p-Wert und Signifikanz

p-Wert und Signifikanz – einfach erklärt

Lesezeit ca. 5 Min. · zuletzt aktualisiert: 26. April 2026 · alle Statistik-Themen

„Das Ergebnis ist signifikant, p < 0.05" – einer der häufigsten Sätze in empirischen Bachelorarbeiten. Aber was heißt das eigentlich genau? Der p-Wert ist eines der am häufigsten missverstandenen Konzepte der Statistik. Wir erklären ihn präzise – und zeigen, was er nicht bedeutet.

Was ist der p-Wert?

Der p-Wert ist die Wahrscheinlichkeit, dass deine Daten (oder noch extremere) entstehen würden, wenn die Nullhypothese (H0) wahr ist. Er sagt: „Wenn es in der Population keinen Effekt gibt – wie wahrscheinlich wären meine Daten zufällig?"

Beispiel

Du untersuchst, ob Plattform-Nutzung den Lernerfolg erhöht. H0: kein Zusammenhang. Du findest in deiner Stichprobe r = 0.34 mit p = 0.001.

Interpretation: Wenn es in der Population keinen Zusammenhang gäbe, läge die Wahrscheinlichkeit, in deiner Stichprobe einen Zusammenhang von r = 0.34 oder größer zu finden, bei 0.1 %.

Schluss: Es ist unwahrscheinlich, dass H0 stimmt. Du verwirfst H0 und nimmst H1 (es gibt einen Zusammenhang) als gestützt an.

Signifikanz-Schwellen

Die 0.05-Schwelle ist Konvention, kein Naturgesetz. Manche Felder nutzen strengere Schwellen (Medizin oft 0.01).

Was der p-Wert NICHT bedeutet

Effektstärke

Bei großen Stichproben werden auch winzige Effekte signifikant. Eine Korrelation r = 0.05 kann bei n = 5000 signifikant sein – ist aber praktisch bedeutungslos. Deshalb ist die Effektstärke wichtig:

p-Wert formal berichten

„Plattform-Nutzung und Lernerfolg korrelierten signifikant positiv, r(238) = 0.34, p < 0.001."

„Es zeigte sich kein signifikanter Geschlechtsunterschied, t(238) = 0.32, p = 0.75, d = 0.04."

Bei p-Werten kleiner als 0.001 schreibt man „p < 0.001", nicht „p = 0.000". Bei größeren Werten den exakten Wert: „p = 0.034".

Häufige Fehler

Mehr typische Stolperfallen findest du in unserem Beitrag zu häufigen Fehlern in Bachelorarbeit und Masterarbeit. Im Lektorat wird die formale Berichterstattung von p-Werten geprüft.

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Häufige Fragen zum p-Wert

Warum gerade 0.05 als Schwelle?

Konvention seit Ronald Fisher (1925). Ist willkürlich, aber etabliert. Manche Felder (Medizin, Pharma) nutzen strengere Schwellen wie 0.01 oder 0.001.

Was ist Bonferroni-Korrektur?

Bei multiplen Vergleichen rechnest du mit korrigiertem α-Niveau, weil sonst die Wahrscheinlichkeit für falsch positive Befunde steigt. Bonferroni teilt α durch die Anzahl der Tests. Bei 5 Tests wäre die Schwelle 0.05/5 = 0.01.

Was sind einseitige vs. zweiseitige Tests?

Zweiseitig: Test prüft, ob ein Unterschied in irgendeine Richtung besteht. Einseitig: Test prüft nur in eine vorher festgelegte Richtung. Einseitig hat mehr Power, aber nur bei klar gerichteter Hypothese und vorab festgelegter Richtung.

p-Wert in der Krise – stimmt das?

Es gibt seit Jahren eine Debatte um den p-Wert (American Statistical Association 2016). Hauptkritik: Er wird oft fehlinterpretiert und überbewertet. Lösungsvorschläge: Effektstärken stärker betonen, Konfidenzintervalle berichten, Bayesianische Statistik. In der Bachelorarbeit reicht aber weiterhin der klassische p-Wert plus Effektstärke.

Was ist statistische Power?

Power = Wahrscheinlichkeit, einen tatsächlich existierenden Effekt zu finden. Hängt von Stichprobengröße, Effektstärke und α-Niveau ab. Power-Analyse vor der Erhebung sagt dir, wie groß deine Stichprobe sein muss. Tools wie G*Power machen das einfach.