Normalverteilung in der Statistik erklärt

Normalverteilung – prüfen und interpretieren

Lesezeit ca. 4 Min. · zuletzt aktualisiert: 26. April 2026 · alle Statistik-Themen

Viele statistische Tests setzen Normalverteilung voraus – t-Test, ANOVA, Pearson-Korrelation, lineare Regression. Wenn deine Daten nicht normalverteilt sind, brauchst du nicht-parametrische Alternativen oder Transformationen. Wir zeigen dir, wie du die Normalverteilung prüfst und was du tun kannst, wenn sie verletzt ist.

Was ist eine Normalverteilung?

Eine glockenförmige, symmetrische Verteilung. Charakteristika: Mittelwert = Median = Modus, etwa 68 % der Werte liegen innerhalb einer Standardabweichung um den Mittelwert, 95 % innerhalb von zwei Standardabweichungen.

Wann ist Normalverteilung wichtig?

Bei parametrischen Tests (t-Test, ANOVA, Pearson, Regression) sollten die Daten näherungsweise normalverteilt sein. Bei Stichproben > 30 sind die Tests aber relativ robust gegen leichte Abweichungen (zentraler Grenzwertsatz).

Prüfen auf Normalverteilung

SPSS: Normalverteilung prüfen

  1. Analysieren → Deskriptive Statistik → Explorative Datenanalyse.
  2. Variable wählen.
  3. Bei Diagrammen: „Normalverteilungsdiagramm mit Tests" ankreuzen.
  4. OK klicken.

Im Output findest du Shapiro-Wilk- und Kolmogorov-Smirnov-Tests sowie Q-Q-Plot.

R: Normalverteilung prüfen

# Shapiro-Wilk
shapiro.test(daten$Lernerfolg)

# Q-Q-Plot
qqnorm(daten$Lernerfolg); qqline(daten$Lernerfolg)

# Histogramm
hist(daten$Lernerfolg, breaks = 20)

Was bei Verletzung der Normalverteilung?

Bericht in der Arbeit

„Die Hauptvariable wurde mit dem Shapiro-Wilk-Test auf Normalverteilung geprüft. Der Test war signifikant (W = 0.92, p < 0.001), was auf Abweichung von der Normalverteilung hinweist. Da die Stichprobe groß ist (n = 240), wird der zentrale Grenzwertsatz angewendet und parametrische Tests werden trotz Abweichung verwendet."

Häufige Fehler

Mehr typische Stolperfallen findest du in unserem Beitrag zu häufigen Fehlern in Bachelorarbeit und Masterarbeit. Im Lektorat wird auch die methodische Konsistenz geprüft.

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Häufige Fragen zur Normalverteilung

Was ist der zentrale Grenzwertsatz?

Bei großen Stichproben (n > 30) nähert sich die Verteilung der Mittelwerte einer Normalverteilung an – auch wenn die Daten selbst nicht normalverteilt sind. Daher sind parametrische Tests bei großen Stichproben relativ robust.

Shapiro-Wilk oder Kolmogorov-Smirnov?

Shapiro-Wilk hat in den meisten Fällen mehr Power, ist aber für n < 5000 begrenzt. Kolmogorov-Smirnov funktioniert auch bei sehr großen Stichproben. Bei normalen Bachelorarbeit-Stichproben (n < 1000) ist Shapiro-Wilk Standard.

Bei welchem p-Wert ist die Verteilung „normal"?

Wenn p > 0.05 im Shapiro-Wilk-Test, kannst du nicht ablehnen, dass die Daten normalverteilt sind. Bei p < 0.05 weichen die Daten signifikant von der Normalverteilung ab.

Was bedeutet Schiefe?

Schiefe misst die Asymmetrie der Verteilung. 0 = symmetrisch (normalverteilt), > 0 = rechtsschief (langer rechter Schwanz), < 0 = linksschief. Werte zwischen -1 und +1 gelten als näherungsweise normal.

Was, wenn meine Likert-Skala nicht normal ist?

Likert-Skalen sind oft schief, vor allem bei polarisierenden Items. Bei n > 30 pro Gruppe sind parametrische Tests trotzdem akzeptabel. Bei kleinen Stichproben oder stark schiefen Verteilungen Mann-Whitney-U statt t-Test verwenden.