererfahrung?

Nützlich ja, zwingend nein. R ist eine Skriptsprache mit ihrer eigenen Logik, und nach wenigen Wochen Übung meisterst du sämtliche Standard-Tests. Anspruchsvollere Programmierung mit Funktionen und Schleifen brauchst du erst für fortgeschrittene Analysen.

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